Schon seit 1999, als wir die Fotos des Baja Worldcups gesehen hatten, stand dieser Spot ganz oben auf unserer ‚To-surf-Liste‘. Doch erst jetzt, elf Jahre später, wurde dieser Traum wahr. Wenn auch mit einer letzten, kleinen Verzögerung – ein isländischer Vulkan mit unaussprechlichem Namen cancellte mit seiner Aschewolke unseren ersten Reisetermin.
Punta San Carlos ist nicht ganz einfach zu erreichen und auch der Massentourismus ist an diesem Spot noch nicht angekommen. Anders als an vielen Surfspots rund um den Globus kommt in PSC keine Hektik auf, wenn es darum geht Wellen zu erwischen. Selbst zu den Peakzeiten laufen hier mehr als genug Wellen für Windsurfer, Kiter, Surfer und Stand-Up-Paddler in Richtung Strand. Viel Platz für ein völlig stressfreies Nebeneinander.
In PSC gibt es nur zwei Optionen für Übernachtungen: Entweder man schläft im eigenen Van und zahlt dafür fünf US-Dollar pro Tag Platzmiete. In diesem Fall muss man aber wirklich alles mitbringen, denn vor Ort gibt es im Umkreis von zwei Stunden nichts! An ausreichend Trinkwasser denken!
Empfehlenswerte Alternative: “Luxuscamping All-inclusive” mit Solosports-> Kleine Ein- bis Zwei-Mann-Zelte, Schlafsäcke und Matratzen werden gestellt. Verpflegung und der Komfort im Camp sind unglaublich gut – alle Arten von Drinks, drei leckere mexikanische Mahlzeiten je Tag, eine eigene Bar samt Barkeeper, ein Aufenthaltsraum mit Pooltisch, Kicker, Dartscheibe, Fernseher für DVDs, Internetzugang via Satellit, Frischwasser, eine heiße Dusche je Person je Tag und vor allem: Jede Menge Spielzeug! In der Station gibt es tonnenweise sehr gut gepflegtes Windsurfmaterial (Ezzy Sails, Goya- und RRD-Boards, dazu eine ganze Wand voller Wellenreiter (Minimalibus und größer), einige SUP-Boards, sehr gute Full-Suspension-Mountainbikes, .... just pick any and enjoy! Das Windsurfmaterial wird nicht jedes Jahr komplett ausgetauscht, ist aber in sehr gutem Zustand. Preis, etwa 150 US-Dollar je Tag. Vor Ort braucht man nur noch etwas fürs Trinkgeld.
Ein ebenso staubiges wie abenteuerliches Alternativprogramm zum Wassersport bieten die Mountainbike-Trails durchs Hinterland. Echt abgefahrene Strecken durch die menschenleere Landschaft mit Namen wie ‚Rattlesnake Trail‘ oder ‚Snake Run‘ kann man entweder alleine oder lieber mit Guide abreiten. Auf jeden Fall aber in Begleitung von Klapperschlangen.
Leider mussten wir uns aber auch irgendwann wieder auf den Heimweg machen. Nach acht Stunden Fahrt durch Mexiko erreichten wir unbehelligt von Militärkontrollen und Drogenbaronen die Grenze zu den USA. Endlose Autoschlangen und hektische Menschenmengen vor den Schlagbäumen holten uns gleich wieder in die harte Realität zurück – zurück auf die Erde. Sogar das Schild am Grenzübergang passte perfekt: “Aliens, please present your identification!”
Alle Baja California-Infos findet ihr unten als PDF-Download.
Text und Fotos: Chris Hafer
„Endlich am Ziel. Jahrelang hatten
wir davon geträumt, dieselben Wellen zu shredden wie Dave
Ezzy, Matt & Kevin Pritchard, Jason Polakow und all die anderen großen Surfer.
Vom Bett direkt aufs Brett, in PSC kein leeres Versprechen.
Für die Anreise auf der Schotterpiste empfiehlt sich Vierradantrieb, der auch mal einen Abstecher zu einem riesigen Saguaro-Kaktus erlaubt.
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