Fluggepäck Windsurfmaterial - So geht's easy...

15.12.2016 Jeanette Kühn - Der Urlaub ist eingereicht, der Flug gebucht, die Bags gepackt. Und dann platzen am Check-in die Urlaubsträume – das Windsurfgepäck ist zu groß. Tipps und Übersicht der Airline-Konditionen.

© Sebastian Schöffel
Mit Windsurfmaterial im Flieger - immer eine Herausforderung...
Mit Windsurfmaterial im Flieger - immer eine Herausforderung...

Urlaub ist Entspannung! Für den Windsurfer beginnt der Urlaub wohl erst nach dem Check-in, wenn sein Surfbag sicher im Flugzeugbauch verstaut ist.

Schon bei der Buchung sollte man wissen, wie viel Surfgepäck man mitnehmen möchte, denn wer bereits online zusätzliches Sportgepäck bucht, spart Geld und Nerven. Bei fast allen Fluggesellschaften kann man Zusatzgepäck bis 48 Stunden vor dem Abflug dazubuchen. Wer einfach mit großem Boardbag am Schalter auftaucht, muss meist tief in die Taschen greifen und riskiert, dass die Mitnahme des Surfbags verweigert wird.

Im Allgemeinen muss man beachten, dass Gepäckstücke mit mehr als 32 Kilogramm aus Gründen der Sicherheit und des Arbeitsschutzes von keiner Airline angenommen werden. Diese Grenze wird sehr penibel eingehalten, bucht lieber ein Gepäckstück mehr und verteilt die Kilos gut. Auch die Vorschriften zu den Abmessungen der Gepäckstücke sollte man beachten. Dabei gilt bei vielen Fluggesellschaften, dass das Gurtmaß (die Summe von Länge, Breite und Höhe) für das Standardgepäck maximal 158 Zentimeter betragen darf. Hinzubuchen kann man dann oft Übergröße des Gepäcks, was sich wiederum vom Übergewicht unterscheidet. In einigen Fällen kann man auch sein Freigepäck kostenlos oder gegen einen kleineren Aufpreis für sein Windsurfmaterial nutzen, dann gelten andere Maße. Vorher anmelden muss man es in jedem Fall! Eine schriftliche Bestätigung über die Anmeldung des Sperrgepäcks kann am Check-in-Schalter Wunder wirken. Den Transfer vom und zum Flughafen sollte man ebenfalls vorab regeln, sonst können hohe Kosten für das Sondergepäck anfallen. Die Deutsche Bahn nimmt Gepäck mit mehr als 180 Zentimeter Länge beispielsweise offiziell nicht mit.

Bei den meisten Fluggesellschaften kann man statt zusätzlichem Gepäck mit Übergewicht und Übergröße auch Sportgepäck dazubuchen, was meist günstiger ist. "Ein Stück Windsurfgepäck" wird meist definiert als Set aus einem Board, einem Segel, einem Mast und einem Gabelbaum – in der Fachsprache der Fluggesellschaften oft bekannt als hölzerner Baum oder Surfstange. Unterschieden wird wiederum zwischen Surfbrett und Waveboard, wobei das zweite Wellenreitboard bezeichnet. International sind die Bezeichnungen eindeutiger, unterschieden wird zwischen Windsurfing und Surfing. Wer das Risiko mag, kann bei der Buchung angeben, es handele sich um einen Wellenreiter. Bei der Lufthansa zahlt man auf innerdeutschen Zubringerflügen dann nur 50 Euro anstatt 150 Euro für Windsurfgepäck. Selten werden die Bags geöffnet, so dass man damit häufig durchkommt – oder eben schon am Abflughafen strandet. Mehr als ein Segel kann man aber ohne großes Risiko einpacken.

Wer mit einem Board, zwei Segeln, einem Gabelbaum und zwei Masten unterwegs ist, kommt häufig schon auf etwa 32 Kilogramm. Sparen kann man hier unter anderem bei der Wahl des Boardbags. Statt eines komfortablen Modells mit Rollen und extra Polsterung, das bis zu zehn Kilogramm Eigengewicht haben kann, bietet sich häufig ein großes normales Bag an, das zusammen mit Luftpolsterfolie bei deutlich weniger Eigengewicht einen sicheren Transport gewährleistet. Die Segel kann man wunderbar zwischen Board und Gabelbaum als Polsterung verwenden. Ist der Platz im Bag ein Problem: Einfach zwei Segel zusammen aufrollen. Bei Segeln mit gleichem Lattenwinkel geht das besonders gut. Wer im Bag schon alles zusammenschnürt und Kleinteile im Koffer transportiert, minimiert das Risiko eines Schadens – schließlich rutscht dann in der Tasche nichts mehr. Wer Mastbags und Segeltaschen zu Hause lässt, kann noch mal ein gutes Kilo sparen. Neoprenanzüge, Handtücher, Trapeze ohne Haken und auch so manches Kleidungsstück kann man wunderbar als Polsterung im Windsurfbag nutzen. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen will, kann sich aus Luftpolsterfolie "Taschen" für Mast und Board basteln – bei geschicktem Kleben sind diese sogar wieder verwendbar!

Wenn alle Stricke reißen und das Gepäck nicht angenommen wird, ist es oft besser, ein zweites Bag anzumelden, statt die Übergepäckpreise pro Kilo zu zahlen. Mit einer Rolle Paketklebeband kann man sich schnell ein zweites Bag basteln – einfach drei Segel rausnehmen, zusammentapen, Label dran und als zusätzliches Gepäckstück einchecken. Frischhaltefolie aus dem Airport-Supermarkt geht auch.

Letztlich kommt es vor allem auf das Personal am Check-in-Schalter an. Während die einen von Hamburg aus losfliegen und jedes Bag aufs Gramm genau gewogen wird, interessiert bei Freunden, die in Berlin mit der gleichen Fluggesellschaft starten, das Gewicht manchmal in keinster Weise. Frühes Einchecken, vor dem großen Trubel, und ein freundliches Lächeln können hier Türen öffnen.

Um ein bisschen Licht ins Dunkel der Transportbestimmungen zu bringen und euch einen Überblick zu ermöglichen, haben wir euch die Regelungen der wichtigsten Fluggesellschaften in einer Tabelle zusammengestellt. Die Angaben von Freigepäck beziehen sich, soweit nicht anders angegeben, auf eine Buchung in der Economy Class. Eine Buchung einer höheren Klasse, nur um mehr Gepäck mitnehmen zu können, lohnt sich üblicherweise nicht. Selbst bei Fluggesellschaften, bei denen man sein Windsurfbag im Rahmen des Freigepäcks kostenlos mitnehmen kann, sind die Aufpreise für die höhere Klasse häufig zu hoch. Alle von uns angegebenen Preise sind pro Person und pro Strecke zu verstehen.

Eine Übersicht der Konditionen der wichtigsten Airlines gibt's unten als PDF-Download.

© John Carter
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