Test 2016: Slalom-Raceboards 80-82

28.09.2016 Surf Testteam - Die Zeiten, in denen Profis mit Materialvorteil das Feld dominieren, sind lange vorbei. Verdammt eng liegen auch diese Boards beieinander. Doch auch für Hobbyracer sind interessante Unterschiede zu finden.

© Stephan Gölnitz
Fanatic Falcon 129 TE (hinten), JP-Australia Slalom 82 PRO
Fanatic Falcon 129 TE (hinten), JP-Australia Slalom 82 PRO

Während im Worldcup zumindest die "schweren" Fahrer bei Leichtwind zum 85 Zentimeter breiten Board greifen, ist im Verkauf in Deutschland bei den meisten Marken die Größe darunter deutlich stärker gefragt. Denn während unter Worldcup-Racern "schwer" bei gut 95 Kilo anfängt und die "Leichten" immer noch weit über 80 Kilo auf die Waage bringen, sieht das unter Amateur-Racern häufig doch etwas anders aus. Der 85er-Bolide passt außerdem wirklich gut auch eigentlich nur zu 8,4 Quadratmetern und größer, das 80er- oder 82er-Board verträgt dagegen auch noch das 7,8er-Segel. Mit zwei North Sails Warp 8,4 konnten wir auf Segel zurückgreifen, die von der Charakteristik zwischen Power und Kontrolle sehr ausgewogen wirken. Beste Voraussetzungen also für gute Test-Runs.

Erstaunlich war, welche Finnen mittlerweile passen. Noch vor wenigen Jahren hätten auch unsere Tester vermutlich intuitiv zur 44er bis 47er gegriffen. Für diesen Test hatten wir Finnen zwischen 41 und 43 Zentimeter im Einsatz. Das hängt auch schwer vom Kurs ab, wer "privat" fährt, ist mit dieser Finnenbestückung bestens unterwegs und auch für DWC-Slaloms mit leichten Raumwindkursen ist dies die beste Wahl. Lediglich bei langen Schlägen mit Amwindstrecken (Paradebeispiel: Lake Crossing Garda­see) wird man mit einer größeren Flosse einen besseren Schnitt fahren.

Den gesamten Test mit allen Ergebnissen dieser Freestyle-Waveboards gibt's unten als PDF-Download:

• Fanatic Falcon 129 TE
• JP-Australia Slalom 82 Pro
• RRD X-Fire V8 122 Ltd
• Starboard iSonic 124 Carbon Refelx
• Tabou Manta 81 Team

Shapes: Auffälligstes Shapemerkmal im Deck ist bei allen Boards die stark bis sehr stark ausgeprägte "Mulde", die Ausdünnung des Boards Richtung Bug, von der Mastspur an oder sogar bereits vom Bereich der vorderen Fußschlaufen. So wird die Masse im vorderen Bereich des Boards reduziert und die Mastspur für bessere Kontrollierbarkeit tiefer gelegt. Die teils extra andersfarbig lackierten Einschnitte im Unterwasserschiff sollen nicht nur die Rennoptik verstärken – was aber nicht übersehbar ist – sondern auch die Fahrleistungen verbessern. So surfst du auf einem vergleichsweise schmalen Heck und hast dennoch den Vorteil, nämlich den großen Hebel durch weit außen positionierter hinterer Fußschlaufen.

AUF DEM WASSER

Gleiteigenschaften: Auch wenn wohl kaum ein Racer so lange warten kann, bis es im Automatik-Modus ins Rutschen geht, für den Hobby-Surfer haben wir das dennoch getestet. Auch wenn die Unterschiede – wie insgesamt bei den Fahrleistungen – gering sind, lassen sich doch drei Leichtwindmeister ausmachen. 

Speed – High Wind:  Für den Top-Speed auf einem Slalomhobel sind kaum Grenzen gesetzt: Finne, Segel und Fahrkönnen spielen die entscheidende Rolle. Boards mit besonders guter Kontrollierbarkeit machen es aber dem Normalsterblichen einfacher – oder ermöglichen es erst – in die Nähe der, je nach Windstärke, ganz unterschiedlichen "Schallgeschwindigkeit" zu kommen. 

Manöver: Auch wenn die Manöverwertung hier zum Schluss steht, im Rennen werden an der Tonne wertvolle Meter gewonnen – oder verloren. Da ist es nicht verwunderlich, dass alle Boards in weiten Radien flüssig und mit gutem Gleitpotenzial durch die Halse gehen. 

© SURF Testabteilung
Test 2016: Slalom-Raceboards 80-82 - Board Guide
Test 2016: Slalom-Raceboards 80-82 - Board Guide
© John Carter
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