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Ijsselmeer/ Workum

SURF-Spot / Ijsselmeer / Friesland

(Friesland)
 

Schaut man vom Hafen Hindeloopens gen Norden, denkt man zunächst an eine Fata Morgana – ein weißer Sandstrand leuchtet am Ufer. Macht man sich auf die Suche danach, wird man in Workum fündig. Man folgt der Beschilderung zum Campingplatz It Soal und parkt direkt davor auf einem kostenfreien Parkplatz in einem kleinen Wäldchen. Über eine Brücke gelangt man zum feinsandigen Strand. Das Ambiente stimmt also auf jeden Fall, die Wassertiefe ist manchmal jedoch kritisch seicht. Workum ist der Spot, bei dem selbst Wave- oder Seegrasfinnen auch noch weit entfernt vom Ufer an Sandbänken Bodenkontakt bekommen können. Also Vorsicht! Dafür bietet er perfekte Bedingungen für alle Ein- und Aufsteiger, die hier sicher die ersten Meter auf dem Windsurfboard zurücklegen können. Durch den nahen Campingplatz sowie Surfschule (für mehr Infos siehe weiter unten im Text unter der Überschrift "Surfschulen & Shops") und Toiletten ist auch die Infrastruktur einwandfrei, allerdings muss man ein wenig auf die ebenfalls in der Bucht stattfindenden Kiteschulungen achten.

Kurz & Knapp: Flachwasser, weiter draußen steile Welle. Wind aus SW ist am besten. Achtung: Untiefen durch Sandbänke! Wasserzugang: Sandstrand. 

ALLGEMEINES ZUM IJSSELMEER

Wind, Wetter & Neoprenempfehlungen

In Holland braucht man für gute Windsurfbedingungen ein Tiefdruckgebiet, welches vom Atlantik aus ostwärts zieht. Speziell im Frühjahr und Herbst ist daher die Wahrscheinlichkeit ein Tief abzupassen höher als im Sommer. Im Sommer kann es zu stabilen Ostwindlagen kommen, was für die Ostseite des Ijsselmeeres dann ablandigen Wind bedeutet. Ist nur leichter Wind aus westlichen Richtungen aber dafür Sonne angesagt, kommt es regelmäßig zu thermischen Verstärkungen und man erfreut sich vor Ort über ein paar Knoten mehr als eigentlich angesagt. Luft- und Wassertemperaturen liegen im Sommer
durchschnittlich bei 17-18 Grad, ein Kurzarm oder 4/3-Langarm sind dann ausreichend. Wer früh oder spät im Jahr unterwegs ist, oder ein ordentliches Tiefdruckgebiet erwischt, sollte einen 5/3er-Langarmneo dabei haben, ebenso Schuhe, da an einigen Spots auch Steine im Wasser lauern. Die Wassertemperatur des Ijsselmeeres passt sich aufgrund der geringen Wassertiefe schneller an die Lufttemperatur an als beispielsweise die offene Nordsee. Das gilt sowohl positiv im Frühjahr als auch negativ im Herbst. Die großen Stehbereiche bieten auf der anderen Seite aber gerade bei kalten Temperaturen einen gewissen Komfort und Sicherheit – einfach wieder Aufsteigen ist ohne langes Schwimmen möglich, Abtreiben fast unmöglich. Daher ist man hier auch an kalten Wintertagen nie alleine auf dem Wasser.

Wohnen & Campen

In Holland ist wildes Campen generell verboten, es drohen Bußgelder bis zu 100 Euro. Es lohnt sich nicht nur deshalb einen der zahlreichen Campingplätze anzusteuern oder gleich eine Ferienwohnung oder ein Appartement zu mieten. Diese gibt’s oft direkt am Spot. Eine Camping-Auswahl haben wir hier für euch zusammengestellt:

Makkum:

Workum:

Hindeloopen:

Molkwerum:

Stavoren:

Local-Tipp: Wer immer schon einmal in einem Weinfass wohnen wollte, sollte unbedingt das Hotel Vrouwe van Stavoren in Betracht ziehen!

