Spanien: Tarifa

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Dort wo Mittelmeer und Atlantik ineinander fließen, sich Europa und Afrika gegenüberstehen und Ost- und Westwind sich die Hand reichen, liegt das kleine Städtchen Tarifa. Ein wildes Paradies, das zuweilen lieblich anmutet, aber dessen Energie man gewachsen sein muss.

 

Man nennt sie “Locos”, die Verrückten. Und ganz Unrecht hat der Rest Spaniens nicht, mit dieser leicht spöttischen, wenn auch nett gemeinten Bezeichnung für die Einwohner des südlichsten Zipfels der Iberischen Halbinsel. Früher kam die Abkommandierung eines Soldaten auf die Isla Militaria vor Tarifa einer Strafversetzung gleich. Schuld daran: der starke Ostwind in der Meerenge von Gibraltar. Immerzu stürmt der Levante durch die kleinen Gassen des Städtchens, peitscht den feinen Sand über die zwölf Kilometer lange Küstenbucht und jault um die Bergkette des Parque Natural – zugegeben, da kann man nicht normal bleiben. Es sei denn, man weiß etwas mit dem vielen Wind anzufangen.

 

In den späten 70er-Jahren entdeckten die ersten Windsurfer das wilde Paradies für sich und seither gewinnt der Ort zunehmend an Beliebtheit. Keiner der Ureinwohner von Tarifa hätte je gedacht, dass ihnen gerade der verhasste Levante einmal zu Prestige und Reichtum verhelfen könnte. Denn schon lange leben die meisten Tarifeños nicht mehr vom Fischen, sondern in erster Linie vom Geld der Wassersport-Touristen. Und trotzdem oder vielleicht gerade wegen des starken Windes ist Tarifa über all die Jahrzehnte zu keinem verbauten Touristennest mutiert – wie man sie so zahlreich an anderen spanischen Küsten vorfindet. Dort, wo die Costa del Sol ihren Anfang nimmt, ist die Natur ursprünglich geblieben. Grund genug für viele Aussteiger aus aller Herren Länder, dieses Fleckchen Erde ihr Zuhause zu nennen. Eine Menge interessanter Geschichten könnte man erzählen, rund um die Menschen, die dieses wilde Paradies besiedeln, aber das würde den Rahmen sprengen.

 

Hier soll die Geschichte seiner Windsurf-Spots erzählt werden. Das Städtchen am südwestlichsten Punkt des europäischen Festlandes wird hauptsächlich von zwei Winden beherrscht, dem Ostwind (Levante) und dem Westwind (Poniente), die je nach Lage der Spots on-, side-, sideoff- oder offshore zu fahren sind. Levante ist der stärkere Wind, der vor allem in den Sommermonaten von Juni bis September seine volle Kraft entfaltet (sechs bis zehn Beaufort). Poniente ist dagegen etwas schwächer, erreicht aber im Herbst, Winter und Frühjahr gerne mal gute fünf bis sechs Beaufort. Einer der beiden Winde weht fast immer.

 

Die Infos zu diesen Spots findet ihr unten im PDF-Download:

1. Gibraltar

2. Getares

3. Punta Carnero

4. Playa Chica

5. Los Lances / Rio Jara

6. Dos Mares / Arte Vida

7. Hurricane Club Mistral / Camping Torre de la Pena

8. Valde Vaqueros / Punta Paloma

9. Bolonia

10. Canos de Meca

 

 

 

Text: Katharina Uhr und Ralf König, Fotos: Ralf König, Ben Welsh

 

Wildes Paradies für Windsurfer und Kiter an der Düne

 

Local Nacho Barroso mit einer Loose tongue into Something-Kombination vorm Rio Jara

 

Kurvige Naturschönheiten – freeriden zwischen zwei Welten in der Meerenge von Gibraltar. Im Hintergrund: der marokkanische Felsen Dschebel Musa. Nur 15 Kilometer trennen an der engsten Stelle Europa von Nordafrika.

 

Tarifa Beach

 

Playa Chica

 

Tarifa Stadt

 

 
20. Mai 2010

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