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Aufsteiger-Spot des Monats - Hvide Sande am Ringkøbing Fjord

24.08.2017 Jenny Eschenbach - Du kannst mit uns auf Reisen gehen und jeden Monat einen neuen Windsurfspot entdecken. Wir suchen dir weltweit aufsteigerfreundliche Spots heraus wo du Wind, Stehrevier und die passende Infrastruktur findest, um dein Können immer weiter zu verbessern.

© John Carter

Gerade mal drei Autostunden von der deutsch-dänischen Grenze entfernt, liegt der gemütliche Fischerort Hvide Sande auf einem Landstreifen von nicht mal einem Kilometer Breite. Dieser schmale Streifen trennt Nordsee und Ringkøbing Fjord voneinander und schafft einen Ort mit Windsurfbedingungen für jedes Können. Im Sommer tummeln sich hier viele Touristen, in der Nebensaison trifft man hier neben den Anwohnern bloß noch ein paar Urlauber, auf der Suche nach Ruhe, Herbststürmen und Kamingeprassel sowie natürlich eine Handvoll hartgesottener Surfer.

Anreise: 

Auf der A7 entlang geht es ab Hamburg immer Richtung Norden, an Flensburg vorbei und schon seid ihr in Dänemark. Bis nach Hvide Sande liegen jetzt grad mal noch 200 Kilometer vor euch, für die man durch das Tempolimit von maximal 90 km/h und einer guten Strecke auf Landstraßen durchaus drei Stunden braucht - Zeit, in der man die Veränderung der Landschaft in aller Ruhe bewundern kann. Üblicherweise fahrt ihr auf der E45 Richtung Koldig, dort wechselt ihr auf die E20 Richtung Esbjerg. Kurz vor der Stadt biegt ihr auf die 11 ab und folgt den Schildern Richtung Varde. Die Stadt verlasst ihr schließlich auf der 181 Richtung Nymindegabvej. Von Nymindegab sind es dann noch 20 Autominuten auf der 181 gen Norden bis ihr die Ortsschilder von Hvide Sande passiert.

Reisezeit, Wind und Wetter:

Die beste Reisezeit ist von Ende April bis Oktober, dann solltet ihr temperaturtechnisch üblicherweise oberhalb der magischen 10-Grad-Marke liegen. Windmäßig werdet ihr das ganze Jahr über gute Tage haben - am meisten Wind gibt es natürlich im Frühjahr und Herbst, doch auch im Sommer ziehen hier kräftige Tiefdruckgebiete entlang und sorgen für schöne Stunden auf dem Wasser. Oft fungiert der gut 15 Kilometer breite und 30 Kilometer lange Ringkøbing Fjord als Wetterschneise: Sonnenschein im Norden und Shit-Wetter im Süden oder umgekehrt. Entsprechend findet ihr dann auch den Wind vor. Für die aktuelle Wind- und Wetterlage checkt am besten die Vorhersagen des DMI (Danish Meteorological Institute) oder des FCOO (Forecast Center for Operative Oceanography).

© Axel Reese
Wave-Fans werden bei Wind aus NNW auf der Nordseeseite am Spot Hvide Sande Süd fündig.
Wave-Fans werden bei Wind aus NNW auf der Nordseeseite am Spot Hvide Sande Süd fündig.

Spotbedingungen:

Wer Flachwasser, ein Stehrevier und vielleicht auch noch etwas Komfort sucht, ist auf der Fjordseite genau richtig. Hier gibt es nördlich vom Ort den Spot Hvide Sande Nord und südlich den Spot Argab. Mit ihren Stehbereichen von mehr als 500 Metern braucht ihr euch hier auch bei dem ablandig wehenden Westwind keine Sorgen machen. Bei lange andauerndem, sehr starkem Westwind kann es hier schon mal sehr flach werden - achtet  auf Untiefen! Zusammen mit Schönwetterlagen kommt der Wind typischerweise aus Ost und somit auflandig über den etwa 15 Kilometer breiten Rinkøbing Fjord und beschert euch Bump & Jump-Bedingungen.

Wer sich in der Welle austoben will, sollte mal auf der Nordseeseite vorbeischauen. Neben vielen weiteren Spots entlang der Küste, werdet ihr direkt im Ort südlich der Hafenmole fündig. Bekannt unter dem Namen Hvide Sande Süd rollen hier bei Wind aus NNW sauber geordnete Wellen rein. Je näher ihr an der Steinmole seid, desto niedriger der Shorebreak - bei großen Wellen solltet ihr aber nicht zu nah ran fahren - dann kann die Mole auch eine echte Gefahr darstellen. Die besten Bedingungen findet ihr bei Niedrigwasser. Ist grade eine dickes Tief durchgezogen, könnt ihr mit etwas Glück auch noch schöne Bedingungen zum Wellenreiten abgreifen.

