Einzeltest 2015: Breite Freerider von Lorch und Tabou Einzeltest 2015: Breite Freerider von Lorch und Tabou Einzeltest 2015: Breite Freerider von Lorch und Tabou

Einzeltest 2015: Breite Freerider von Lorch und Tabou

  • Stephan Gölnitz
 • Publiziert vor 6 Jahren

Fanatic hat einen, JP ebenfalls und RRD schon lange. Ein Trend ist zum Mainstream geworden – Tabou und Lorch gehen jetzt auch in den „Breitensport“ – mit zwei Boards, die ganz unterschiedliche Fahrer ansprechen dürften.

Seit allgemein anerkannt ist, dass breite Boards meist besser zu kontrollieren sind als schmale "Nadeln" und zumindest bei "normalem" Wind und in der Durchschnittsgeschwindigkeit auch schneller, sind die dünnen Shapes salonfähig geworden und ziehen mit Nachdruck in Shops und Schulen ein. Breiter und kürzer – das sorgt für mehr Stabilität um die beiden wichtigen "Schaukelachsen". Breite, flache Bretter bewegen sich auch im Kabbelwasser meist weniger auf und ab, sondern fliegen eher drüber und wie ein Breitspurfahrwerk "rollen" die Boards auch weniger um die Längsachse. Dabei kombinieren die Designer überwiegend kürzere Finnen, was die Laufruhe weiter verbessert. Die Zeiten voluminöser Baumstämme mit Riesenflossen zum Höhepressen neigen sich dem Ende. Denn ruhiger und stabiler gleitende Boards sind einfacher kontrollierbar – und mehr Kontrolle sorgt für mehr Speed und Spaß.

Tabou Rocket Wide Ltd. 118, Modelljahr 2015

TABOU  ROCKET  WIDE  LTD  118  ...

Tabou Rocket Wide Ltd. 118 2015

...ist das neue Geschoss von Shaper Vollenweider. Wir konnten die flinke Flunder bereits Probe "fliegen" und von Tabou-Boss Knut Budig die History erfahren: "Wir hatten ja schon 2012 mit dem Thunder einen breiten Freerider, der allerdings nicht ganz so geworden ist, wie er eigentlich geplant war. Der Rocket Wide basiert jetzt – wie viele unserer Boards – aus Erfahrungen mit unzähligen Prototypen vom Slalomboard Manta." Der Thunder konnte auch bei unserem Test damals nicht wirklich überzeugen, ganz anders als der neue Rocket Wide. Das sehr dünne Board (nur 118 Liter bei 78er-Breite) wirkt leicht und agil am Fuß, wie eine Mischung aus dem bekannten Rocket und einem kurzen Race-Slalomboard. So fliegt es nahezu berührungslos über die Wellen, hängt dabei recht lebhaft am Fuß und ermöglicht beachtlichen Top-Speed. Ein bereits erfahrener Surfer sollte dabei die Kontrolle übernehmen. Nicht weil das Board schwierig zu surfen ist, sondern in erster Linie wegen der beim LTD nur außen vorgesehenen Schlaufenplugs.

Tabou Rocket Wide Ltd. 118

Das schmale Heck ermöglicht dabei bei reduziertem Speed auch enge Turns, in weiten, entspannten Gleithalsen kommt der "Wide" aber nicht ganz an die Qualitäten des klassischen Rocket heran, da sind wir uns mit dem Tabou-Marketing sogar einig: "Der Rocket ist unserer Ansicht nach bei den Halsen schnittiger. Der Rocket Wide ist dafür beim Durchgleiten überlegen", verspricht Knut Budig. Und hat für die besseren Fahrleistungen auch gleich die Erklärung parat: "Der Rocket Wide hat ja auch keine lange gerade Fläche wie der Rocket. Und durch die große Breite und dem extremen doppelkonkaven vorderen Bereich soll das Board wie auf einem Luftkissen über den See heizen." Das können wir so bestätigen, mit 7,8er- Cambersegel befeuert geht auf dem "Wide" die Post ab – und er etabliert sich als leistungsstarkes Spaßbrett für engagierte Windsurfer. Wir freuen uns jedenfalls schon auf den direkten Vergleich zwischen Rocket und Rocket Wide im Test 2015.

surf-Fazit: Ein sehr sportlich frei laufendes Board mit sehr gutem Durchschnitts- und Top-Speed.

