Redaktion

Aufsteigerboards von Star-Fish

  • Manuel Vogel
06.05.2020

Star-Fish wurde in Südamerika aus der Not geboren und hat sich mittlerweile auch in Europa etabliert. Zum Erfolg führen soll die Marke ein Segment, welches das Gros der Hersteller mitunter vernachlässigt: Boards für Ein- und Aufsteiger.

Am Jachthafen von Heiligenhafen sitzt der Vertrieb von Star-Fish Deutschland. Wir haben Inhaber Tim Carbonnel-Krause einen Besuch abgestattet und ihn zu den Hintergründen und der Markenphilosophie befragt.

Tim, Star-Fish ist sicher bislang nur den Wenigsten ein Begriff. Woher stammt die Marke?

Star-Fish wurde 2011 in Uruguay gegründet. Hintergrund war, dass Windsurfen dort zwar sehr beliebt ist und richtig boomt, aufgrund der Einfuhrabgaben aber unverhältnismäßig teuer ist. Aus diesem Grund beschlossen einige Surflehrer damals eine eigene Marke zu gründen und eigene Konzepte zu entwickeln. In Südamerika hat sich die Marke schnell ausgebreitet, jetzt gibt’s die Produkte auch in Europa.

Der Boardmarkt ist hart umkämpft und keine Gelddruckmaschine. Warum glaubt ihr, trotzdem eine Chance zu haben?

Star-Fish hat zwar eine komplette Boardrange­ von Wave, Freestyle bis hin zu Freeride und sponsert erste Worldcup-Fahrer, aber der Markt ist natürlich umkämpft. Wir haben eine andere Strategie und sehen unsere Nische vor allem im Ein- und Aufsteigerbereich, dort haben unsere Leute die größte Kompetenz. Es gibt jedes Jahr knapp 35.000 Leute, die ins Windsurfen einsteigen. Die Leute lernen es – kaufen aber anschließend ein SUP. Das ungelöste Pro­blem ist, dass 95 Prozent wieder aussteigen.

Leitet den Vertrieb von Star-Fish in Deutschland: Tim Carbonnel-Krause

Auch Aufsteigermaterial gibt’s von den etablierten Marken. Was sollen eure Produkte besser können als andere?

In den 70ern und 80ern war Windsurfen der einzige Funsport. Heute hat man sehr viel Auswahl, das heißt, der Funke muss schnell überspringen, sonst machen die Leute was anderes. Man braucht ein positives Erfolgserlebnis, das richtige Material ist einer der Schlüsselfaktoren. Seit vor vielen Jahren HiFly mit seinen günstigen und haltbaren PE-Boards weggefallen ist, gibt es im Schulungs- und Aufsteigerbereich eine klaffende Lücke, die wir nun schließen wollen. Viele Brettkonzepte auf dem Markt sind für Leichtwind einfach zu kurz, dadurch laufen sie kaum Höhe und schieben bei Leichtwind eine Bugwelle vor sich her. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Surfschulen und den Erfahrungen im VDWS-Langzeittest haben wir ein Konzept entwickelt, welches deutlich länger ist. Vielen Einsteigern, die dabeibleiben wollen, wird immer ein Shortboard ohne Schwert empfohlen, nach dem Motto: „Damit kannst du besser werden.“ Unterschätzt wird oft, dass viele aufgrund ihres Wohnortes im Binnenland und voller Terminkalender zu selten die Gelegenheit haben, auf einem Funboard ohne Schwert überhaupt besser zu werden. Also hören sie wieder auf. Es sollte okay sein, wenn Leute auf ihrem Einsteigerniveau bleiben und bei Leichtwind trotzdem Spaß haben, ganz ohne zu gleiten.

Das Einsteigerboard von Star-Fish soll vor allem bei Leichtwind gut laufen und ideal zum Üben von Manövern sein

Was sind die Eckdaten des Konzepts?

Wir haben ein Einsteigerboard in drei Größen – mit 255, 204 und 177 Litern. Das kleine Board kann als Fortgeschrittenenbrett und auch als Kinderbrett fungieren. Wir haben mit mehreren Schulen verschiedene Prototypen getestet und am Ende kam ein Brett raus, welches bei Leichtwind durch seine Länge sehr gut Höhe läuft und trotzdem kippstabil ist. Wir arbeiten recht intensiv mit dem Schulverband VDWS zusammen, dort hat das Brett bei einem Test von Einsteigerkonzepten sehr gut abgeschnitten.

Wo werden die Boards hergestellt?

Unsere Boards werden, wie viele andere auch, in China produziert. Es gibt sie als Epoxy-GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff, die Red.) und es wird alternativ ein Polycarbonat-Modell geben, was quasi unzerstörbar ist. Dieses Material wird für schusssichere Scheiben und Polizeischilde eingesetzt. Die Gewichte liegen zwischen 14 und 15,8 Kilo, die Preise ab 1000 Euro, samt Finne und Klappschwert.

Infos: www.starfish-germany.de und www.ilovewindsurfing.de

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