Prallschutz-Accessoires

13.06.2013 Manuel Vogel - Für Bruchpiloten... Windsurfen ist ungefährlich – solange man nicht an Loops bastelt oder bei sieben Windstärken mit fünf Zentimeter Wasser unter der Finne durch den Priel rast. Doch scheinbar gibt es genügend Surfer, die genau das tun...

© Kerstin Reiger
Worldcupper Dario Ojeda legt einen satten Crash hin
Worldcupper Dario Ojeda legt einen satten Crash hin

Damals – ich war vielleicht zehn oder elf – krallte ich mir in einem Supermarkt eine Kindersonnenbrille und streifte damit durch die Gänge. Die gelben Plastikgläser verwandelten die Einkaufswelt um mich herum in einen wunderbar sonnigen Ort, einen Hort der guten Laune. Jetzt, 20 Jahre später, war er wieder da, der "Traum in Gelb". Das Problem war nur, dass ich diesmal keine Kindersonnenbrille aufhatte, sondern mich drei Sekunden zuvor bei einem Pushloop versehentlich eingehakt, überrotiert und böse aufs Kreuz gelegt hatte. Nach ein paar Minuten am Strand kehrte die gewohnte Farbenvielfalt von Kapstadts Big Bay langsam zwar wieder zurück, was blieb war eine Psychoblockade und die Erkenntnis, dass Schutzkleidung beim Windsurfen manchmal doch angebracht wäre.

Spricht man mit Surfern, die viel Speedsurfen oder in der Welle fahren, merkt man schnell, dass harte Landungen und Stürze schon so manchen ins Krankenhaus gebracht haben. "Ich bin mal in Pozo so hart gelandet, dass ich danach mit einer Prellung der Kronjuwelen ins Krankenhaus musste. Seitdem surfe ich, wie viele Worldcupper, nur noch mit Protection Shorts", erklärt Klaas Voget. Und auch der deutsche Speedrekordhalter Christian Bornemann denkt gar nicht daran, die Prallschutzweste beim Heizen wegzulassen. Da es aber auch viele Hobby­surfer gibt, die am Frontloop, wilden Freestyletricks oder dem persönlichen Speedrekord feilen, haben wir uns mal umgesehen und stellen euch exemplarisch einige Accessoires vor.

Prallschutz-Accessoires
Ascan Surfhelm

Ascan Surfhelm  www.ascan-surf.de

Gut gepolsterter Helm aus dickem und festem Schaustoff, flexibel und daher platzsparend in jedem Boardbag, aber auch mit etwas weniger Schutz auf dem Wasser als feste Helme. Einheitsgröße­ passt auch für "Großkopferte" gut, kleinen Menschen wohl etwas zu groß. Neopren-Inlay über Klettverschlüsse he­rausnehmbar, allerdings kratzen dann die Klettverschlüsse. Sehr einfache, günstige und durchaus sinnvolle Variante, da man sich mit dem federleichten Helm nicht eingeengt und sehr frei fühlt.

Gewicht: 250 Gramm | Preis: 43,90 Euro

© Herstellerfoto
Gath Helm

Gath Gedi  www.tt-project.com

Das australische Label Gath ist auch im Kanusport und Big-Wave-Surfen zu Hause. Der Helm ist etwas teurer, kommt aber dafür mit Zubehör wie Sack und Klebepads, mit deren Hilfe man jede Größe nochmal individuell an seine persönliche Kopfform anpassen kann. Vergleichsweise dicke, feste Innenpolster, die den Helm minimal schwerer machen. Super Tragekomfort, Sonnenblende zum Herunterklappen. Seitliche Drehklappen über den Ohren, die zum besseren Hören geöffnet werden können.

Gewicht: 450 Gramm | Preis: 129 Euro

© Herstellerfoto
Neilpryde Helm

NP Helmet  www.npsurf.de

Den Helm gibt’s sowohl in schlichtem Weiß, als auch in stilvoller (Fake-) Carbon-Optik. Dicke und etwas weichere Polsterungen als bei Gath, sehr guter Tragekomfort. Guter Helm für kleines Geld.

Gewicht: 370 Gramm | Preis: 54,95/49,95 Euro (Weiß)

© Herstellerfoto
Neilpryde Helm - Verstellsystem

zu NP Helmet  www.npsurf.de

Verschiedene Helmgrößen verfügbar, die sich nochmals über ein Verstell-System (3) perfekt an jeden Kopf anpassen lassen. Schaumstoffab­deckungen im Ohrenbereich herausnehmbar.