Surfschulen & Shops

Abgesehen vom Spot Stavoren finden Ein- und Aufsteiger an jedem Strandabschnitt gut ausgestattete Surfschulen, an denen man Kurse buchen und Windsurfmaterial sowie SUP-Boards ausleihen kann. Vielen Schulen ist auch ein Shop angeschlossen:

Makkum:

Workum

Hindeloopen:

Überblick - Spotbedingungen an der Ostseite des Ijsselmeer

  • flache Stehbereiche, sehr gute Infrastruktur
  • perfektes Ein- und Aufsteigerrevier, Hotspot für holländsche und westdeutsche Surfszene
  • die meisten Spots funktionieren am besten bei südwestlichen bis nordwestlichen Winden, dann kommt der Wind side- bis sideonshore
  • bei Westwinden bedarf es oft ein ganzes Stück Fußweg, bis man die ganz flachen Bereiche überwunden hat, um sich dann mit der kurzen steilen Ijsselmeerwelle auseinanderzusetzen
  • Wind aus östlichen Richtungen: am besten auf die alternativen Binnengewässern ausweichen

Schattenseiten

Teilweise befinden sich Buhnen und Steine im Wasser (Hindeloopen), ansonsten sind die Sandbänke und das flache Wasser wie geschaffen für Schleuderstürze und Finnenschäden. Im späten Herbst wird der Wasserspiegel des Ijsselmeeres um 20-30 Zentimeter künstlich abgesenkt, um die Deiche vor Schäden zu schützen. Die flachen Bereiche der Spots werden dann entsprechend noch seichter. In der Hauptsaison tummeln sich auch viele Kiter und Kiteanfänger an den Spots.

Alternativprogramm

Sollte einmal kein Wind wehen, bietet sich das flache Umland mit seinem perfekten Radwegenetz für Fahrradtouren an. Wer sich vom Wasser nicht trennen will, der sollte mit einem SUP auf Erkundungstour in den zahllosen Kanälen und Grachten gehen, auch Touren von einem Ort zum anderen sind ohne Weiteres möglich.
Leuwaarden, etwas nordöstlich gelegen, bietet als alte Universitätsstadt viel Flair und zahlreiche Partymöglichkeiten.
Workum, Makkum, Hindeloopen und Stavoren lassen als ehemalige Handelsstädte mit direktem Zugang zu den Handelsrouten der Nordsee noch den Wohlstand vergangener Zeiten erahnen, mit Häusern wie aus dem Bilderbuch. Hier findet man neben vielen kleinen Geschäften auch ein reichhaltiges Angebot an Restaurants & Bars.
Besonders empfehlen können wir das Restaurant & Whiskybar De Koebrug in
Stavoren. Dort dürfte fast jeder aus der umfangreichen Bestückung der Bar einen wärmenden Tropfen finden und sich kurzzeitig in Schottland wähnen.

WEITERFÜHRENDE LINKS

Eine Liste der Segelmacher in Holland findet ihr hier: http://www.hollandinfo.com/segelmacher.htm

Wetterbericht für die Niederlande:

Das Niederländische Büro für Tourismus (NBT) in Köln liefert alle
wissenswerten Informationen über die Niederlande. Unter anderem
findet man dort Infos zu Campingplätzen, Surfschulen und
Unterkünften. Neben touristischen Attraktionen wird das Reiseziel
detailliert dargestellt. Man kann ein Informationspaket per Post oder
Telefon anfordern. - E-Mail info@niederlande.de Zur Website geht es hier.

Für echte Ijsselmeer-Fans lohnt es sich auch den ausführlichen Reisebericht mit vielen Spots rund ums Ijsselmeer auszuchecken. Ihr findet ihn in der surf-Ausgabe 10/2016 sowie im Reisecenter des surf-Magazins. Im Holland-Bereich findet ihr auch viele weitere Spotguides zu den schönsten Ecken in Holland.

Spot Guide Ijsselmeer Nord Holland; Stand 2016