SURF Aufsteiger Navigation News Fahrtechnik Material Spots

Alles über Windvorhersagen

19.05.2015 Manuel Vogel - Verglichen mit Windsurfern der Prä-Internet-Zeit haben wir es heute einfach. Musste man damals noch, mit dem Ohr am Transistorradio klebend, die morgendliche Vorhersage belauschen oder sich seine Spotwahl auf Teletext zusammenreimen, bekommt man heute sehr präzise Vorhersagen geboten. Man muss sie nur richtig interpretieren können...

© Windfinder

Knoten, Beaufort, km/h – was bedeutet was?

Wind entsteht durch Luftdruckunterschiede. Je größer die Unterschiede, desto stärker auch die Ausgleichsbewegung in Form des Windes. Dabei strömt die Luft immer von Orten mit hohem Luftdruck zu Orten mit niedrigem Luftdruck. Die Erddrehung verhindert, dass dieser Ausgleich direkt erfolgt und sorgt für die Ausbildung der sich drehenden Hoch- und Tiefdrucksysteme.
Üblicherweise wird die Windstärke in Knoten (kn) oder Meter pro Sekunde (m/s)  angegeben. Die umgangssprachliche Bezeichnung "Windstärke" orientiert sich an der Beaufort-Skala, "Fünf Beaufort (Bft) und "fünf Windstärken" sind also das gleiche. Allerdings gibt die Beaufort-Skala immer nur bestimmte Bereiche wieder, fünf Beaufort kennzeichnen beispielsweise alles zwischen 16 und 21 Knoten.

Hier gibt’s eine Umrechnungstabelle für alle verbreiteten Angaben:

© Windfinder

Warum unterscheiden sich Windvorhersagen?

© Windfinder
© Windfinder

Windvorhersagen basieren auf Rechenmodellen. Diese werden mit Messdaten – beispielsweise von Satelliten, Wetterbojen, Schiffsmeldungen und Radar – gefüttert und spucken am Ende eine Wetter- und Windvorhersage aus. Je nachdem welches Rechenmodell zugrunde liegt, entstehen aus den gleichen Messdaten unterschiedliche Vorhersagen. Jedes Modell hat im Normalfall bestimmte Stärken und Schwächen. So kann ein hochaufgelöstes Modell eventuell lokale Effekte wie Thermik oder Düseneffekte mit erfassen, vermag aber umgekehrt keinen Überblick über das große Ganze zu geben. Ein grobes Modell kann genau dies, scheitert aber mitunter an kleinräumigen und lokalen Effekten. Generell gilt: Am besten checkt man mehrere Vorhersagedienste. Je stärker verschiedene Vorhersagemodelle übereinstimmen, desto sicherer ist es, dass der Wind auch wie prognostiziert eintrifft. Weichen die Vorhersagen stark voneinander ab, ist Vorsicht geboten und man muss sich entscheiden, welcher Vorhersage man mehr vertraut.

Gibt’s nächste Woche Wind?

© Windguru
Sieht gut aus, ist aber nur ein Trend – 10-Tages-Vorhersagen
Sieht gut aus, ist aber nur ein Trend – 10-Tages-Vorhersagen

Obwohl viele Vorhersagemodelle auch für lange Zeiträume (zehn bis 14 Tage) noch Werte ausspucken, muss man klar festhalten, dass Meteorologen bereits ab vier Tagen von "Trend" und weniger von "Vorhersage" sprechen. Die Treffsicherheit sinkt mit jedem Tag, den man weiter in die Zukunft geht und schwankt je nach Wetterlage. Hat sich eine stabile Hochdruckphase eingependelt, passen häufig auch 5-Tage-Vorhersagen gut, bei Frontenwetter und Westwindlagen ändern sich die Forecasts beinahe im Stundentakt. Man sollte sich also von 14-Tage-Vorhersagen nicht verrückt machen lassen.

