Redaktion

Tipps & Tricks: Verklemmte Masten trennen

  • Manuel Vogel
20.06.2016

Wenn nach der Surfsession die beiden Masthälften eine untrennbare Verbindung eingegangen sind, ist guter Rat teuer, um den Heimweg nicht mit einem Überlänge-Wimpel am Auto anzutreten. Wir zeigen euch, wie Trennungsversuche glücken.

Es passiert immer wenn man es am wenigsten gebrauchen kann – die Surfsession war gut und natürlich länger als geplant, zuhause wartet der wichtige Klausurtermin, die ungeduldige Freundin oder ein brüllendes Kleinkind. Und jetzt steht man am Strand und bekommt die Masthälften nicht mehr auseinander. Verzögerungen waren nicht eingeplant, genauso wenig wie den funktionierenden Mast am Strand zurückzulassen oder aufs Dach zu tapen. Das Teil muss auseinander! Aber wie?

Weil jeder das Problem schon mal hatte, hat auch jeder Windsurfer seine eigene Theorie, wie man verklemmte Masten erfolgreich trennt. Wir haben, auch auf Basis von eigenen leidvollen Erfahrungen, die besten Tricks für euch zusammengestellt. Dabei gibt es nicht "DIE" Methode. Mal klappt das eine, mal das andere. Umso besser, wenn man ein paar Ideen im Hinterkopf hat.

Sand, Salz und Carbonabrieb sind die Hauptverursacher verklemmter Masten. Oft reicht es schon, den Mast beim Aufbauen kurz auf dem Boden abzulegen – Salz und Sand in der Luft haften dann schnell an der Steckverbindung. Auch eine undichte oder fehlende Toppkappe kann Schuld sein, weil hier dann schnell Wasser und feinster Sand eindringen und von oben in die Steckverbindung einsickern.

Wenn es schon beim Zusammenstecken knarzt, sofort Kommando zurück und erstmal alles säubern. Ein wenig Wasser aus der Pulle oder ein alter Lappen helfen, den gröbsten Schmutz zu entfernen. Nach dem Zusammenstecken die Verbindung am besten kurz checken: Ist diese schwergängig, sofort noch mal sauber machen und mit viel Wasser spülen. Lassen sich Ober- und Unterteil mühelos wieder trennen, sollte später alles problemlos trennbar sein.

surf-Tipp: Wer sein Segel länger aufgeriggt lassen will/muss, sollte vor dem Aufbau alles säubern und Steckverbindung und Toppkappe mit etwas Tape abkleben – so kommt garantiert kein Dreck rein und der Mast geht auch nach vier Wochen Dauerbetrieb problemlos auseinander.

Ein feiner Surftag ist vorbei, jetzt schnell abbauen und ab nach Hause. Weil aber die beiden Mastteile oft verklemmter sind als katholische Klosterschülerinnen, endete schon so manche Heimfahrt vom Spot mit viel Gefluche und einem Überlänge-Wimpel am Auto. Wir geben euch wertvolle Tipps für erfolgreiche Trennungsversuche.

1. Der Hau-den-Lukas-Trick

Durch die einseitige Biegung ist die Steckverbindung oft nur leicht verkeilt. Versuche daher immer erst diese zu lösen, indem du den Mast unter ständigem Drehen auf Sand oder Wiese haust. Nein, der asphaltierte Parkplatz ist kein geeignetes Terrain!

Hilft das nicht, lege den Mast an beiden Enden auf und biege den Mast durch Drücken mit deinem Körpergewicht an der Steckverbindung durch. Drehe den Mast hierbei stückweise weiter. Diese Methode ist auch die Basis für alle anderen Tricks, die wir euch im Folgenden zeigen und immer der erste Schritt.

2. Der Viele-Hände-Trick

Viel hilft viel – oft erledigt sich das Problem, wenn nur genügend kräftige Surferhände zupacken. Da sich Masten aber unter dem Einfluss roher Gewalt komplett verkeilen können, bereite diese Maßnahme erstmal mit dem Hau-den-Lukas-Trick vor. Wichtig: Wechsele die Drehrichtung immer wieder, um zu verhindern, dass sich der Mast beim Lösen verkantet.

3. Der Gabel-Trick

Sind keine oder nur wenige helfende Hände in der Nähe, kannst du auch mit zwei Gabelbäumen und dem damit verbundenen größeren Hebel erfolgreich sein. Montiere mindestens je eine Gabel über und unter der Steckverbindung und sorge dafür, dass der Schnellverschluss sehr stramm sitzt. Vorsicht bei Masten mit Standard-Durchmesser (SDM): Gabel nicht zu fest anknallen, sonst lohnt sich der Trennungsversuch nicht mehr, weil der Mast den Surftag im nächsten Sondermüll beendet. Dünne „Skinny-Masten“ (RDM) sind hier deutlich unempfindlicher.

4. Der Heiß-Kalt-Trick

Funktioniert oft überraschend gut! Hier macht man sich zunutze, dass sich Materialien bei Erwärmung ausdehnen. Knallt die Sonne vom Himmel, lege den Mast so in die Sonne, dass das Oberteil an der Steckverbindung erhitzt wird und das Unterteil im Schatten liegt. Kurz warten, bis sich das Oberteil warm anfühlt und los geht’s! Auch erfolgreiche Trennungsversuche von Surfern, die das Topp mit warmen Wasser übergossen haben oder das Oberteil an den Abgasen des Bullis erhitzt haben, sind glaubhaft überliefert und durchaus nachvollziehbar.

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