Taschenspieler-TricksFoto: Oliver Michael Maier

Taschenspieler-Tricks

Manuel Vogel

 9/1/2021, Lesezeit: 3 Minuten

Mietwohnung? Kleiner Keller? Kein Auto? Dann wird Windsurfen nicht dein Sport – könnte man meinen. Doch was, wenn es Boards zum Aufblasen und komplette Rigg-Pakete in einem Rucksack geben würde?

Der Mastfuß wird in ein dafür vorgesehenes Gewinde auf dem Deck eingeschraubtFoto: Stephan Gölnitz
Der Mastfuß wird in ein dafür vorgesehenes Gewinde auf dem Deck eingeschraubt
Mit aufblasbaren WindSUPs kann man auch mal gleiten, konzipiert sind diese allerdings fürs Cruisen und Tricksen bei Leichtwind – und natürlich zum Paddeln bei Flaute.Foto: Pierre Bouras
Mit aufblasbaren WindSUPs kann man auch mal gleiten, konzipiert sind diese allerdings fürs Cruisen und Tricksen bei Leichtwind – und natürlich zum Paddeln bei Flaute.
Mittlerweile passt die komplette Ausrüstung in den Kofferraum eines Kleinwagens. Aufblasbare Bretter werden einfach zusammengerollt...Foto: Stephan Gölnitz
Mittlerweile passt die komplette Ausrüstung in den Kofferraum eines Kleinwagens. Aufblasbare Bretter werden einfach zusammengerollt...
...die Riggs in einem Rucksack verstaut (3). Möglich machen dies mehrteilige Masten und Gabelbäume.Foto: Stephan Gölnitz
...die Riggs in einem Rucksack verstaut (3). Möglich machen dies mehrteilige Masten und Gabelbäume.
Unabhängig davon, ob aufblasbar oder fest, sollte man bei WindSUP-Boards auf ein Schwert oder eine Centerfinne achten (2), die Abdrift ist sonst bei wenig Wind extrem erhöht.Foto: Stephan Gölnitz
Unabhängig davon, ob aufblasbar oder fest, sollte man bei WindSUP-Boards auf ein Schwert oder eine Centerfinne achten (2), die Abdrift ist sonst bei wenig Wind extrem erhöht.
Der Mastfuß wird in ein dafür vorgesehenes Gewinde auf dem Deck eingeschraubtFoto: Stephan Gölnitz
Der Mastfuß wird in ein dafür vorgesehenes Gewinde auf dem Deck eingeschraubt
Mit aufblasbaren WindSUPs kann man auch mal gleiten, konzipiert sind diese allerdings fürs Cruisen und Tricksen bei Leichtwind – und natürlich zum Paddeln bei Flaute.Foto: Pierre Bouras
Mit aufblasbaren WindSUPs kann man auch mal gleiten, konzipiert sind diese allerdings fürs Cruisen und Tricksen bei Leichtwind – und natürlich zum Paddeln bei Flaute.
Mit aufblasbaren WindSUPs kann man auch mal gleiten, konzipiert sind diese allerdings fürs Cruisen und Tricksen bei Leichtwind – und natürlich zum Paddeln bei Flaute.
Mittlerweile passt die komplette Ausrüstung in den Kofferraum eines Kleinwagens. Aufblasbare Bretter werden einfach zusammengerollt...
...die Riggs in einem Rucksack verstaut (3). Möglich machen dies mehrteilige Masten und Gabelbäume.
Unabhängig davon, ob aufblasbar oder fest, sollte man bei WindSUP-Boards auf ein Schwert oder eine Centerfinne achten (2), die Abdrift ist sonst bei wenig Wind extrem erhöht.
Der Mastfuß wird in ein dafür vorgesehenes Gewinde auf dem Deck eingeschraubt