Problemzonen

An den Küsten und im Tiefland passen die gängigen Vorhersagen oft perfekt, am von Bergen eingerahmten Gardasee beispielsweise liegen sie regelmäßig völlig daneben. Warum ist das so? Wettermodelle legen gewissermaßen ein Gitternetz über die Erdoberfläche und weisen allen Punkten innerhalb eines Sektors die gleichen Werte zu. Beim weit verbreiteten GFS-Modell beispielsweise liegen die Gitterpunkte 30 Kilometer weit voneinander entfernt. Auf dem offenem Meer, an der Küste oder im Flachland ist das kein Problem, weil der Einfluss topographischer Hindernisse nahezu entfällt. Das Modell spuckt also für alle Punkte innerhalb eines 30x30 km Sektors die gleiche Vorhersage aus. Wendet man das gleiche Modell am Gardasee an, der nur wenige Kilometer breit und von 2000 Meter hohen Bergen eingerahmt ist, kommt das Modell an seine Grenzen, weil es unter Umständen nicht einmal erkennt, dass sich hier überhaupt ein See befindet, geschweige denn, dass dieser ein eigenes Windsystem aus Berg- und Talwinden besitzt. Aus diesem Grund sollte man im Alpenraum (z.B. Gardasee, Schweizer Seen, bayerische Seen) immer auch lokale Wetterdienste checken, diese mit höher aufgelösten Regionalmodellen arbeiten.

Die besten Windvorhersagen
 

Windvorhersagen
Wind

Windfinder: www.windfinder.com

© Windfinder
Wisuki Wettervorhersage

Wisuki: wisuki.com

© Wisuki
Windguru

Windguru: www.windguru.com

© Windguru
Windyty

Windyty: https://www.windyty.com

© Windyty
DMI

DMI (nur Dänemark und Norddeutschland): www.dmi.dk/hav/udsigter/havprognoser/

© DMI
Muchoviento

Muchoviento (nur Europa): muchoviento.net

© Muchoviento
Kommentare zu diesem Artikel
comments powered by Disqus

Artikel empfehlen |  Artikel drucken

Das könnte Sie auch interessieren

Surf & Skate Festivals 2017: <p>
	Surf &amp; Skate Festivals 2017: Hamburg, K&ouml;ln, M&uuml;nchen</p> Video
Surf & Skate Festivals 2017 18.05.2017 —

Das Jubiläumsfestival: Diesen Sommer bringt euch HHonolulu Events wieder den Surf & Skate-Lifestyle direkt in die Herzen der deutschen Metropolen.

mehr »

Rene Egli Center Sotavento Fuerteventura
Aufsteiger-Spot des Monats - Costa Calma auf Fuerteventura 18.05.2017 —

Du kannst mit uns auf Reisen gehen und jeden Monat einen neuen Windsurfspot entdecken. Wir suchen dir weltweit aufsteigerfreundliche Spots heraus wo du Wind, Stehrevier und die passende Infrastruktur findest, um dein Können immer weiter zu verbessern.

mehr »

Mr.Move Sorpesee
Vom Bett aufs Brett für wenig Geld - Windsurfen bei Jugendherbergen 11.05.2017 —

An vielen Orten entlang der Nord- und Ostsee sowie an vielen Binnenseen, findet ihr Windsurfschulen. Campingplätze oder Jugendlandheime arbeiten oft eng mit den Windsurfstationen zusammen oder bieten sogar eigene Wassersportprogramme oder Windsurf-Camps an.

mehr »

Kids Camp Fotostrecke
Übersicht: Alle Windsurf-Camps des Jahres 03.05.2017 —

Bald sind Ferien, der Urlaub ist eingereicht, das Herz ruft nach Wasser und Wind! Ihr wisst aber noch nicht genau, wohin es gehen soll, wollt möglichst viel lernen oder einfach eine entspannte Zeit mit alten und neuen Freunden verbringen? Wie wäre es mit einem Windsurfcamp? Hier findet ihr eine Übersicht über alle Camps 2017!

mehr »

Flo Jung PDF
Aufsteiger-Special 2017 – jetzt kostenlos downloaden! 03.05.2017 —

Die Basics für alle, die Windsurfen lernen wollen, haben wir im neuen Aufsteiger-Special zusammengefasst. Mit dabei: Manöver-Tipps zu Halse, Beachstart & Trapezsurfen, Hilfe beim Gebrauchtkauf, die besten Spots im In- und Ausland & Vieles mehr.

mehr »

Schlagwörter

WindVorhersageWindvorhersageKnotenWetterBeaufortWindstärkeModell