Besser Ducken mit Davy Scheffers

31.08.2016 Davy Scheffers, Manuel Vogel - Ducken wie ein Profi – Das Durchtauchen auf die andere Segelseite öffnet beim Freestylen die Tür in eine neue Welt – die der Powermoves wie Bob, Kono oder Culo. Freestyle-Pro Davy Scheffers zeigt dir wie’s geht.

© Ydwer van der Heide
Davy Scheffers
Davy Scheffers

Ideale Bedingungen: Flachwasser, 15-22 Knoten
Ideales Material: Neutrale Freestylesegel zwischen 4,4 - 5,2 qm
Lernvoraussetzungen: Duck Tack, Duck Jibe


Lernvoraussetzungen: Duck Tack, Duck JibeDer "Duck" eröffnet dir die Welt der Powermoves! Wichtig ist ein neutrales Segel, reine Freestyletücher sind speziell dafür gemacht. Wenn du ein Wavesegel benutzt, trimme am Vorliek etwas weniger als gewöhnlich, das Loose Leech verschwindet dann und es entwickelt sich weniger störendes Eigenleben. Größen zwischen 4,4 und 5,2 sind ideal, bei Wind über 25 Knoten wird es zunehmend haarig. Und so geht’s:

1) Stelle sicher, dass du auf beide Seiten genug Platz hast, es wird ja auch mal schiefgehen. Halte nach einer möglichst glatten Stelle ohne Chop Ausschau und hake dich aus dem Trapez aus.

2-3) Ideal für den Duck ist Halbwind bis leichter Raumwindkurs. Die Masthand übernimmt den Job, das Rigg in der Segelebene schräg nach vorne Richtung Luv und Bug zu verschieben. Halte sie dazu dicht am Körper und verschiebe das Segel auf der Segelebene. Dazu ist es wichtig zu verstehen, mit welchem Wind du eigentlich surfst: Dem relativen Wind! Dieser ist eine Mischung aus dem atmosphärischen, tatsächlich wehenden Wind (3a, der auf Halbwind genau von der Seite kommt) und dem Fahrtwind (3b, der immer genau von vorne kommt). Der relative Wind (3c) ergibt sich aus diesen Winden und kommt demnach schräg von vorne – und genau dahin musst du dein Segel beim Ducken verschieben, um es neutral zu stellen.

4) Versuche das Verschieben in einer flüssigen Bewegung und greife über Kreuz nach hinten aufs Endstück. Tipp: Belaste während des Duckens konsequent die vordere Hacke, sonst würgst du über eine Heck- oder ungewollte Leekantenbelastung den Speed ab.

5-7) Schwebt das Segel neutral, hast du den perfekten Winkel getroffen. Ziehe das Schothorn aktiv unter den Körper Richtung Heck, dadurch kannst du mit der neuen Masthand an der Gabel weit nach vorne greifen und den Mast auf Distanz halten. Auch in dieser Phase belasten die Hacken immer leicht die Luvkante.

8) Halte die Spannung im Körper und den Mast mit der vorderen Hand auf Distanz. Jetzt fällt die Entscheidung, welcher Move es sein soll – Culo oder Kono? Dazu bald mehr.

© Ydwer van der Heide
Besser Ducken von Schritt 1-8 (v.k.n.r.)
Besser Ducken von Schritt 1-8 (v.k.n.r.)

Fehleranalyse

Mit Windstärke, Speed und Kurs verändert sich auch immer der Winkel für das Ducken – das macht die Technik so schwer. Zwei Probleme treten dabei auf.

Segel rotiert nach Lee: Schlägt das Segel beim Ducken ungewollt über Bug (9-11) bevor du die neue Gabelseite erreichst, schiebst du das Rigg beim Einleiten zu sehr nach vorne Richtung Bug. (9) Tipp: Versuche den Mast beim Ducken etwas mehr nach Luv Richtung Wasser kippen zu lassen.

© Ydwer van der Heide
Fehleranalyse: Schritt 9-11 (v.l.n.r.)
Fehleranalyse: Schritt 9-11 (v.l.n.r.)

Segel stürzt nach Luv ab: Knallt dir der Mast ungebremst ins Wasser (12-14), ist das ein Zeichen dafür, dass du das Segel beim Ducken zu sehr nach Luv verschiebst (12). Tipp: Verschiebe es beim nächsten Versuch mehr Richtung Bug.

© Ydwer van der Heide
Fehleranalyse: Schritt 12-14 (v.l.n.r.)
Fehleranalyse: Schritt 12-14 (v.l.n.r.)

© Ydwer van der Heide
Davy Scheffers
Davy Scheffers

Viele Grüße, euer Davy. 

© John Carter/Starboard
Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 8/2016 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe ist leider vergriffen.
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