Materialtuning für Frauen – die 5 besten Tipps! Materialtuning für Frauen – die 5 besten Tipps! Materialtuning für Frauen – die 5 besten Tipps!

Materialtuning für Frauen – die 5 besten Tipps!

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 2 Monaten

Frauen haben es in der Windsurfwelt manchmal schwer und das, obwohl Windsurfmaterial noch nie so leicht und handlich war wie heute. Bei allem Fortschritt, die Hersteller orientieren sich oft noch immer an der breiten (männlichen) Masse – zu breite Schlaufen, monströse Trimmkräfte oder unpassende Geometrie sind die Folgen. Wir verraten euch 5 Tricks wie ihr das Material an an eure persönlichen Anforderungen anpassen könnt.

1. Fußschlaufen

Die Größe der Fußschlaufen ist serienmäßig oft auf Schuhgröße 40+ ausgelegt. Für kleine Füße lassen sich die Schlaufen scheinbar oft nicht klein genug stellen, um einen engen Kontakt zum Brett zu gewährleisten. Mit ein paar Anpassungen, lässt sich dieses Problem aber meist schnell lösen:

Viele Serienschlaufen sind standardmäßig durch die außeren Löcher geschraubt. Dreht man die Schraube raus und nutzt die innen liegenden Löcher, lässt sich die Schlaufe hinterher enger einstellen.

Zusätzlich lassen sich bei manchen Schlaufen die zur Montage verwendeten (schwarzen) Kunststoffplatten drehen. Das Bild zeigt die weite Einstellung, einfach die beiden Hälften mit einem Schraubenzieher auseinanderhebeln, die Plattenhälften mit dem breiten Ende nach innen drehen und wieder zusammendrücken, schon wird die Schlaufe einige Millimeter schmaler.

Auch die Verwendung nicht zusammen-gehörender Plugs macht die Schlaufe schmaler.

 

2. Schrittbreite anpassen

Auch die Schrittbreite ("Stance") mit der die Schlaufen standardmäßig an Deck montiert werden, passt für kleine Fahrerinnen oft nicht wirklich gut. Unser Tipp: Verwendet auch hier nicht zusammengehörende Plugs!

Montiert man die hintere Schlaufe weit vorne und die vorderen Schlaufen weit hinten, reduziert sich die Schrittbreite

3. Trimmkräfte reduzieren

Zu hohe Trimmkräfte ist eines der häufigsten Probleme, mit denen Frauen oft zu kämpfen haben. Das kann mehrere Gründe haben:

Ist der Vorliekstrecker unsauber gefädelt, erhöht das die Reibung. Achtet daher auf einen schönen Verlauf des Tampen, ohne, dass sich dieser kreuzt.

Verlängerungen mit kleinen Rollen aus Plastik (links) erhöhen die Trimmkräfte massiv. Nutzt Verlängerungen mit möglichst großen Rollen aus Messing! Wer sich das Leben noch leichter machen will, investiert in eine Ratschenverlängerung von Duotone (Modell Power.XT)

4. Weiches Segelprofil

Frauen profitieren davon, wenn das Profil des verwendeten Segels weich und gedämpft ist. Hintergrund: Durch die im Schnitt kleinere Körpergröße und das geringere Gewicht, bildet ein Segel meist weniger Profil aus als wenn Männer das gleiche Segel bei mehr Wind verwenden. Deshalb sollte man sein jeweiliges Segel so aufbauen, dass die Ausbildung des Segelprofils – essentiell für gute Gleitpower und angenehmen Fahrkomfort – unterstützt wird. Hier sind unsere Tipps:

Wichtig ist es, den richtigen Mast-Typ zu verwenden. Dickere Sdm-Masten ("Standard diameter mast") machen das Segelprofil straffer und härter, bei schweren Fahrern und großen Cambersegeln kann das ein Vorteil sein. Frauen profitieren hingegen vom softeren Segelgefühl der dünnen Rdm-Masten.

Dünne Rdm-Masten ("Reduced diameter mast"; links) sind bei gleicher Länge weicher und obendrein besser zu greifen als Masten mit Standard-Durchmesser.

Auch die richtige Mastlänge hat einen großen Einfluss auf das Segelprofil. Dabei gilt: Kürzere Masten sind immer auch weicher als längere Masten. Wichtig ist dies z.B. dann, wenn Segel mit zwei verschiedenen Mastlängen gefahren werden können.

