Neo-Tipps: So findest du den richtigen Surfanzug

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor 6 Jahren

Der Herbst steht vor der Türe, ein guter Neoprenanzug wird jetzt immer wichtiger. Wie du den perfekten Neo für deine Ansprüche findest, erfährst du hier!

Die Dicke des Neoprens entscheidet darüber, wie warm ein Anzug ist, sie ist immer auf den Anzug aufgedruckt. Die Dicke wird mit Werten wie 5/4, 4/3 oder 3/2 angegeben. Diese Zahlen stehen für die Materialstärke am Körper und den Extremitäten, 5/4 bedeutet also fünf Millimeter Neoprendicke am Körper und vier an Armen und Beinen. Wie dick dein Neo sein sollte hängt davon ab, wann du ihn primär nutzen möchtest.

Manuel Vogel Aufdruck zur Materialdicke

Die empfohlenen Einsatzbereiche/Saisonzeiten sind:

surf-Tipp: Als "Allrounder" empfehlen wir dir einen Neo der Stärke 5/3 oder 5/4/3. Diesen kannst du in heimischen Gefilden maximal oft verwenden. Lediglich an kalten Wintertagen und im Hochsommer passt diese Dicke nicht ideal.

Manuel Vogel Kaschiert (links), Glatthautneopren (rechts)

Generell unterscheidet man, unabhängig von der Dicke, Glatthaut- und kaschierte Anzüge. Glatthautneopren fühlt sich, wie der Name vermuten lässt, glatt auf der Außenseite an. Dadurch perlt Wasser schnell ab, die Verdünstungskälte ("Wind-Chill-Effekt") ist reduziert. Kaschiertes Neopren hat eine dünne Lage Nylon auf der Außenseite aufgeklebt. Dadurch sind die Anzüge sehr robust (zum Beispiel gegenüber Abrieb auf dem Standlack oder bei Kontakt mit der Finne), haben aber auch einen höheren Wärmeverlust durch höhere Verdunstungskälte. Ein 5/3er Glatthautneo ist, sobald man damit nass im Wind steht, also spürbar wärmer als ein gleichdicker kaschierter Neo.

surf-Tipp: Für Sommer, Herbst und Frühling ist man mit einem kaschierten 5/3er Neoprenanzug sowohl in punkto Wärmeisolierung als auch bezüglich Haltbarkeit bestens bedient. Nur wenn du auch regelmäßig an kalten Wintertagen 10° Celsius) aufs Wasser möchtest, macht ein Glatthautneo Sinn.

Besonders am Hals dringt bei zu weitem Schnitt viel Wasser ein

Wer erstmalig einen Neoprenanzug kauft, sollte diesen immer vorher anprobieren, der Gang zum lokalen Surfshop hat hier also große Vorteile gegenüber dem Kauf im Netz. Surfanzüge sollten, vor allem am Hals sowie den Arm- und Beinmanschetten, stramm am Körper anliegen damit keine Wasser eindringt, dabei aber an den wichtigen Stellen (Arme, Schultern) genügend Bewegungsfreiheit bieten und nicht zu eng sitzen. Sonst sind beim Surfen dicke Arme nach kürzester Zeit vorprogrammiert.

Manuel Vogel Mit der richtigen Ausrüstung kein "No-Go" – Surfen im Winter.

Für die ersten kalten Tage in der Übergangszeit lohnt es sich meist nicht einen zweiten, dickeren Anzug zu kaufen. Musst du auch gar nicht! Es gibt nützliche Accessoires für kleines Geld, die wir dir empfehlen können:

Kopfhaube

Die Halskrause wird unter den Neo geschoben und verhindert so, dass Wasser eindringt.

30 Prozent der Körperwärme wird über den Kopf abgegeben, die Anschaffung einer externen Kopfhaube (ab 19,90€) lohnt sich in jedem Fall. Außerdem schützt du damit auch deine Ohren gegen kältebedingte Folgen wie das "Surfer's Ear". Achte darauf, dass die Haube stramm am Kopf sitzt und eine Halskrause hat, die du unter den Surfanzug schieben kannst, um das Eindringen von Wasser zu verhindern.

Thermounterzieher

Upgrade – von innen beschichtete Neoprenunterzieher verbessern die Wärmeisolierung.

Jeder Neo lässt sich durch darunter getragene Thermounterzieher (Preis ab 50 €) nochmal ordentlich aufmöbeln. Die Unterzieher sind 1-2 Millimeter dick und auf der Innenseite mit Titanium beschichtet. Aus einem normalen 4/3er Sommerneo wird damit ein nahezu wintertauglicher Anzug. Zudem kannst du an heißen Sommertagen auch nur den Unterzieher verwenden.

Worauf du beim Kauf gebrauchter Neoprenanzüge achten musst, erfährst du in unserem "Rategeber Gebrauchtkauf"

Themen: NeoNeoprenSurfanzug


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