Lorch Starlet 115, Modelljahr  2015

LORCH STARLET  115 

Lorch Starlet 115 2015

"Die Grundidee hinter dem Starlet war, dass es zwar breite Bretter gibt, aber keine für leichte Surfer" – erläutert Shaper Günter Lorch die Philosophie zu dem neuen "Sternchen": "Da sind die Volumina meistens zu groß. Eine Frau mit 50 oder 60 Kilo hat auf einem Breeze (Red., das große Lorch Freerideboard) mit 75 Zentimeter Breite dann 90 Liter Volumenüberschuss. Das ist viel zu viel und das Board wackelt auch noch, weil man so hoch über dem Wasser steht." Frauen lieben außerdem erfahrungsgemäß Boards mit guter Kontrollierbarkeit – und darin konnte der Starlet bei unserem Test am Gardasee überzeugen:  Gedämpft, laufruhig, weich gleitend. Dazu ist dieses Komfortpaket noch garniert mit super bequemen Schlaufen.

Für korrektes "Gendering" – die Gleichberechtigung von Surferinnen und Surfern – haben wir das Board aber auch mit Pizza-gefülltem Männerbauch durch die Halse gejagt und siehe da, die guten alten Lorch-Tugenden von bestem Gleitpotenzial in der Kurve sind geblieben und tragen auch Surfer mit nur 30 Liter Restvolumen (bei 85 Kilo Körpergewicht) sicher und schnell durch die Kurve. Das Brett gleitet gut an und wirkt in erster Linie sehr kontrollierbar und Fehler verzeihend. Im Gegensatz zum Tabou ist der Druck mehr auf beide Beine verteilt, die Gleitfläche wirkt etwas länger, Stress kommt auf dem Starlet nie auf. Selbst scharfkantige Kabbelwellen werden souverän und unmerklich glatt geschliffen. Die 42er-Finne verträgt dabei locker den Druck eines 7,8er-Segels, ist Spin-Out-sicher, allerdings auch nicht unbedingt die Waffe für GPS-Top-Speed-Jäger.

Aber das ist auch nicht die Zielgruppe des neuen Boardkonzeptes in der Lorch-Range. "Ich habe hinten auch eine Mittelposition zum Schlaufenfahrenüben vorgesehen, für Surfer, die sich noch nicht in die Schlaufen trauen und außen die Heizerposition – für den Vater, der kann surfen, der will Slalom fahren. Das ist ein Familienbrett", beschreibt Günter den Einsatzbereich. "Ich habe auch nicht den reinen Renn-Slalom-Deck­shape hinten vorgesehen, sondern eine neuere Line, da steht man komfortabler, nicht so auf einem Ballen wie beim Slalombrett. Viele wollen ja nicht so weit außen stehen, jetzt geht das Deck schräg nach oben weg, da steht man innen immer noch bequem." Dazu passt nach unseren Fahreindrücken das nicht allzu breite Heck, das gute Kurvenradien erlaubt. Noch runder wird die Outline dann beim größeren Shape mit 125 Litern. Das Heck bleibt ähnlich schlank und in der Mitte wächst das Board auf satte 83 Zentimeter.

surf-Fazit: Der neue Starlet nutzt die größere Breite in erster Linie für mehr Fahrkomfort, bessere Kontrolle und einen gewachsenen Einsatzbereich. Ein besonders komfortabel zu surfendes Board.

Lorch Starlet 115 2015

Lorch Starlet 115Volumen: 115/125 Liter Gewicht* 115 L: 8,2 kg Längen/Breiten: 236/75  236/83 cm Finnen: MFC 42/42 cm, Powerbox Preis: 1990 Euro Infos: www.lorch-boards.de

Tabou Rocket Wide Ltd. 118 2015

Tabou Rocket Wide LTD Volumen: 108/118/128/138 Liter Gewicht* 118 L: 7,2 kg Längen: alle Größen 240 cm Breiten: 73/78/84/87 cm Finnen: 34/38/44/48 cm, Powerbox Preis: 1999 Euro Infos: www.tabou-boards.com

Der "Rocket Wide" (rechts) bietet zumindest als "LTD" eigentlich nur die Sporteinstellung. Schlaufensurfen sollte eine sichere Sache sein. Die Dübel beim Lorch Starlet würden dagegen für drei Tabou-Boards reichen. Von komfortabel-sportlich bis aufsteigertauglich ist alles dabei.

Schlagwörter: Einzeltest Lorch Rocket schon gefahren Starlet Tabou


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