So wird aus dem Auto ein Surfmobil

27.10.2016 Sebastian Schöffel - Wer sein Auto zum Surfmobil umbaut, ist allzeit bereit. Sei’s für den schnellen Feierabend-Surf am See oder den ausgedehnten Urlaubs-Trip. Wir stellen euch in loser Folge Ausbauten für verschiedene Fahrzeugtypen vor. Heute: Der Fotograf und leidenschaftliche Surfer Sebastian Schöffel hat sich einen Renault Traffic vorgenommen.

© Sebastian Schöffel
Sebastian Schöffel So wird aus dem Renault Trafic L2H1 ein Surfmobil
Sebastian Schöffel So wird aus dem Renault Trafic L2H1 ein Surfmobil

Ausgedacht und gebaut habe ich den Ausbau selbst und konnte ihn jetzt in Version zwei noch mal verfeinern – bei meinem ersten Trafic fiel das Getriebe nach 350000 Kilometern raus. Gut bewährt hat sich bereits in der ersten Version die Modulbauweise, mit der es mit nur einem Klick möglich ist, je nach Materialumfang entsprechende Elemente zu entnehmen und wieder einzusetzen.

© Sebastian Schöffel
Platz ist in der kleinsten Hütte. 
Platz ist in der kleinsten Hütte. 
© Sebastian Schöffel
Mit einem durchdachten Ausbau lassen sich viele Bus Varianten zu komfortablen Alleskönner umrüsten. 
Mit einem durchdachten Ausbau lassen sich viele Bus Varianten zu komfortablen Alleskönner umrüsten. 
© Sebastian Schöffel
Auf viereinhalb Quadratmeter passen Mensch und Material. 
Auf viereinhalb Quadratmeter passen Mensch und Material. 

Es gibt drei Nutzungs-Szenarien, die sich bei mir über die Jahre entwickelt haben:

1) ALLEINE: 4-5 Segel, 1-3 Boards (Slalom/Freestyle/Wave oder auch 1 SUP 8’6’’ findet unterm Bett Platz), 1-2 Gabeln, 3-4 Masten, Bike (als Flautenalternative).
Ich geh alleine zum Surfen und habe alternativ mein Bike dabei, welches bequem hinter die Sitze passt. Hierzu muss ich nur die Sitzmöglichkeit hinter dem Fahrersitz hochheben und in die Aussparung am vorderen Bettende legen. Schlafen kann ich sehr bequem!

2) ZU ZWEIT: 6-8 Segel, 3-4 Boards, 2-3 Gabeln, 4-6 Masten, 2 Wellenreiter (die müssen über Nacht in den Fahrerraum).
Ich bin mit meiner Freundin oder einem Kumpel unterwegs und wir haben einiges an Material dabei. Jetzt entnehme ich das Brett unterhalb des beweglichen Kopfteils am Bett und kann ein weiteres Board (je nach Größe auch zwei) durchladen. Auf dem Kasten am Boden hinter dem Fahrersitz steht meist die Kühlbox und PortaPotti. Schlafen zu zweit ohne Probleme machbar, Bett misst 122 x 200 cm. Material immer noch komplett unterm Bett. Der bewegliche Tisch findet immer eine passende Stelle! Auch die Stütze ganz hinten unterm Bett ist "lose" und kann je nach Heckbreite (Slalom/Freestyle) einfach umgesetzt werden.

3) WINTER: Auch zu zweit oder Skitour: 4-5 Segel, 1 Board, 1 Gabel, 2-3 Masten, 1-3 Ski/Snowboards.
Da sich die Standheizung (2 Auslässe) direkt unter dem Beifahrersitz in Richtung Heck befindet, kann ich per Klick alle offenen Flächen des Bettkastens mit einfachem Bretteinsatz verschließen. Somit heize ich direkt in den Wohnraum und nicht das Material und den Hohlraum unterm Bett… Schlafen geht zu zweit wunderbar und jeder hat gut Platz. Man kann zwar nicht stehen, aber ganz entspannt drin sitzen und könnte mit bis zu fünf Leuchten (Sitzecke + Vordersitze) gemütlich Karten spielen und ein Bierchen zischen.

Kochen funktioniert mit dem Spirituskocher wirklich hervorragend. Spiritus kostet kaum etwas, hält ewig und die Hitze ist beim Origo 3000 mit Gas zu vergleichen! Ganz nebenbei spare ich mir die lästige TÜV-Gasabnahme.

Fenster habe ich absichtlich keine eingebaut und die hinteren sogar noch verdunkelt. So falle ich weniger als Wohnmobil auf und auch die Einbruchgefahr sinkt deutlich! Mit viel indirekter Beleuchtung wird es im Innenraum, wie man sieht, dennoch wohnlich warm. Das Hauptlicht kommt tagsüber übers Dachfenster, was unglaublich hell macht im Vergleich zu einem oder mehreren Seitenfenstern. Das Dachfenster dient gleichzeitig als Entlüftungsmöglichkeit und wird für den TÜV für die Sonder-Kfz-Zulassung vorausgesetzt. Gerade im Sommer wirkt es, mit leicht geöffneten Vorderfenstern, wie ein Kamin.

Der Stauraum reicht für meine Ansprüche sehr gut aus, ich bekomme ja alles unters Bett und war schon sehr oft unterwegs damit. Ich vermisse, wenn überhaupt, nur die Stehhöhe. Da man im Sommer aber sowieso viel draußen ist, hat es mich bisher nicht gestört. Bei Regen kann man entspannt sitzen oder im Bett lümmeln, was will man mehr… Neo an-/aus- und umziehen geht auch easy.

© Sebastian Schöffel
Kein Kubikzenti­meter bleibt ungenutzt.
Kein Kubikzenti­meter bleibt ungenutzt.

Die Oberschränke und der Schrank am Ende der Küchenzeile bieten sehr viel Platz für allerlei Klamotten, Handtücher, Kleinkram, Küchenzeug und Sonnencreme. Die Netze und Taschen sind für Kleinteile oder Neoprenzeug (Hauben, Handschuhe etc.) sehr nützlich.

Surfzubehör wie Verlängerungen, Finnen, Wachs, etc. packe ich immer in das kleine Extrafach über den Segeln und da es bis zur Spüle reicht, passt unendlich viel von dem Zeugs rein.

© Sebastian Schöffel
Alles hat seinen festen Platz und fliegt nicht in der Gegend rum. 
Alles hat seinen festen Platz und fliegt nicht in der Gegend rum. 

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