Italien: Windsurfspots in der Toskana

14.04.2017 Leon Jamaer, Manuel Vogel - Heimat des Chianti und sanft geschwungener Küstenstraßen. Die Toskana lockt Menschen, die wissen, wie es sich leben lässt. Und auch Windsurfer sollten das süße Leben dort genießen, wie der Bericht von Leon Jamaer beweist.

© Franziska Doose
Italien: Windsurfspots in der Toskana
Italien: Windsurfspots in der Toskana

"Ich habe Ende Mai zwei Wochen frei. Fahren wir zusammen mit dem Auto in den Süden?", fragt mich meine Freundin. "Ja, lass uns in die Bretagne fahren!", antworte ich. "Das liegt im Westen und ist außerdem noch nicht richtig warm." "Oder Irland vielleicht?" Keine Antwort. Dann: "Ich dachte eher an so etwas wie Italien. Da gibt’s guten Wein, leckeres Essen, Eis, Florenz..." "Hmmmm – und Wind?" "Für mich ist der Wind da bestimmt stark genug", grinst sie mich an. Mist, jetzt stecke ich der Klemme.

Die Dinge nehmen ihren Lauf und Ende Mai überqueren wir die Alpen, fahren nach einem kurzen Stop am Gardasee über die Po-Ebene und dann mitten ins Herz der Toskana. Zum Glück ist die Vorhersage gar nicht so schlecht: Ein Sturm soll kommen und schlauerweise habe ich mein Waveboard und kleine Segel dabei. Während wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen durch die kurvigen Bergstraßen rollen, ist davon wenig zu spüren. Die für die Toskana typischen, fast schon kitschig schönen Landschaften laden immer wieder zu Cappuccino-Pausen oder Burgbesichtigungen ein. Wenn es zu heiß wird, kühlen wir uns in einem der Bäche ab und weiter geht’s. Gegen Abend erreichen wir Livorno am Mittelmeer. Das Wasser ist spiegelglatt und glasklar. Die Ruhe vor dem Sturm. Als es schon anfängt zu dämmern zieht am Horizont endlich die tiefschwarze Wolkenfront auf und ich schlafe voller Vorfreude auf den morgigen Tag ein.

© Leon Jamaer, Franziska Doose
So fett werden die Wellen in Vada nur bei Sturm. Leon hatte Glück und erwischte einen Big Day.
So fett werden die Wellen in Vada nur bei Sturm. Leon hatte Glück und erwischte einen Big Day.

Am nächsten Morgen sieht das Mittelmeer schon ganz anders aus: Auflandiger Wind hat das Meer in Bewegung versetzt. Im Laufe des Vormittags legt der Wind noch einmal zu und innerhalb weniger Stunden baut sich eine ziemlich amtliche Vier-Meter-See auf. Zunächst probiere ich es in Tre Ponti. Die Locals am Strand sind zuversichtlich, doch es ist viel zu auflandig als dass man mit den Wellen etwas anfangen könnte. Nach einer kurzen und eher enttäuschenden Session fahren wir weiter nach Süden. An der Küstenstraße halten immer wieder Autos und Leute machen Bilder vom tosenden Mittelmeer. Innerlich danke ich meiner Freundin dafür, dass sie mich hierher geführt hat, während sie es wahrscheinlich gerade verflucht. Als nächstes probiere ich es in Vada. Auch hier scheint der Wind platt auflandig zu kommen und hat mittlerweile so sehr zugelegt, dass ich Bedenken habe, das 4,2er überhaupt noch halten zu können. Außerdem ist die Meeresfarbe seltsam weiß.

Bevor ich mir weitere Gedanken machen kann, spricht mich plötzlich Roberto an, der am Strand etwas weiter nördlich eine Surfschule hat. Er sagt, die Küste mache dort einen  Knick und rät mir, es zu versuchen. Also ziehe ich das 4,2er ordentlich flach und surfe die 800 Meter nach Lee und um die kleine Landzunge herum in die nächste Bucht Richtung Lillatro. Roberto hatte recht: Es ist perfekt zum Springen und für Onshore-Wellenritte – richtiges Pozo-Training, nur mit dicken, besseren Wellen. Nachdem ich komplett ausgepowert an den Strand komme, zeigt mir Roberto stolz seine Surfschule. "Viele Leute lagern bei mir ihr Material ein, da sie eh meist hier Surfen", sagt er. 

Den gesamten Reisebericht mit diesen Spots gibt es unten im Download-Bereich als PDF:

1) Forte  dei  Marmi / Viareggio
2) Marina  de  Vecchiano
3) Marina  di  Pisa
4) Calambrone
5) Livorno/Tre  Ponti
6) Lillatro/Spiagge  Bianche
7) Vada
8) Le  Gorette
9) Marina  de  Cecina
10) Baratti
11) Perelli
12) Follonica
13) Punta  Ala

© John Carter/Starboard
Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 8/2016 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe ist leider vergriffen.
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