Einzeltest: Freemovesegel RRD Move MK4

15.06.2016 Stephan Gölnitz - Das RRD Move ist perfekt zum Heizen und Gas geben, besonders dann, wenn man sich um Trimm und Kontrolle möglichst wenig Gedanken machen will.

© Stephan Gölnitz
Freemovesegel RRD Move MK4
Freemovesegel RRD Move MK4

An Land: Das Move hat im Vergleich eine recht lange Gabel und eine breite Dacronbahn im Vorliek. Dieses weiche Material soll bewirken, dass sich bei Wind ein tiefer Bauch ins Segel zieht und das Move entsprechend gute Leistung entfalten kann. Die Ausstattung ist vorbildlich: Am Topp schützt ein solides Kevlar-Patch das Segel vor Abrieb auf Asphalt, der Protektor ist lang und ausreichend gepolstert und auch die verwendeten Monofilm- und X-Ply-Materialien wirken durchaus solide dimensioniert.

Auf dem Wasser: Das Move bleibt sich treu: Als Freemovesegel für einen möglichst breiten Einsatzbereich wurde es von RRD konzipiert – und genau dieses Versprechen löst es auch ein. Den Trimm findet man leicht und im Vergleich zu anderen Segeln dieser Kategorie (wir haben das Segel in der Freemove/Wave-Testgruppe in diesem Heft mitgetestet) etabliert es sich unter den absolut besten Gleitern. Das Schöne ist, dass man das Move nicht gleich umtrimmen muss, wenn mal eine Böe ins Segel fährt oder der Wind zunimmt. Auch im bauchigen Trimm bleibt es überragend lange kontrollierbar, ohne dass Lastwechsel oder Druckpunktwanderungen bemerkbar wären, wodurch es sich den absoluten Spitzenplatz in puncto Kontrolle sichert. Den besten Allroundtrimm bekommt man mit ordentlich Vorlieksspannung und sichtbar entspanntem Achterliek (Loose Leech) zwischen den oberen beiden Latten, dafür aber nur leichter Spannung an der Gabel. Derart ausbalanciert kann man sich an Deck wunderbar einloggen, zu 100 Prozent aufs Brett kontrollieren und mit dem Move auch als Hobby-­Freerider richtig schnell surfen. In Manövern wirkt das RRD ebenfalls sehr angenehm, die Latten rotieren butterweich, lediglich die etwas längere Gabel und der vergleichsweise weiter hinten liegende Druckpunkt sorgen dafür, dass das Segel nicht ganz so blitzschnell und federleicht rotiert wie die Handlingswunder der Vergleichsgruppe.

surf-Fazit: Das RRD Move ist perfekt zum Heizen und Gas geben, besonders dann, wenn man sich um Trimm und Kontrolle möglichst wenig Gedanken machen will. Auch einen Ausflug in kleine Ostseewellen dürfte das solide wirkende Segel problemlos mitmachen – unterm Strich steht ein richtig gelungenes Segel mit maximal großem Einsatzbereich!

Technische Daten: RRD Move MK4

© Stephan Gölnitz
Freemovesegel RRD Move MK4
Freemovesegel RRD Move MK4

Gewicht: 3,82 Kilo (5,7 qm, surf-Messung)
Testmast: Wave Vogue 100 RDM 430 (559 Euro; 2,14 Kilo)
Größen: 4,2/4,7/5,2/5,7/6,2/6,7/7,2
Vorliek (cm): 379/403/418/434/444/456/468
Gabel (cm): 156/164/175/181/189/195/202
Preise: 769-849 Euro
Infos: www.robertoriccidesigns.com

© Stephan Gölnitz
Freemovesegel RRD Move MK4: Makellose Ausstattung: Kevlar am Topp schützt das Segel beim Riggen auf Asphalt.
Freemovesegel RRD Move MK4: Makellose Ausstattung: Kevlar am Topp schützt das Segel beim Riggen auf Asphalt.
© Stephan Gölnitz
Freemovesegel RRD Move MK4: Der gute Protektor deckt auch den Mastfuß mit ab, lässt sich gut klappen. 
Freemovesegel RRD Move MK4: Der gute Protektor deckt auch den Mastfuß mit ab, lässt sich gut klappen. 
© Stephan Gölnitz
Freemovesegel RRD Move MK4: Der Protektor bietet auch eine Tasche für den Vorliekspanner.
Freemovesegel RRD Move MK4: Der Protektor bietet auch eine Tasche für den Vorliekspanner.
© Fabio Staropoli
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