Kaufberatung für Einsteiger – Das erste SUP Kaufberatung für Einsteiger – Das erste SUP Kaufberatung für Einsteiger – Das erste SUP

Kaufberatung für Einsteiger – Das erste SUP

  • Manuel Vogel
  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 2 Jahren

Sommer ist jetzt – ein Board muss her – hier findest du die wichtigsten Tipps und Infos für den ersten Boardkauf.

Person SUPen lebt vom Naturerlebnis

"Welches Board soll ich mir denn jetzt kaufen?" Angesichts der Größe des Angebots stehen viele SUP-Einsteiger oft ratlos vor dieser Frage.

Der folgende Board Guide richtet sich in erster Linie an alle, die nicht das High-End-Raceboard suchen, oder ein Wellenboard für die dänische Nordsee, sondern Familien und Fitnessfans, die auf dem See oder Fluss die Natur genießen wollen, die unglaublichen Fitness-Möglichkeiten nutzen möchten oder einfach nur Paddel- und Badespaß mit der Familie suchen.

Um das richtige Brett für den Einstieg zu finden, stellen sich einige grundlegende Fragen: Soll es ein Hardboard oder ein aufblasbares Brett sein? Welche Länge und welches Volumen ist passend? Soll das Brett einen Zusatznutzen, z.B. eine Windsurfoption, besitzen?

1. Hardboard oder aufblasbar?

Die wohl wichtigste Frage zuerst: Auch wenn mittlerweile nahezu ausschließlich Inflatables (aufblasbare SUPs, auch "iSUPs" genannt) über den Ladentisch gehen, kommt für den einen oder anderen doch nur ein laminiertes Hardboard in Frage.

Stephan Gölnitz Aufblasbare Boards (links) dominieren auf dem Markt

Performance:

Aufblasbare Boards ("Inflatables") funktionieren mittlerweile nahezu so gut wie die (meist schwereren) laminierten Boards – sogar bei Rennen können Topfahrer mit speziellen Verdränger-Inflatables mit der Carbon-Konkurrenz zumindest mithalten. Der konstruktive Trick sind tausende Fäden, die zwischen Oberseite und Unterseite verwebt und verklebt sind und so ermöglichen, die Boards mit Hochdruck aufzupumpen, ohne dass diese zur runden Wurst werden.

Polyesterfäden zwischen Deck und Unterseite halten aufblasbare Boards formstabil

Das bringt eine Festigkeit und Steifigkeit, die vor einigen Jahren so nicht denkbar gewesen wäre. Spezielle Raceboards für Wettkämpfe sowie Bretter für die Welle sind die letzten Bastionen von leichten Carbon-Boards, da es hier auf Millimeter in der Form und auf maximale Steifigkeit ankommt. Auf Seen und Flüssen überwiegen aber meist die Vorzüge der "iSUPs".

Handling, Lagerung & Transport:

Hardboards erfordern zwar einen Dachträger, dafür ist das Board mit etwas Übung in einer Minute aus der Garage auf dem Autodach verzurrt und am Spot genau so schnell auf dem Wasser – mühsames Aufpumpen entfällt. Wer keine Garage oder ähnliches zur Verfügung hat, kommt aber einfach um ein Inflatable nicht herum, denn übliche Flachwasserboards sind zwischen 3,00 Meter und 3,80 Meter lang und gehen in kaum einen Keller.

Kompaktes Packmaß – aufblasbare Bretter sind hier klar im Vorteil

Inflatables lassen sich hingegen auf Rucksackgröße zusammenfalten und in jeden Kofferraum eines Kleinwagens verstauen. Tasche und Pumpe gehören in der Regel zum Lieferumfang von aufblasbaren SUPs dazu. Stichwort "Pumpen": Um ein gängiges Allround-SUP aufzupumpen, benötigen halbwegs fitte Paddler zwischen fünf und zehn Minuten.

Stephan Gölnitz Faszination Tourenpaddeln – Boards dürfen dazu nicht zu kurz sein

2. Die richtigen Maße

Diese Kaufberatung zielt auf die große Gruppe der Spaßpaddler, Tourenpaddler, Fitnesspaddler und Familien, die ein Board für den See, für das Meer ohne Wellen und den gemächlich dahinfließenden Fluss suchen. Experten, wie Wave-Surfer, Stromschnellen-Harakiris und Racer sind raus, die kennen sich meist selber aus.

