GA-Sails kommt frisch und ganz neu mit Foils auf den Markt, Fanatic gibt erstmalig ein wirklich ausgereiftes Produkt in den Test und Naish präsentiert schon die 2020er Boards und Flügel. Dazu schrumpfen bei I-99 und RRD die Packmaße der kompletten Ausrüstung auf völlig neue Dimensionen und Starboard will mit dem SuperCruiser das neue Universal-Foil stellen. Wir konnten die Neuheiten zu Saisonbeginn bereits zu ersten Ausflügen mitnehmen.
Die Saison beginnt gerade erst, da tauchen zumindest im Foil-Sektor schon wieder ganz neue Produkte auf dem Schirm auf. Die Innovationszyklen sind ja noch kurz und die Marktanteile noch nicht verteilt. Neben frühen Innovatoren, wie Starboard, die bereits die 3te oder 4te Generation Foils auf die Startbahn schieben, springen so auch die anfänglichen Foil-Zauderer auf den zunehmend flotter rollenden und nicht mehr zu stoppenden Zug auf. Die Experimentalphase ist abgeschlossen, wer heute ein Foil kauft, bekommt in der Regel ein zumindest ordentlich funktionierendes Produkt. Mittlerweile ist aber auch klar: Wer wirklich regelmäßig Foilen will, kommt um ein richtiges Foil-Board kaum herum. Spezielle Railshapes im vorderen Bereich und ein voluminöser, stärker aufgebogener Bug sorgen wirksam für Schadensbegrenzung bei ungewollten abrupten Landungen. Recht parallele Outlines ermöglichen einen ausbalancierten Trimm bei entspanntem Stand und breite Hecks bieten genügend Hebel für stabile Kontrolle über das Foil. Ein toller Nebeneffekt sind die kurzen Packmaße, so passt ein RRD Compact mit nur 1,80 Meter absolutem Maß locker hinter den Beifahrersitz in nahezu jeden Kombi-Pkw. Das Starboard Foil 111 hat gerade die nötige Mindestbreite, wirkt sehr klein und kompakt, für leichtere Surfer mit nicht allzu großen Segeln bis etwa sieben Quadratmeter eine sehr gut gelungene, kompakte Kombination. Vergleichsweise groß – aber auch sehr einfach zu starten – wirkt dagegen die Fanatic-Plattform.
Die meisten Hersteller haben sich auf 85er Masten eingeschossen – zumindest in den Freeride- und Freeraceklassen. Das verschafft ausreichend Flughöhe und Reserven auch für höhere Kabbelwellen, ohne die Nachteile sehr langer Masten. Je länger der Mast wird, umso schwieriger – und teurer – wird es, eine wirklich steife Konstruktion zu erreichen und für lange Masten sind entsprechend breite Boards erforderlich. Im Racing bringen solche Set-ups zwar die entscheidenden Grad Unterschied auf Amwindkurs – aber damit landet man schnell wieder bei Boards in Formula-Abmessungen – was viele mit dem Foil ja gerade elegant umsegeln möchten. Und hinsichtlich Höhelaufen sind alle getesteten Foil-Kombos vergleichbaren Boards mit Finne überlegen. Alle Alumasten zeigten sich dabei als absolut ausreichend steif – Carbonmasten, wie bei Starboard wirken leicht und elegant, treiben meist aber auch den Preis nach oben.
Scharfe Teile – was als bewunderndes Kompliment gemeint sein kann, ist bei Foils oft zweischneidig. So sind die messerscharfen Hinterkanten bei den GA-Sails-Flügeln sicherlich leistungsoptimiert wie bei High-End-Racefinnen, aber auch verletzungsträchtig und sehr anfällig für Beschädigungen. Da reicht die kleinste Grundberührung mit der Hinterkante für einen Werkstattbesuch. Das Fanatic-Foil wirkt dagegen wie ein gepanzertes Schlachtschiff, sicherlich schwerer – was beim Foilen aber kaum spürbar ist – dafür aber extrem solide dimensioniert.
Naish setzt auf werkzeuglose Montage. Die Grundplatte wird mit vier Schrauben am Board in den US-Boxen befestigt, das Foil wird dann in die Schienen dieser Platte eingeschoben und mit nur einer Flügelschraube fixiert. Bei voll angezogenen Schrauben der Grundplatte ließ sich allerdings das System unseres Testboards nicht bedienen, ohne die vier Schrauben leicht zu lösen. Weil das Foil fliegt, ist die Boardunterseite nicht ganz so wichtig, RRD hat vor dem Finnenkasten einfach einen SUP-Griff eingebaut. Damit wird auch eines der letzten Foil-Probleme – das unhandliche Handling beim Tragen der kompletten Ausrüstung – endlich sprichwörtlich angepackt.