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Spot des Monats - Sao Vicente

05.01.2016 Jenny Eschenbach - Nun könnt ihr mit uns auf Reise gehen und jeden Monat einen neuen Spot entdecken. Wir suchen euch weltweit aufsteigerfreundliche Spots heraus, an denen ihr im jeweiligen Monat eine möglichst hohe Windwahrscheinlichtkeit habt - perfekt, um eure Fähigkeiten unter top Bedingungen zu verbessern.

Recht nah, günstig und natürlich windsicher! Die kapverdische Insel Sao Vicente bietet beste Flachwasserbedingungen, eine handvoll Wavespots, eine eindrucksvolle Natur zum Wandern und jede Menge feinen Sandstrand.

© Kirsten Schreiber

Ausnahmsweise haben wir euch einen Spot rausgesucht, der vor allem für fortgeschrittene Surfer und nicht so sehr für Einsteiger geeignet ist. Wer die Bedingungen hier voll auskosten möchte, sollte auch bei ablandigem Starkwind (ab fünf Beaufort aufwärts) sicher surfen und möglichst den Wasserstart beherrschen. Es gibt einen kleinen, aber gut überwindbaren, Shorebreak - hier helfen einem auch die Mitarbeiter der Station. An der Station wird sehr auf eure Sicherheit geachtet, es werden auch Ein- und Aufsteigerschulungen angeboten und natürlich gibt es hier kaum Kabbelwellen, sodass ihr unter Laborbedingungen schnell Fortschritte machen könnt. Trotzdem ist dieser Spot in erster Linie für fortgeschrittene Surfer geeignet, die an ihren Manövern feilen oder einfach den Speedrausch genießen wollen.

Reisezeit: Der Passatwind wird hier durch lokale Effekte verstärkt. Dadurch könnt ihr zwischen Oktober und Mai an über 90% der Tage mit surfbarem Wind ab vier Beaufort rechnen. Ab Ende Dezember findet ihr sogar kaum noch Tage unter fünf Beaufort, sodass Freestyler, Racer, Speedfans und einfach jeder, voll auf seine Kosten kommt.

Der Flachwasserspot, an dem auch das Surf & Action Center liegt, befindet sich im Südwesten der Insel Sao Vicente, bei dem kleinen Fischerort Sao Pedro. Die Bucht ist zwei Kilometer lang, der Wind kommt side-offshore von links und zaubert eine spiegelglatte Speedpiste neben den breiten Sandstrand. Den konstantesten Wind findet ihr auf einer Strecke von etwa 800 Metern, etwas östlich der Surfstation. Da der Strand recht sanft abfällt, gibt es keinen zu starken Shorebreak – auch an Tagen, an denen 2,5 Meter Swell angesagt ist, kommt hier maximal 1m Shorebreak an. An der Station könnt ihr einen Shorebreak-Service in Anspruch nehmen.

© Kirsten Schreiber
Der Flachwasserspot in Sao Pedro
Der Flachwasserspot in Sao Pedro

Seit 2012 gibt es hier eine Surfstation auf dem Gelände des Hotel Foya Branca. Die kleine Station hat Fanatic- und Tabou-Boards und Riggs von NorthSails und Gaastra. Es gibt einen guten Service – inklusive Shorebreak-Service. Der Schulungsschwerpunkt liegt bei Halsen, Speed fahren und dem Manövertraining - wenn ihr zur richtigen Zeit da seid, könnt ihr euch beim Training mit dem Freestyle-Profi Adi Beholz die besten Tipps geen lassen. Für eure Sicherheit liegt ein Schlauchboot bereit, ein Mitarbeiter der Station behält euch auf dem Wasser im Auge und es gibt wasserdichte WalkyTalkys, die ihr mit aufs Wasser nehmen könnt.

