Dänemark: Spot Guide Nordjütland

19.07.2016 Manuel Vogel - Dänemark endet für viele am Muschelriff von Klitmøller. Doch wenn es stürmisch ist, kann sich auch der Weg ein paar Kilometer weiter gen Nordosten lohnen, denn zwischen Løkken und Skagen zeigt die Nordsee ihr entspanntes Gesicht.

© Manuel Vogel
Dänemark: Spotguide Nordjütland
Dänemark: Spotguide Nordjütland

Kaum eine Windsurfdestination hat in den letzten Jahren einen derartigen Zulauf erlebt wie das einstmals ruhige Fischerörtchen Klitmøller. Waren hier vor zehn Jahren nur wenige Verwegene aus dem Norden der Republik auf dem Wasser, sind die Bulli-Kennzeichen längst international geworden, der Begriff "Cold Hawaii" zur Marke, und am Muschelriff herrscht an windigen Sommertagen Betrieb wie in einem Bienenstock. Für die meisten Dänemark-Reisenden bedeutet diese Gegend das Ende der Windsurfwelt, dahinter kommt Norwegen, dann gleich der Nordpol. Und wer auf die größten und kraftvollsten Wellen der Nordsee steht, sollte auch weiterhin seine Surftage an den Spots rund um "Klitti" verbringen.

Doch wenn die Nordsee wieder mal brüllt und in Agger, Klitmøller oder Hanstholm nur noch die Experten zugange sind, oder wenn man es generell etwas entspannter und zahmer liebt, tut sich wenige Kilometer weiter gen Nordosten ein bislang vergessenes Paradies auf: Zwischen dem in der Jammerbucht gelegenen Løkken und Dänemarks nördlichster Stadt Skagen erstrecken sich einige der schönsten und längsten Sandstrände des Landes, endlose Dünenlandschaften und leere Windsurfspots. An einem windigen und warmen Wochenende im Juli sind wir auf die Suche gegangen und surften, während sich zeitgleich in Klitmøller 100 Leute um die Wellen prügelten, einsame Spots mit einer Handvoll Gleichgesinnter. Zeit also, "Cold Hawaii light" mal einen Besuch abzustatten.

Wind und Wetter

Wie an der gesamten dänischen Nordsee gibt es die beste Windausbeute bei durchziehenden Tiefs aus West – eine Wetterlage, die auch im Hochsommer regelmäßig vorkommt. Aufgrund der exponierten Lage gehört die Gegend zwischen Hanstholm und Skagen zu den windigsten Gegenden Europas, kleine Segel sollten immer im Gepäck sein. Das Wetter ist bei Tiefdruckphasen oft wechselhaft. Während man südlich von Hamburg in der Hitze brät, kann es hier oben auch im Sommer empfindlich kühl bleiben, ein warmer Neo (4/3 im Sommer, 5/3 im Frühjahr und Herbst) empfiehlt sich. Die durchschnittlichen Lufttemperaturen im Juli liegen bei 20 Grad, das Wasser bei 18 Grad. Beste Windzeit ist laut Statistik zwischen März und Mai sowie zwischen September und November, mit 50 bis 75 Prozent Windwahrscheinlichkeit über vier Beaufort. Aber auch im Sommer sind windige Tage keine Seltenheit. Je weiter gen Skagen man sich bewegt, desto windiger wird es, allerdings werden auch die Strömungen zunehmend chaotisch und gefährlich, weshalb sich die Strände im äußersten Norden zum Windsurfen nicht wirklich eignen.

Den gesamten Reiseartikel mit diesen Spots gibt es unten als PDF-Download:

1. Gjol
2. Løkken
3. Kjul  Strand
4. Tversted
5. Skiveren

© Heinrich Dornbusch
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