Griechenland: Palekastro auf Kreta

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Die European Freestyle Pro Tour brachte die besten Trickser des Kontinents an den entlegenen Zipfel Kretas. Viele kommen wieder – auch ohne Contest.

„Ohne die Windsurfer wäre der Ort ausgestorben“ – glauben die Einheimischen von Palekastro, einem kleinen Dorf mit einem Meltemi-verwöhnten Surfspot im Osten Kretas. Seine Rettung verdankt Palekastro den beiden österreichischen Freestylern Chris Sammer und Hannes Unterweger und einem Tourismus-Manager.

 

Michalis Oikonomakis ist ein viel beschäftigter Mann. Zumindest seit einiger Zeit. Er kümmert sich gerne um alles selbst. Genauer betrachtet muss er sich um das Meiste selbst kümmern: Flyer gestalten, Plakate layouten, Pokale bestellen, Sponsoren eintreiben, Unterkünfte organisieren und Telefonate im Minutentakt abwickeln. Sieht man ihm bei der Arbeit zu, könnte man meinen, er versucht gerade die Olympischen Sommerspiele nach Kreta zu holen. Dabei ist es doch nur die European Freestyle Pro Tour (EFPT) der Windsurfer.

 

Michalis ist Tourismus-Manager von Palekastro und im Stress. Dabei könnte alles so entspannt sein. Er könnte, so wie damals, 25 Kilo schwerer hinter seinem Schreibtisch sitzen, schwitzen und Briefmarken an die wenigen Touristen verkaufen und jedes Jahr – gewissermaßen als Highlight – den einen oder anderen Folklore abend organisieren. Doch seit die Windsurfer den einsamen Osten Kretas für sich entdeckt haben, ist so manches anders geworden. Freestyle-Ass Chris Sammer und Hannes Unterweger eröffneten 2004 am Kouremenos Beach eine Windsurfstation. Chris ging wieder, Hannes blieb.

 

Obwohl die Windstatistiken jedes Jahr für sich sprechen, hat Kreta auch heute noch immer den Ruf der “Flauteninsel” und steht in der Gunst der Windsurfer nach wie vor im Schatten bekannterer Reviere wie Karpathos, Naxos oder Rhodos. Dabei sind die Grundvoraussetzungen die gleichen: Auch Kreta wird im Sommer konstant vom Meltemi belüftet. “Die gängigen Wetterdienste berücksichtigen allerdings nicht die lokalen Effekte”, weiß Stationsleiter Hannes. Dank thermischer Verstärkung kann man bei der üblichen Meltemi-Wetterlage getrost zwei Beaufort dazurechnen. Aus einer Zwölf-Knoten- Vorhersage wird dann schnell ein Tag mit dem 5,0er-Segel.”

 

Den gesamten Revierreport über Palekastro findet ihr unten als PDF-Download mit den Spots:

• Palekastro / Kouremenos

• Hotelruine zwischen Palekastro uns Sitia

• Faneromenis

• Xerokamps

• Tenda

 

Eine verfallene Hotelanlage gab den Namen für den Spot, der nur als „Ruine“ bekannt ist. Bei länger anhaltendem Meltemi baut sich eine gute Welle auf.

 

 

Text und Fotos: Manuel Vogel

 

 

 

In Palekastro ist die Welt noch in Ordnung – Surflehrer Giovanni schläft jahrein jahraus in der Hängematte vor der Surfstation. Belästigt wurde er bisher nur von nachtschwärmenden Urlauberinnen.

 

 

Finanzkrise sei Dank – der Spot Tenda wäre beinahe dem Yachthafen für eine 7000-Betten-Hotelanlage zum Opfer gefallen. Aber die Ebbe in der Kasse der Griechen verhinderte das Vorhaben.

 

 
26. Juni 2010

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