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Deutschland: Hamburg-Glückstadt

  • reemedia
30.08.2012

Dunkle Wolken über dem Atomkraftwerk Brokdorf – bald soll’s vorbei sein mit der strahlenden Kraft aus Atomen. Die Windenergie wird bleiben am City Spot Glückstadt. Eine gute halbe Stunde Fahrzeit liegt das Revier an der Elbe von der Hamburger City entfernt und beschert nicht selten eine kernige Feierabend-Session.

Surfspot Hamburg Glückstadt

Genau an der Mündung des Flusses Stör, der in die Elbe endet, trifft sich eine wachsende Windsurfszene. Ins Navi gibt man am besten “Borsfleth” ein, und fährt noch durch dieses kleine Dorf durch und nach vielleicht einem Kilometer befindet sich auf der rechten Seite ein kleiner Parkplatz, an dem wir unser Auto abstellen. Es geht kurz über den Deich und auf den ersten Blick erwartet uns ein klasse Ausblick. Die Elbe ist hier schon locker mal 800 Meter breit und wir bestaunen die riesigen Containerschiffe, die den Hamburger Hafen ansteuern. Der “klasse Ausblick” wird vielleicht geschmälert, oder sagen wir mal, er bekommt eine ganz besondere Note: Das Atomkraftwerk Brokdorf auf der anderen Störseite “gibt dem Spot das gewisse Etwas. Oder um es anders auszudrücken, ohne das AKW würde hier etwas fehlen”, meint Jörgen. Fast schon skurril wirken auf uns die Windsurfer vor dem für AKWs typischen und großen Druckwasserreaktor mit der halbrunden Kuppel.

Schnell den einen schwarzen Anzug gegen den anderen tauschen: Jörgen treibt’s nach dem Meeting im Büro schnell auf die Elbe.

Doch zurück zu den Windsurf-Begebenheiten vor Ort. Wir stehen auf dem Deich, der mit dichtem Gras bewachsen “und mit Schafsknödel versehen ist,” gibt Jörgen zum Besten. Tatsächlich weiden hier häufig große Schafherden, die entsprechend großen “Dreck” hinterlassen. Wir haben heute einen strammen Wind aus westlichen Richtungen mit etwa 20 Knoten. Jörgen Vogt kommt im VW-Bus angerollt, noch im Business-Anzug wird schnell das 4,7er aufgeriggt und raus geht’s. Wann funktioniert dieser Spot? Zwei bis drei Stunden vor und nach Flut gehen die meisten Windsurfer hier raus, “sonst wird es eine Schlammparty”. Klar, das geht auch und genauso wie an der Ostfriesischen Küste muss man sonst durch Schlamm marschieren, um zum Wasser zu gelangen. Wasser hat man immer, nur dreckig wird man um Niedrigwasser herum recht schnell im Schlick.

Endlich mal ein Spot, den man als Hamburger sehr schnell erreichen kann“, freut sich Jörgen. „Glückstadt ist der für Hamburger am nächsten gelegene Surfspot.

“Die beste Windrichtung ist Nordwest oder Südost, dann hat man neben der Mole je nachdem links oder rechts kabbelfreies Wasser, um Freestyle-Moves zu üben,” gibt Jörgen Vogt die Marschrichtung aus. Heute kommt der Wind aus Südwest und glattes Wasser ist weit und breit nicht zu entdecken. Es ist nicht gerade einfach, bei diesen Bedingungen ruckelfreie Halsen aufs Parkett zu legen. Dafür eignen sich die kleinen steilen Rampen sehr gut für Spinloops und Air Jibes. Und Local Jörgen Vogt fügt noch mal sehr genau hinzu: “Der Spot funktioniert perfekt von Ostsüdost über West drehend bis Nordwest. Bei Südost hat man rechts von der Mole und bei Nordwest Flachwasser links der Mole.

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