Ein Beispiel: Hat ein 5,5er Segel die Vorlieksangabe 430 Zentimeter, ließe sich dieses theoretisch mit einem 430er Mast (+ 0cm Verlängerung) riggen, oder auf einem 400er Mast (mit +30cm Verlängerung). Für Frauen ist die Variante 2 (kurzer und damit weicher Mast, plus Verlängerung) fast immer die bessere Option – das Segel fühlt sich weicher, komfortabler und eigenstabiler an. Positiver Nebeneffekt: Auch die Trimmkräfte sinken.

Variotopps sind oft eine sinnvolle Sache, ermöglichen sie es doch, den Mast oben etwas am Segel herausstehen zu lassen. Kauft man z.B. ein 5,3er Segel mit Vorlieksangabe 420 Zentimeter, kann man sich den 400er Mast theoretisch sparen und stattdessen seinen längeren 430er am Topp zehn Zentimeter heraustehen lassen. Dadurch wird das Segel aber, wie bereits geschildert, straffer und direkter als mit einem kürzeren (=weicheren) Mast. Für Frauen gilt: Mehr als 15 Zentimeter sollten Masten am Segeltopp nicht überstehen, weil das Profil sonst zu hart und zickig wird!

Ein Variotop bis zu 15 Zentimeter ist ok, darüber sollte man als Frau eine Mastlänge kürzer wählen.

5. Mastfußposition

Fährt man als Frau den Gabelbaum am unteren Ende der Masttasche, passt oft das Dreieck zwischen Mastfuß, Gabelbaumhöhe und Schlaufenposition nicht mehr zusammen. Wenn man den Mastfuß zu weit vorne fährt, sind die Abstände zwischen Standposition und Mastfuß zu groß, man kann das Segel nicht mehr richtig dichtholen und sich im Trapez nach außen hängen. Wer seine Gabel also weit unten fährt – was bei fast allen Frauen der Fall ist – sollte mal versuchen, den Mastfuß ins hintere Drittel der Mastspur zu schieben.

Für kleinere Personen kann ein weiter hinten geschraubter Mastfuß das Segelgefühl deutlich verbessern

Fazit: Materialtuning für Frauen – das Wichtigste in Kürze:

Hier nochmal die wichtigsten Stellschrauben im Überblick:

  • Schlaufengröße anpassen: Platten drehen; nicht zusammengehörende Plugs verwenden
  • Schrittbreite anpassen: Nicht zusammengehörende Plugs verwenden
  • Trimmkräfte reduzieren: Akkurat fädeln, Verlängerungen mit großen Rollen verwenden
  • Weiche Segelprofile: Dünne Rdm-Masten verweden; Masten am Topp nicht oder nur wenig überstehen lassen
  • Mastfußposition: Je kleiner die Fahrerin, desto weiter nach hinten sollte der Mastfuß montiert werden

Du hast weitere Fragen rund um das richtige Material für Frauen? Dann schreib und eine Mail an redaktion@surf-magazin.de, wir helfen dir gerne weiter

Schlagwörter: Frauen Material Trimm


Lesen Sie die SURF. Einfach digital in der SURF-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • Windsurfsegel aufbauen & trimmen

    Invalid date

  • Workshop: Windsurfsegel richtig aufbauen

    Invalid date

  • Trimm-Trick! So baust du dir eine Trimmhilfe für Windsurfsegel

    Invalid date

  • Windsurf-Material: Der ultimative Guide zum Gebrauchtkauf – Gabelbaum

    Invalid date

  • Workshop: Windsurfsegel richtig aufbauen

    Invalid date

  • Ultracore: Wundermaterial für Windsurfboards

    Invalid date

  • Leser-Tipp: Segel schonend abriggen

    Invalid date

  • Materialtuning für Frauen – die 5 besten Tipps!

    Invalid date

  • Windsurf-Tutorial: Segel trimmen und feintunen

    Invalid date

  • Windsurf-Material: Der ultimative Guide zum Gebrauchtkauf – Trapeze

    Invalid date

  • Windsurf-Material: Der ultimative Guide zum Gebrauchtkauf – Neoprenanzüge

    Invalid date