Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

04.06.2016 Stephan Gölnitz - Mast aus Luft? Paddler und auch Windsurfer, die Boards aufpumpen – daran muss man sich wohl gewöhnen, aber dass statt 30, 70 oder 100 Prozent feinstem Carbon der Mast jetzt einfach aus 100 Prozent Druckluft besteht, das erfordert echtes Umdenken.

© Stephan Gölnitz
Einzeltest 2016: Arrows iRigg Medium
Einzeltest 2016: Arrows iRigg Medium

An Land: Gehen wir mal unsere Checkliste durch: Mastprotektor? Braucht man nicht. Schothornkonstruktion? Überflüssig. Variotopp? Wofür? Segellatten? Keine gefunden. Aus Windsurfersicht kommen wir nicht weiter. Da müsste man besser einen Kiter fragen, denn daher kommt die Bauart. Der Mast (beim Kite die Fronttube) und die "Gabel" (die Struts beim Kite) werden mit sechs bis acht psi aufgepumpt (SUPer wissen: das ist weniger als die Hälfte in einem SUP). Damit wirkt die Konstruktion aber schon sehr steif. Und leicht ist das Teil – unbeschreiblich, knapp zwei Kilo. Das ist etwas mehr als eine halbe Gabel. Oder knapp ein Mast. Zwischen den aufgeblasenen Holmen spannt sich dünnes, leichtes Spinnackertuch. Statt Alugabel findest du am Mast und dem zentralen Beam verschiedene (gepolsterte) Halteschlaufen, den Mastfuß kann man nicht vergessen, der ist schon dran. Pumpe anstecken, 40 Sekunden Gas geben, fertig. Viel schneller holt nicht mal ein Stand-up-Paddler sein Paddel aus der Bag.

© Stephan Gölnitz
Einzeltest 2016: Arrows iRigg Medium
Einzeltest 2016: Arrows iRigg Medium

Auf dem Wasser: Dieses Rigg ist so leicht, dass man sich erst darauf einstellen muss. Es ist schon aus dem Wasser und steht senkrecht über dem Board, bevor du überhaupt darauf vorbereitet bist. Jetzt ans Rigg klammern, wie der Drahtseil­artist an seine Stange. Ist nicht. Das Segel hat keine Masse, also auch keine Trägheit. Erst jetzt nimmt man wahr, wie oft man sich durch leichtes Ziehen oder Drücken im Gleichgewicht und auf dem Board hält. Doch daran gewöhnt man sich. Die sogenannte Gabel ist für einen 1,80-Surfer auf angenehmer Höhe, mit etwas Winddruck surft das Rigg – erstaunlich normal. Segelsteuerung funktioniert, Wenden, Halsen, die Griffe sind alle genau da, wo man hingreifen möchte. Okay, vorne am Mast muss man etwas zielen, aber das klappt schnell. Wir hatten bei unserem Testausflug auch mal solide Böen dabei, dann dreht das Segel einfach oben auf, fühlt sich sehr klein an, ins Gleiten kommst du damit ganz sicher nicht, egal wie stark es bläst. Dafür bleibt es fahrbar, du kommst damit nach Hause. Auch auf dem normalen Freerideboard ohne Schwert ließ sich die Höhe halbwegs halten, der Einsatzbereich ist aber sicher ein anderer: Bei leichtem Wind auf Boards mit Schwert. Für Surfeinsteiger, auf WindSUPs, als Ersatz für ein Kindersegel vielleicht. Denn leichter gibt’s nicht, das Board kann man damit nicht beschädigen und Verletzungen durch das Rigg sind ausgeschlossen.

surf-Fazit: Es surft, es ist unglaublich leicht – beim Aufholen, Tragen, Surfen, immer. Wir wollen aber den kompletten Praxiseindruck. Deshalb geht das Rigg jetzt bei uns in den Dauertest. Bleibt die Luft drin? Wie funktioniert es in der Schulung? Auf Kinderboards? Auf WindSUP-Boards? Wir halten euch auf dem Laufenden. 

Schon gefahren: Arrows iRigg Medium
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Da gibt’s Neues zu entdecken: Die drei Rigggrößen werden in S/M/L angegeben.

© Stephan Gölnitz
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Ventile und Ausgleichsschläuche 

© Stephan Gölnitz
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Ventile und Ausgleichsschläuche 

© Stephan Gölnitz
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Der filigrane Mastfuß passt zur Light-Idee. 

© Stephan Gölnitz
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Die Mastplatte dürfte auch einen größeren Teller haben. 

© Stephan Gölnitz
Schon gefahren: Arrows iRigg Medium

Griffe statt Gabel sind gar nicht mal so unbequem.

© Stephan Gölnitz
© Fabio Staropoli
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