Test 2016: Freestyle-Waveboards 95

30.09.2016 Surf Testteam - Drei gegen eine ist unfair? Stimmt! Wenn Thruster gegen Single-Fins antreten, hängt es von den Bedingungen ab, wie der Vergleich ausfällt – und von den Vorlieben. Weil an den Finnen aber immer auch noch ein Board hängt, das genauso viel Einfluss hat, ist dieser Test besonders spannend.

© Stephan Gölnitz
Naish Global 98, Tester: Frank Lewisch, Spot: Langebaan
Naish Global 98, Tester: Frank Lewisch, Spot: Langebaan

Verrät die Finnenzahl bereits alles über ein Board? Weitgehend ja, doch im Detail entscheidet das Gesamtkonzept. So überrascht es nicht, dass die Single-Fin-Boards mit der besten Freeride-Eignung abschneiden. Besonders bei löchrigem Wind und beim Höhelaufen bieten die langen Flossen Vorzüge. Aber auch die Thruster mit teils recht großen Mittelfinnen schlagen sich im Flachwasser wacker, bleiben bei viel Wind sehr gut kontrollierbar und eröffnen dir die Tür zum richtigen Wavesurfen. Wer also bereits jetzt einige gemäßigte Wavespots unter seinen Favoriten gebookmarkt hat oder das zumindest vorhat, liegt in dieser Gruppe genau richtig. Aber auch für Freerider, die einen komfortablen Starkwindhobel suchen, stimmt das Angebot.  Neben reinrassigen Waveboards oder Slalom-Racebrettern für die Spezialisten bietet diese Gruppe das breiteste, vielseitigste Spektrum für Segel von sechs Quadratmeter und kleiner.

Den gesamten Test mit allen Ergebnissen dieser Freestyle-Waveboards gibt's unten als PDF-Download:

• Angulo CV1 90
• Fanatic FreeWave 96 TE
• Goya One 95
• JP-Australia Freestyle Wave 93 Pro
• Naish Gobal 98
• Naish Starship 100
• Novenove Style Wave 95 CKV
• Patrik F-Cross 93
• Quatro Tetra Thruster 99
• RRD Freestyle Wave Ve 94 LTD
• Starboard Kode FreeWave 94 Carbon
• Tabou 3S 96 LTD

Shapes: Ein deutliches V mit leichter Doppelkonkave und vielleicht einem kleinen Tailkick (Aufbiegung auf den letzten Zentimetern zum Heck) sind die Standard-Shapemerkmale in dieser Gruppe. 

Ausstattung: Bei den Schlaufenpositionen trennen sich die Ideologien. So bieten die meisten Marken neben der Mittelposition noch eine gemäßigte Freemoveposition für insgesamt vier Schlaufen an.

Finnen: Bei den Thruster-Finnen liegen zwischen den Center-Finnen teils mehrere Zentimeter. 

AUF DEM WASSER

Gleiteigenschaften: Die erste Disziplin geht an die Single-Fin-Boards. Dabei unterscheiden sich die Konzepte weniger im passiven Angleiten, sondern deutlich stärker durch die Beschleunigung, Durchgleiten und das allgemeine Gleit- und Speedgefühl. Die "Solisten" surfen mehr über die Finne, halten den Druck im Windloch länger, beschleunigen spürbar flotter und wirken "freeridiger".

Eng drehen und Welleneignung: Ein ganz klarer Punkt an die Thruster-Boards. Wenn dein neues Board auch regelmäßig gut durchgequirltes Salzwasser schmecken soll, führt eigentlich kein Weg an der Thruster-Option vorbei. In Onshore-Bedingungen drehst du viel über den hinteren Fuß, da hängen die Boards mit dem Dreizack im Heck einfach lockerer an den Zehen.

Easy Surfing: "Easy Surfing" – das steht für die Kombination aus leichtem Angleiten, softer Dämpfung, Laufruhe und Kontrollierbarkeit – besonders im Chop und bei viel Wind. Am liebsten garniert mit gutmütigen Powerhalsenqualitäten. Auch das findest du in der gemischten Gruppe. Denn neben den radikalen Nahezu-Waveboards, bieten vor allem die gemäßigten, vielseitigen Konzepte Aufsteigern in diese Volumensklasse sehr einfach zu surfende Starkwindboards.

Finnentuning: Wir haben Starboard (serienmäßig) und Fanatic (Zubehör) von drei auf eine Finne und dazu auch von drei auf vier Schlaufen umgebaut. Sofort spürbar:

Test-Fazit: "Alles drin!" Diese Testgruppe umfasst von wirklich gut Wellen-geeigneten Boards bis zu komfortablen Freeridern das gesamte Spektrum. Finnentuning ist gerade in dieser Brettklasse besonders sinnvoll, so lassen sich diese Boards mit einer kurzen Freestyle-Finne, einem langen Freemove-Stachel oder einem radikalen Thruster-Set-up noch spürbar in die gewünschte Richtung tunen.

© John Carter
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