Einsteigerboard Patrik E-Ride„Richtiges Windsurfen – von Anfang an“

Manuel Vogel

 · 10.08.2022

Einsteigerboard Patrik E-Ride: „Richtiges Windsurfen – von Anfang an“Foto: Steven Stratfold

Mit einem simplen Farbkonzept und speziellem Shape soll der Patrik E-Ride die Verbindung zwischen Einsteiger- und Gleitboard darstellen.

Henning Terstiege, der deutschen Vertreter von Patrik, hat uns das neue Einsteigerboard vorgestellt und erklärt, wie Windsurf-Anfänger mit den farblichen Markierungen schnellere Fortschritte erzielen sollen.

Henning, euer Modell E-Ride gibt‘s in zwei Größen mit 165 und 205 Litern Volumen - typische Einstiegsgrößen also. Was unterscheidet das Modell von Aufsteigerbrettern auf dem Markt?

Typische Einsteigerboards auf dem Markt sind recht lang, schwer und kippstabil. Das Ziel: möglichst wenig reinfallen und schnell kreuzen lernen. Wenn dann mal drei Windstärken sind, wird beim klassischen Üben oft sehr früh auf ein Mini-Segel gewechselt. Auf diese Weise gibt‘s Surfeinsteiger, die zwar wenig reinfallen und schnell das Kreuzen lernen. Sobald aber mehr als zwei Windstärken sind, kommen sie mit normalen Segelgrößen oft nicht mehr klar – weil sie eine sportlichere Standposition weiter hinten und die Segelkontrolle bei mehr Wind nie gelernt haben. Unser Weg mit dem E-Ride sieht da etwas anders aus: Hier geht es darum, Surftechniken spielerisch und direkt vollständig zu erlernen, damit man als Fortgeschrittener nicht wieder von vorne anfängt – und man vor allem diese große Faszination des Gleitens so früh wie möglich erlebt.

Nenne mal ein Beispiel, bitte!

Das E-Ride dreht aufgrund seiner kürzeren Maße und der runderen Outline im Heck deutlich schneller, wenn die Segelsteuerung nicht passt. Das bedeutet, dass man zwar von Beginn an etwas exakter steuern lernen muss, dafür versteht man aber die Theorie dahinter schneller. Das Gleiche gilt für die Standposition: Wer weiß, wo er beim Geradeausfahren stehen muss, hat den Kopf frei für andere Dinge. Deshalb haben wir ein Farbkonzept aufs Brett übertragen.

Farbcodes für Einsteiger: rot - orange - gelb

Auf „rot“ stehst du beim Segelaufholen, beim Anfahren auf „orange“. Sobald etwas mehr Wind ist, ist „gelb“ deine Mission, hier gibt‘s auch eine erste, leicht erreichbare Schlaufenposition. Da das Board in stabiler Einsteiger-Bauweise vergleichsweise leicht ist, setzt es den Segelzug schnell um und kommt früh in eine Art Halbgleiten – lange bevor die Lernenden Trapezsurfen können. Die spezielle Volumenverteilung verhindert, dass das Heck bei Belastung zu sehr absinkt. Die Fußschlaufen geben Halt und Kontrolle, und bei den geringen Geschwindigkeiten lernt man das Schlaufenfahren somit gefahrlos und easy. So kommt von Anfang an echtes Windsurf-Feeling auf.

Einsteiger lernen durch farbige Markierungen die richtige Standposition. Rote und grüne Rails helfen auch beim Thema Vorfahrt, den Überblick zu behalten.Foto: Steven Stratfold
Einsteiger lernen durch farbige Markierungen die richtige Standposition. Rote und grüne Rails helfen auch beim Thema Vorfahrt, den Überblick zu behalten.

Ein Einsteigerboard ist normalerweise sehr lang und gestreckt, um bei Leichtwind gut kreuzen zu können. Das dürfte auf dem E-Ride erfahrungsgemäß etwas schwerer fallen, oder?

Im Vergleich zu längeren Brettern fährt der E-Ride bei nur einer Windstärke natürlich etwas langsamer, keine Frage. Kreuzen kann man damit dank des Klappschwerts aber trotzdem problemlos. Doch am Ende ist der Spaß beim Lernen oft größer, wenn ich in einer Böe mal kurz das Gleiten erlebt habe, als wenn ich immer „nur“ perfekt kreuzen kann.

Also erst das Gleiten, dann die Basics?

Ja, manchmal kann das der richtige Weg ein. An Stehrevieren kann man auch mal zu Fuß Höhe laufen. Beim Erlernen einer neuen Sportart sollten doch die Action und der Spaß im Vordergrund stehen, oder nicht? Das soll nicht heißen, dass der klassische Surfunterricht falsch ist, denn natürlich kommt es immer auf die Fähigkeiten der Menschen und die Reviergegebenheiten an, welche Art von Surfunterricht Sinn macht. Es ist also eher ein alternativer Ansatz, der jedoch bewirken kann, dass mehr Anfänger nach ihren ersten Versuchen oder einem Kurs beim Windsurfen bleiben und weitermachen wollen. An meiner Surfschule „Surfing Kalifornien“ schulen wir nach wie vor zu 80 Prozent auf die klassische Art und Weise. Aber es gibt immer wieder Kinder und Erwachsene, die sportlich und hoch motiviert sind – und denen macht das Lernen auf einem modernen Board wie dem E-Ride einfach mehr Spaß. Die kommen vom Wasser und strahlen, weil sie mit einer kleinen Böe auf der Sandbank kurz in den Schlaufen standen und quasi ins Gleiten gekommen sind.

Eine integrierter Nose-Protektor schützt den Bug.Foto: Steven Stratfold
Eine integrierter Nose-Protektor schützt den Bug.

Nicht nur Einsteigerboard, sondern auch Freerider

Welches Potential bietet das Brett für bessere Windsurfer?

Der E-Ride kann auch relativ sportlich mit großen Freeride-Segeln gefahren werden, es gibt hierzu noch weiter außen liegende Schlaufenpositionen als Vierer-Setup. Das Klappschwert kann dann am Strand bleiben. Damit die Brettnase bei Schleuderstürzen nicht ramponiert wird, ist vorne ein Nose-Protektor unter dem Deckpad integriert. Die optionale Trageschlaufe an der Nase ermöglicht das bequeme Tragen zu zweit. Im Heck steckt zudem eine solide Powerbox-Finne, die Steinkontakt verzeiht, aber auch genug Performance zum Gleiten liefert. Weil sie ein breites Profil hat, das bereits bei geringen Geschwindigkeiten gut führt. Ein weiteres Argument für das Board ist auch die tolle Eignung für Kinder: Die Farbcodes helfen ihnen enorm, sich schnell zurechtzufinden – und selbst mit einem 1,5er-Segel lässt sich der E-Ride 165 gut drehen. Erwachsene ab 80 Kilo sollten den E-Ride 205 wählen, denn beide Boards fühlen sich, verglichen mit klassischen Shapes, agil und wendig an.

Was kostet das E-Ride?

Das Board gibt‘s für 1599 Euro in allen Patrik Pro Shops!

Patrik E-Ride

  • Größen: 165/205 Liter
  • Längen: 255/269 cm
  • Breite: 80/89 cm
  • Preise: 1599 Euro

Weitere Infos unter patrik-windsurf.com>>