© Kirsten Schreiber
Aktuelles Material ist hier selbstverständlich
Aktuelles Material ist hier selbstverständlich

Der Wind kommt side-offshore von links vom Flughafengelände – auf dem natürlich kaum Hindernisse gibt. Generell liegen die Kapverden in der Passatwindzone. In den Wintermonaten gibt es hier also meist Nordostwind. Dieser wird zwischen den beiden Inseln Sao Vicente (mit einem Gebirge mit bis zu 750 Metern Höhe) und Sao Antao (mit einer Gebirgskette mit bis zu 1950 Metern Höhe) durch einen Leitplankeneffekt verstärkt. Direkt an dem Fischerort Sao Pedro kommt noch ein Tragflächeneffekt der örtlichen Topographie hinzu – dadurch liegen die tatsächlichen Messwerte generell um 6-10 Knoten höher als die Vorhersagen bei Windguru und Windfinder, die die lokalen Effekte nicht berücksichtigen. Eine Vorhersage um die zehn Knoten kann hier also schon gut fahrbar sein!

© Kirsten Schreiber
Der Wavespot Topim – for cracks only
Der Wavespot Topim – for cracks only

Alternative Spots: Der Leitplankeneffekt verstärkt den Wind in der gesamten Meerenge zwischen den beiden Inseln Sao Vicente und Sao Antao. Neben dem hier beschriebenen Flachwasserspot gibt es einen Kitespot in der nödlichen Bucht von Salamansa, mit einer kleinen Kitesation, Side-Onshore-Wind, Wellen in 3er bzw. 4er Sets und 50 Metern Stehbereich, sodass man keine Probleme mit dem Shorebreak bekommen sollte.
500 Meter weiter in Luv gibt es gleich mehrere Ponitbreaks, an denen sich sowohl Windsurfer als auch Kiter austoben können.
Im Osten der Insel liegen die beiden Wavespots Calhua und Topim, die beide nur für Könner geeignet sind.

Als besonderes Highlight könnt ihr euch auf Ein- oder Mehrtagestrips auf dem Surf-Motor-Katamaran ITOMA zu den Spots fahren lassen. An Board werdet ihr all-inclusive versorgt und findet sogar eine Surfstation.

An diesem Spot findet auch das 45plus-Speedy & Jibe Learnival statt - ein Glattwasser-Speedevent mit Komfort, gemütlichem Rahmenprogramm und traumhaften Laborbedingungen auf dem Wasser. Das nächste Learnival startet am 13.01.2016.

Unterkünfte: Es gibt nicht viele Hotels auf der kleinen kapverdischen Insel. Die Surfstation liegt auf dem Gelände des Hotels Foya Branca mit einer Poolanlage, einem Spielplatz für die Kleinen und einem Tennisplatz für Großen, Beachrestaurant und –bar, einem tollen Ausblick und noch einigem mehr. Der kostenlose Pendelbus des Hotels fährt mehrmals täglich in das Stadtzentrum von Mindelo.

Anreise: Mehrmals die Woche fliegt die TAP von verschiedenen deutschen Städten via Lissabon nach Sao Vicente. In nur 6,5 Stunden Flugzeit zu erreichen, sind die Kapverden von uns aus das wohl am nächsten gelegene wirklich windsichere Revier. Wer samstags hinfliegt und sonntags zurück, wird meistens keine Übernachtung in Lissabon benötigen – die manchmal notwendige Zwischenübernachtung wird von TAP Lissabon aber kostenlos für euch gebucht. Nonstop fliegt TAP einmal wöchentlich außerdem von Amsterdam und Paris aus. Alternativ kann man mit TACV fliegen, so kann man bis zu 400 € sparen. Sal als Zwischenstopp ist ebenfalls problemlos möglich: Für etwa 60 € kommt man täglich von Sal nach Sao Vicente, ebenfalls mit TACV. Ab der kommenden Saison fliegt außerdem TUIFly von Amsterdam aus direkt nach Sao Vicente. Vom Flughafen zur Station sind es nur noch 2 Kilometer.

Buchen könnt ihr unter anderem über die Surf & Action Company, hier gibt es auch ein anschauliches Reviervideo.

Fortgeschrittene Windsurfer finden einen ausführlichen Spot Guide mit allen Infos auch zu den Wavespots in der surf-Ausgabe 04/2013 oder im Reisecenter des surf-Magazins.

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