Quick-Test: Foilsegel Naish Lift

22.12.2017 Manuel Vogel - Naish bringt mit dem Lift ein spezielles Foilsegel für Leichtwind. Das bringt am unteren Limit den Extra-Boost – aber auch Nachteile.

© Marius Gugg

Naish setzt bei Foils konsequent auf Fliegen bei Leichtwind, Benutzerfreundlichkeit und einfaches Fahrverhalten. Passend dazu kommt nun ein Foilsegel auf den Markt, mit dem Naish das untere Windlimit nochmals drücken will.

An Land: Das Lift gibt es für 699 bzw. 799 Euro in zwei Größen – 4,7 und 5,7 – die sich sichtbar von normalen Windsurfsegeln unterscheiden: Das 5,7er wird auf einem 400er-Mast geriggt, kann aber dank Variotopp auch auf einem 430er aufgebaut werden. Das Gabelbaummaß ist üppig, bei knapp unter zwei Meter Länge schlugen wir die Gabel beim getesteten 5,7er an. Auffallend ist generell das weit ausgestellte Unterliek sowie das weiche Profil. Hintergrund: Da man Foilsegel eher bei weniger Wind nutzt, aufrechter an Deck steht und die Kräfte im Segel somit geringer sind, soll das Lift früh ein tiefes Profil ziehen und damit maximale Power liefern. Deshalb verwundert es kaum, dass man das Lift am Vorliek nur moderat trimmen sollte, sichtbares Loose Leech ist nicht vorgesehen. Ein Großteil des von nur 3,5 Latten stabilisierten Profils besteht aus weichem Dacron, eine Falte im Vorliek soll dem Segel einen tiefen Bauch verpassen.

© Manuel Vogel
Die lange Gabel und ein tiefes Profil mit breiter Dacronbahn im Vorliek sollen für maximale Leichtwindpower sorgen.
Die lange Gabel und ein tiefes Profil mit breiter Dacronbahn im Vorliek sollen für maximale Leichtwindpower sorgen.

Auf dem Wasser: Das Lift ist soft und leicht – pumpt man an, bläht sich das Profil wie ein Ballon, was viel Leistung produziert. Positiv: Sobald man aufs Foil kommt, stabilisiert sich das Segel und wirkt spürbar fahrstabiler als man es von einem normalen Windsurfsegel gewohnt ist – sicher eine Folge der langen Gabel und des weit hinten liegenden Druckpunktes. Dabei bleibt das Segel wunderbar leicht in der Hand. Selbst bei mittleren Böen merkt man allerdings, wie der Druckpunkt weiter wandert, als Starkwindsegel wurde das weiche Lift definitiv nicht konzipiert.

© Manuel Vogel
Loose Leech ist beim Lift-Konzept nicht vorgesehen, das Achterliek bleibt immer straff gespannt.
Loose Leech ist beim Lift-Konzept nicht vorgesehen, das Achterliek bleibt immer straff gespannt.

SURF-Fazit: Konsequent auf Leichtwind optimiert bietet es in diesem Bereich in der Tat maximale Leistung, wodurch man mit einem handlichen 5,7er, je nach Können und Gewicht, schon ab zehn bis zwölf Knoten durch die Luft schwirren kann. Wer weiterhin auch Windsurfen will und ein Segel für beide Disziplinen oder für auf Leistung optimierte Foils sucht, sollte trotzdem bei seinem normalen Freeridesegel bleiben – Kontrolle und Twist des Lift sind zum Windsurfen bei Gleitwind einfach nicht gut genug.

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