© Herstellerfoto
Xcell Weste

XCEL Wake Vest & Harness Vest  www.liquid-sports.de

XCEL hat gleich zwei Versionen im Programm: Die vollgepolsterte und dickere Version (4) bedarf, trotz des kleinen Seitenreißverschlusses, der Beweglichkeit eines Profi-Jogis, um ohne Verrenkungen rein und raus zu kommen. Sobald man sie allerdings anhat, ist die Bewegungsfreiheit sehr gut und die dicke Polsterung sorgt für besten Schutz bei sämtlichen Stürzen. Da das Trapez auf den dicken Pads endet und daher sehr groß eingestellt werden muss, sollte man hier noch etwas Spielraum bei der Trapezgröße einplanen. Wir würden Wave­ridern und Hobbyspeedern daher eher die nur im oberen Bereich gepolsterte und weichere Harness Vest empfehlen. Obwohl diese gar keinen Reißverschluss hat, kommt man aufgrund des dünneren Materials im unteren Bereich spürbar leichter rein und raus und auch das Trapez sitzt hier deutlich besser. Die Bewegungsfreiheit ist absolute Sahne.

Preise: 99 Euro

© Herstellerfoto
ION Weste

ION Vector Vest   www.ion-products.com

Die Vector Vest passt sehr gut für den Windsurf-Einsatz, da das Trapez hier ebenfalls auf dünnem Neoprenmaterial endet. Dank des Frontreißverschlusses kommt man schnell rein und raus, die Polsterung fällt zwar recht dick aus, aber etwas kleinflächiger als bei anderen Modellen. Dank großer Armausschnitte ist die Bewegungsfreiheit hervorragend. Nach wenigen Minuten hat man schon vergessen, dass man überhaupt eine Prallweste trägt.

Preis: je nach Farbcode 119 bis 129 Euro

© Herstellerfoto
Prolimit Weste

ProLimit Impact Vest Victim  www.prolimit.com

Die Victim Vest gibt es sowohl als vollgepolsterte Version (full padded) als auch nur im oberen Bereich gepolstert (half padded). Die "halbe" Variante ist für die Nutzung mit Trapez deutlich geeigneter, weil man sie unter dem Trapez – aufgrund einer integrierten Öffnung für den Trapezhaken aber auch über dem Trapez tragen kann. Das Daruntertragen funktioniert aber nur, sobald die Größe genau stimmt, da sonst die Position der Öffnung nicht perfekt passt. Besser vorher anprobieren! Ein Gummizug unten verhindert das Hochrutschen. In puncto Bewegungsfreiheit und Schutzfunktion voll konkurrenzfähig.

Preis: 125 Euro (half padded), 129 Euro (full padded)

© Herstellerfoto
Camaro Weste

Camaro Armour Vest   www.camaro.at

Die dick gepolsterte Weste, die am oberen Rücken, Schultern und im Brustbereich sehr guten Schutz bietet und dank Front­reißverschluss einfach an- und auszuziehen ist. Unter dem Trapez nur dünn unterfüttert, wodurch man das Trapez gut darüber tragen kann. Bauchgurt für festen Sitz. Die Bewegungsfreiheit ist, gemessen an den dickeren Polsterungen, sehr gut, da die Armausschnitte groß ausfallen. Mit 4,5 Kilo hat die Camaro Armour Vest zudem ver

© Klaus Zwilling
Neilpryde Weste

NP Rise Kite Impact  www.npsurf.de

Erhältlich in zwei Versionen, mit seitlichem Reißverschluss oder Frontzip. Beide Versionen sind gut zu bedienen, die Polsterungen im Brust und Rückenbereich fallen etwas dünner aus, bieten aber dennoch ausreichend Schutz. Im Rückenbereich wurde zwischen die Polsterungen flexibles Neopren eingearbeitet, was – in Verbindung mit den großen Armausschnitten – für Top-Bewegungsfreiheit sorgt. Im Trapezbereich nur dünn unterfüttert und mit Gummi beschichtet, damit sich das Trapez nicht verdreht oder verrutscht.

Preis: 119,95 Euro

© Herstellerfoto
ION Protection Short

ION Protection Shorts  www.ion-products.com

Der Schutz der Kronjuwelen ist der Sinn dieser Short und wer schon mal in Shorts einen Frontloop ein wenig zu plan gelandet hat, weiß wovon wir hier reden.

Preis: 64,90 Euro

 

© Herstellerfoto
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