Alternativ-Spots: Eine Vielzahl an weiteren Spots am Ringkøbing Fjord in anderen Teilen Dänemarks findet ihr in unserer Karte - die Einträge werden stetig aktualisiert. Schaut einfach mal hier rein!

© John Carter
Direkt neben dem Spot Hvide Sande Nord mit dem Surf-Center Westwind Nord findet ihr als Flauten-Alternative eine Wakeboardanlage der Extraklasse.
Direkt neben dem Spot Hvide Sande Nord mit dem Surf-Center Westwind Nord findet ihr als Flauten-Alternative eine Wakeboardanlage der Extraklasse.

Surfschulen und Shops:

In Hvide Sande habt ihr gleich zwei Surfschulen zur Auswahl. Beide werden von Westwind betrieben und bieten euch sowohl Windsurf-Kurse als auch Kitesurf-Kurse auf dem Fjord an. Ihr könnt euer Material ab 7 € am Tag in sogenannten Riggställen direkt am Spot lagern, euch Material (von den verschiedenen Boards über Segel, Paddel, Trapeze bis hin zum Neo) ausleihen oder im jeweiligen Shop stöbern. Auf der Nordsee-Seite könnt ihr unter Anleitung SUP paddeln oder Wellenreiten lernen. Noch mehr Infos zur im Norden von Hvide Sande gelegenen Station findet ihr hier. Zur südlich gelegenen Station geht es hier.

Unterkünfte:

Dänemark ist wohl das Land der Ferienhäuser. In jedem Dorf gibt es zentrale Vermittlungsbüros, oder ihr bucht vor eurem Trip im Internet eines der vielen Häuschen. Die Auswahl ist riesig. Die Preise variieren je nach Saison - gerade im Frühjahr und Herbst könnt ihr oft günstig wunderschöne Häuschen - meist mit Kamin, manchmal sogar mit Sauna fürs Aufwärmen nach einer kalten Surfsession - mieten.

Für alle, die ihre eigenen vier Wände mitbringen: Entlang der Nordseeküste gibt es zahlreiche, oft auch kostenfreie, Parkplätze für den Tages-Strandausflug. Nachts dürft ihr dort aber nicht stehen bleiben - während die Dänen früher noch recht kulant waren, wird das inzwischen auch kontrolliert und geahndet. Dafür gibt es zahlreiche Campingplätze in Spot- und Wassernähe, auf denen ihr zu normalen Preisen stehen und eine heiße Dusche nach dem Surfen genießen könnt. Die meisten Campingplätze haben üblicherweise nur in der Sommer-Saison geöffnet.

© Andreas Erbe
Ein Strandspaziergang an der Nordsee lohnt sich immer - bei Sonne genauso wie bei Sturm.
Ein Strandspaziergang an der Nordsee lohnt sich immer - bei Sonne genauso wie bei Sturm.

Alternativprogramm:

Gerade in den Sommermonaten ist der gemütliche Fischerort Hvide Sande schön belebt und bietet von schönen Restaurants bis hin zu urigen Greschäften allerlei. An windstillen Tagen lohnt sich eine Radtour an der Küste oder am Fjord entlang - die Fahrradwege sind hier gut ausgebaut. Direkt neben dem Spot Hvide Sande Nord findet ihr eine Wakeboardanlage der Extraklasse. An stürmischen Tagen lohnt sich für alle Nichtsurfer (und vielleicht auch den ein oder anderen Surfer) ein Strandspaziergang an der Nordsee!

Hinweis für Kitesurfer:

Traditionell sind an allen drei hier beschriebenen Spots nur Windsurfer unterwegs - verantwortungsbewusste Kiter werden aber toleriert. Herzlich willkommen sind Kiter auf dem Ringkøbing Fjord beispielsweise im südlicher (bzw. südöstlicher) gelegenen Skaven Strand und Bork Havn.

Ihr wollt auch noch die anderen Strände und Spots in Dänemark entdecken? Dann klickt euch doch mal hier in unseren Spot-Finder. Ausführliche Reiseberichte mit vielen Infos zu den Spots entlang der Küste findet ihr im Dänemark-Bereich im Reiscenter des surf-Magazins.

© John Carter
Sarah-Quita Offringa genießt die Freeridebedingungen auf der Fjordseite...
Sarah-Quita Offringa genießt die Freeridebedingungen auf der Fjordseite...
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