„WindSUP – Was ist das?“

Manchmal ergänzen sich Sportarten perfekt – so wie Windsurfen und SUP. SUP (Stand-up-Paddling) ist der derzeit am schnellsten wachsende Wassersport der Welt. SUP-Paddler bewegen sich auf einem Board stehend per Paddel durch tolle Landschaften, paddeln um die Wette oder reiten damit Wellen ab – vorausgesetzt es ist windstill, denn Wind stört beim SUPen gewaltig. Und was läge näher, als bei einer aufkommenden Brise einfach ein Segel zu montieren und als Windsurfer Spaß zu haben? Viele SUP-Boards sind mittlerweile sogenannte Inflatables oder iSUPs (engl: to inflate), d.h. sie haben ein Ventil und lassen sich aufblasen. Haben die Bretter eine Windsurf-Option, wird daraus ein „inflatable WindSUP“ mit kleinem Packmaß. Aufblasbare WindSUPs werden mit rund einem Bar Druck (14-18 psi) aufgepumpt, die Pumpe ist immer beim Brett dabei. Legt man ein fertig aufgeblasenes iSUP an beiden Enden auf, kann man sich problemlos in die Mitte setzen, ohne das es sich stark durchbiegt. Auch Kontakt mit Steinen können diese Boards gut aushalten.

„Kann man jedes SUP-Board zum Windsurfen nutzen?”

Nein, nicht alle Modelle haben eine Windsurf-Option. Windsurftaugliche­ Boards haben in der Mitte ein Gewinde, in das ein normaler Mastfuß geschraubt werden kann. Außerdem sollte man unbedingt darauf achten, dass man ein Schwert oder eine zweite Center-Finne einstecken kann, weil sonst die seitliche Abdrift groß und der Fahrspaß umso kleiner sind! Ideal als Familienbrett und Spaß bei Leichtwind sind Allroundgrößen zwischen 10’ und 12’6’’ (als Größenangabe haben sich die US-Maße Fuß und Inch etabliert). Für Kinder sollten die Bretter etwas kürzer sein (9’ bis 10’), weil sie sonst mit kleinen Segeln nicht richtig drehen.

„Was kosten WindSUPs?”

Die offiziellen Verkaufspreise für solche Boards beginnen bei 500 bis 800 Euro, Viele VDWS-Surfschulen haben mittlerweile SUP-Boards im Programm, so dass man diese vor dem Kaufen ausleihen und ausprobieren kann.

Segel für die Tasche

Passend zu den aufblasbaren Boards gibt es mittlerweile von mehreren Marken Komplettriggs, etwa von STX, Bic, Hot Sails Maui, Mistral, Naish, RRD und Starboard. Die Sets enthalten alles, was man zum Lossurfen braucht: Das Segel, einen mehrteiligen Mast mit passender Verlängerung, Gabelbaum und meistens sogar die passenden Tampen – alles in einer kompakten Tasche verpackt. Damit kann man sicher gehen, dass alles schnell und einfach aufzuriggen ist.

Segel aus Tuch oder Monofilm?

Die Konstruktion aus Segeltuch (Dacron) macht vor allem für stark beanspruchte Ein- und Aufsteigersegel Sinn, da Dacron gegenüber Knicken, Stürzen und UV-Belastung stabiler ist als durchsichtige Folie aus Monofilm. In Verbindung mit maximal drei Segellatten kann sich in das weiche Profil eines Dac­ronsegels auch bei Leichtwind bereits ein tiefes Profil ausbilden, was den Vortrieb spürbar erhöht.

Umgekehrt werden Segel für ambitionierte Windsurfer in der Regel aus Monofilm gefertigt. Die Vorteile: Monofilm bleibt bei mehr Wind formstabiler, was die Kontrolle und Druckpunktstabilität eines Segels erhöht.

Unterm Strich machen Tuchsegel also primär für Kinder, Aufsteiger und Leichtwindbedingungen Sinn, Foliensegel ab dem Einstieg ins Gleitsurfen.

Komplettset vs. Einzelteile – was ist günstiger?

Wer schnell und ohne langes Suchen ein Rigg für Leichtwind haben möchte, bei dem die Einzelteile auch zueinander passen, fährt mit den KomplettSets wohl am besten, drei- bis vierteilige Masten reduzieren hier zudem das Packmaß. Neu liegen die Set-Preise zwischen 270 und 600 Euro, abhängig von Segelgröße und Marke.

Wer allerdings nach Auslaufware und Einzelkomponenten Ausschau hält, kann mitunter auch ein höherwertiges Rigg für den gleichen Endpreis bekommen. Hierbei muss man dann allerdings beachten, dass Segel, Mast und Gabelbaum hinsichtlich ihrer Maße zueinander passen müssen.

Einen praktischen „Ratgeber Gebrauchtkauf“ mit allen wichtigen Infos sowie eine Übersicht über Gebrauchtmarkt-Plattformen findest du unter www.surf-magazin.de