Redaktion

Einsteigerboards 2002

  • Stephan Gölnitz
30.03.2005

Die Pisa-Studie lässt grüßen: Fast alle Hersteller starten jetzt eine Ausbildungsoffensive – kurze, breite Boards mit scharfem Shape und sanftem Softdeck als Lehrmittel für den Urlaub und den heimischen See. Fett genug für die erste Turnstunde am Gabelbaum, flott für den raschen Aufstieg und fit genug für den Langschlag über den See.

Manchmal fragt man sich, warum eigentlich niemand früher drauf gekommen ist, doch gerade das Geniale liegt manchmal einfach zu nahe: Seit Jahrzehnten drehen Kinder mit Stützrädern am Bike ihre ersten Runden, schon vor Jahrtausenden stabilisierten Südseebewohner ihre Kanus mit weit ausladenden Auslegern. Vor gut drei Jahren erst wurde der Floß-Effekt dann auch fürs Windsurfen entdeckt – und seitdem wachsen auch unsere Boards spürbar in der Breite. Endlich kommen auch Surfanfänger und -aufsteiger in den Genuss überbreiter, kippstabiler Schulfahrzeuge mit Erfolgsgarantie. Parallel entwickelte auch die Regattaszene ihre Kursrenn-Boards in der gleichen Richtung. Denn größere Breite bedeutet nicht nur mehr Kippstabilität, sondern auch Gleitfläche ohne Ende. Und genau danach gieren Racer bei den Kursrennen der Formula Windsurfing, wenn es darum geht, bei Leichtwind als Erster ins Rutschen zu kommen.

Bei rund einem Meter maximaler Breite haben sich beide Brettgruppen mittlerweile eingependelt und sind im Shape ähnlich wie nie. Die größere Dicke, Softdeck sowie zusätzliche Klappschwerter oder Finnen in Brettmitte sind die größten Unterschiede der Schulfahrzeuge zu den Serienrennern. Beinahe so, als könnte man auf einem umgebauten McLaren-Mercedes mit Klima und Sitzheizung die Fahrprüfung ablegen. Sicherlich erreichen die preisgünstigen und deutlich schwereren Spaßbomber nicht die Leistungen eines Formula-Racers, doch erste Gleiterlebnisse sind darauf garantiert. Bei zwei Windstärken toben die Kinder auf dem Teppich (fast alle Boards haben einen weichen Decksbelag aus EVA-Schaum), bei drei schlüpft Mama erstmal ohne Angst in die Schlaufen und ab vier lässt Papa die Familie im Stich und lässt den Teppich übern See fliegen.

Soweit zumindest die Theorie. Denn nicht alle aufgemotzen Schulschiffe sind auch sportliche Frühgleiter, und nicht jeder gedrosselte Racer lässt sich von Aufsteigern ohne weiteres kontrollieren. Dennoch decken fast alle von uns getesteten Boards einen weiten Bereich ab, vom reinen Einsteiger bis zum sportlich angehauchten Binnengleiter.

Folgende Produkte wurden getestet:

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    Erster Test: Breite Ein- und Aufsteigerboards

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