Länge:

Damit ist auch die geeignete Länge schnell eingeschränkt. Längenangaben bei SUPs sind meist "Fuß" und "Inch" aufgedruckt. Ein 11’2’’ ist dementsprechend elf Fuß und zwei Inch lang. Ein Fuß ist 30 Zentimeter, ein Inch 2,54 Zentimeter. Leider etwas kompliziert, weil man nicht einfach 11,2 Fuß rechnen darf – ist aber so, muss man sich mit abfinden.

Zwischen 10’2’’ und 12’6’’ werden sich die Boards für SUP-Einsteiger meist einpendeln. Mehr Länge ist dabei etwas schneller und läuft besser geradeaus (es sind mehr Paddelschläge nacheinander auf einer Seite möglich) und trägt mit mehr Volumen auch besser das Gepäck für Touren.

Faustregel: Wer beabsichtigt überwiegend in Sichtweite des Badestrandes paddeln zu gehen, kommt mit Längen zwischen 10’2’’ und 11’2’’ bestens aus. Schwerere greifen zu den etwas längeren, leichte zu den kürzeren Boards. Ein 10’2’’ ist schön wendig, ein 11’2’’ schon gut Touren-geeignet.

Breite:

Die richtige Breite für den Einstieg liegt zwischen 32 und 34 Inch. Wird das Brett schmaler als 32 Inch, kann es für größere Paddler schnell etwas kipplig werden. Zur Übersicht eine kleine Klassifizierung:

  • 25 Inch Breite: Reines Raceboard, vergleichbar mit Rennkanus, extrem kippelig und bei leicht unruhigem Wasser nur mit viel Übung überhaupt sicher (trocken) zu paddeln.

  • 29 Inch Breite: Ein sportliches Touring-Maß. Für sportlich veranlagte Paddler, die das leicht kippelige als Herausforderung sehen.

  • 32 Inch Breite: Allroundboards zum entspannten Tourenpaddeln und als Familienbrett

Meist wirken feste Boards wegen der schärferen Kanten etwas kippstabiler als aufblasbare Bretter und können daher etwa 1-2 Inch schmaler gewählt werden.

Dicke:

Die meisten Allroundbretter sind zwischen vier und sechs Inch dick. In vier Inch sind häufig die günstigeren Angebote zu finden – und Kinderboards. Wir würden Bretter in vier Inch Dicke eher leichten Paddlern (< 60 Kilo) empfehlen, da sich diese Boards bei ähnlichem Fülldruck spürbar stärker durchbiegen, außerdem schwappt eher (im Frühjahr kaltes) Wasser übers Deck. Vorteil ist das etwas geringere Gewicht. Dafür spürt man hier wirklich das Gefühl auf einem aufblasbaren Board zu stehen, auf einem sechs Inch dicken Board könnte man das manchmal glatt vergessen. Schwere Paddler (>80 Kilo) sollten auf jeden Fall ein entsprechend dickes 6-Inch-Brett wählen, für Kinderboards reichen vier Inch dagegen "dicke" – die Kids stehen tiefer, dadurch kippstabiler und sind einfach näher am Wasser.

3. Aus SUP wird WindSUP

SUPen macht vor auf glattem Wasser und ohne Wind Spaß. Was läge also näher, als bei aufkommendem Wind einfach ein Segel draufzustecken und Windsurfen zu gehen?! Damit dies möglich ist, müssen SUPs folgende Kriterien erfüllen:

Blutsbrüder – SUPen und Windsurfen ergänzen sich perfekt

Mastfuß-Aufnahme:

Um einen Mastfuß – das Verbindungsstück zwischen Brett und Segel – montieren zu können, muss ein Gewinde oder eine Mastschiene im Deck verbaut sein. Dies ist längst nicht bei allen SUPs der Fall!

Aus SUP wird WindSUP – der Mastfuß wird einfach ins vorhandene Gewinde eingeschraubt

Centerfinne oder Schwert:

Um bei Leichtwind gegen den Wind kreuzen zu können, ist das Vorhandensein einer Centerfinne oder eines Schwerts wichtig. SUPs mit Windsurfoption bieten daher oft die Möglichkeit, auf der Unterseite eine Centerfinne einzustecken.

Die optionale Centerfinne kann zum Paddeln auch entfernt werden

Mit diesen Informationen solltet ihr nun gut gerüstet sein, um ein passendes Brett für euch zu finden. Nich entgehen lassen solltet ihr unser Kaufberatungs-Video zu SUPs und WindSUPs – hier geht's zum Clip.

Solltet ihr weitere Fragen haben, schreibt uns gerne eine Mail an [email protected]

Themen: EinsteigerKaufberatungMaterialSUP


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