Test 2016: Frühgleitmaterial

03.11.2016 Stephan Gölnitz - Gleiten ohne Schaumkronen ist wie der Traum vom Fliegen, nur – es ist machbar. Der Test soll dabei nicht zeigen, welches Material bei der kleinsten Ziffer auf dem Windmesser losgeht, die Antwort wäre zu einfach. Aber mittlerweile gibt es viele, ganz unterschiedliche Wege, um bei drei Windstärken ins Rutschen zu kommen. Und hier findest du vermutlich auch deinen.

© Stephan Gölnitz
Test 2016: Frühgleitmaterial (Lorch Bird 179)
Test 2016: Frühgleitmaterial (Lorch Bird 179)

Ein Formulaboard mit 11,0er-Segel, das ist die Kombi, vor der auch jeder Foil­kiter zittert. Ohne Frage ist das das geeignete Material, um im unteren einstelligen Knoten-Bereich bereits über den See zu düsen. Das erforderliche Fahrkönnen dafür ist aber sehr hoch, das Material schwer und sperrig und die Frage stellt sich für die meisten Surfer nicht. Neben diesem Königsweg, den jeder gehen muss, der als absolut Erster gleiten will, haben wir vier weitere Varianten ausprobiert, getestet und verglichen.

Es geht dabei darum, welcher Typ du bist und welches Board dazu passt. Für den einen ist es der Easy Glider, der dich mühelos, mit der geringsten Anstrengung ins Rutschen bringt. Vielleicht reizt dich aber auch das Foil-Windsurfen. Hier hast du noch die Chance als Pionier dabei zu sein, aber auch als Versuchskaninchen. Auch diese Variante haben wir ausprobiert, mit den beängstigenden Unterwasserkonstruktionen, die das Fliegen übers Wasser verheißen, mit wesentlich kleineren Segeln als zuvor. Was auch immer dein Traum vom Fliegen ist, entspanntes Dahingleiten mit dem klassischen Freeridefeeling, atemberaubender, aber auch anspruchsvoller Slalomspeed oder ein ganz neues, schwereloses Schweben auf dem Foil – Gleiten bei zehn Knoten und weniger ist in vielen Formen möglich, es kommt nur darauf an, was man will.

Man kann allerdings wollen, was man will, das Körpergewicht kann man nicht wegdiskutieren. Deshalb haben wir auch versucht, die unterschiedlichen Gewichtskategorien zu berücksichtigen. Während ein 100-Kilo-Surfer zwar mehr Boardvolumen benötigt, kann er dafür ein 11,0er-Segel auch kraftvoll anpumpen, wo der  80-Kilo-Typ ohne ausreichend träge Masse nur hilflose Klimmzüge an der Gabel veranstaltet und mit einem leichteren 8,6er oft besser bedient ist.

Den gesamten Artikel über Frühgleitmaterial mit diesem Themen gibt es unten im Download-Bereich als PDF:

EASY GLIDER

Gleiten ohne Pumpen, lässig wie mit dem 8-Zylinder losbollern. Wer Frühgleiten nicht als Freiluft-Fitnessstudio sieht, braucht einen Untersatz mit Gleitautomatik. Breit muss er sein, aber vor allem auch lang genug.

Getestete Boards: Lorch Bird 179 und JP-Australia Magic Ride 154


SPORTS RIDER

Wer mehr Volumen benötigt als in einem "normalen” Slalomboard, wer besonders große Segel einsetzen möchte, wer sportliche Fahrleistungen bei Leichtwind erwartet, aber vor dem Formulaboard zurückschreckt und ein deutlich einfacher zu surfendes Board sucht, der wird hier fündig.

Getestete Boards: JP-Australia Super Lightwind und Starboard Ultrasonic 147 Carbon Reflex


FRÜHZEITIG VOLLGAS

Für die Bleifuß-Fraktion gibt es eigentlich nur eine Wahl. Oder doch nicht? Neben dem klassischen, 85 Zentimeter breiten Worldcup-Slalomracer haben wir noch eine Sondergröße in den Vergleich genommen. Die passt mit 91 Zentimeter Breite nicht ins Slalom-Reglement, könnte für Hobbyracer aber durchaus interessant sein.

Getestete Boards: Novenove WC SL 131 und RRD X-Fire Lightwind V2 147


FOILS FOR FREAKS

Sehen wir hier die Zukunft des Leichtwindsurfens? Foils wecken Hoffnungen, doch wie groß ist das Potenzial wirklich? Unsere ersten Testfahrten versprechen einiges. Für einige wird das vielleicht erst der interessante Einstieg ins Leichtwindsurfen, klassische Boards verdrängen werden sie aber wohl vorerst nicht.

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