Einzeltest: Tabou Rocket 125 LTD - 2016

16.10.2015 Stephan Gölnitz - Er ist einer der Bestseller der letzten Jahre – jetzt kommt „Der Neue”. Wir konnten den 125er Tabou Rocket bereits ausgiebig mit Segeln von 5,5 bis 7,8 ausprobieren.

© Stephan Gölnitz
Count Down - für den Rocket 2016 
Count Down - für den Rocket 2016 

Was für Autofreunde der Golf 8 oder 9 ist, ist für viele Surfer vermutlich der neue Tabou Rocket. Wenn ein Klassiker – und das kann man im Fall des Tabou sicher sagen – der viele Top-Testergebnisse eingesackt hat, neu aufgelegt wird, schaut die Surfwelt genau hin. Für viel Interesse hatte daher auch bereits diese Saison der "Rocket Wide" gesorgt, der sich dann aber als deutlich anspruchsvoller ausgelegtes Board entpuppte. Das Ende der guten alten Rocket-Ära schien da.

  Auch Shaper Vollenweider gibt zu, dass es nicht leicht war, ein bereits sehr ausgewogenes Board zu erneuern. Mit dem neuen "reinen" Rocket könnte aber ein guter Coup gelungen sein. Doch vorab die Zahlen.

  Drei Zentimeter breiter wurde der neue Rocket – das bleibt ein eher gemäßigter Zuwachs, verglichen mit den aktuellen breiten Freeridern anderer Marken. Weil Shaper Vollenweider die Länge dabei gleichgelassen hat, "um den harmonischen Übergang ins Gleiten zu behalten" wurde das Board ordentlich ausgedünnt. Vor allem die schlankeren Kanten fallen jedem Rocket-Kenner sofort ins Auge. Nach unseren ersten Testerfahrungen – allerdings noch ohne direkten Vergleich zu Fanatic Gecko, JP Magic Ride und Co. – geht die Rechnung gefühlt auf. Der 125er LTD, der uns mit einer 40er-Freeridefinne erreichte, dümpelt stabil und gleitet flüssig an. Dann kommt schon der erste spürbare Aha-Effekt. Da ist doch einiges vom Rocket Wide übertragen worden. Das Board wirkt kleiner, agiler und spritziger am Fuß, der zusätzliche Schuss Sportlichkeit ist gut abgestimmt und dürfte niemanden überfordern.

© Stephan Gölnitz

  Der alte Rocket war das sprichwörtliche "Easy-Going-Board", der Nachfolger bietet jetzt eine freiere Gleitlage und einen Tick spritzigeres Fahrgefühl – genau das, was sich vor allem etwas sportlicher orientierte Freerider wohl gewünscht haben. Uns hat das Board jedensfalls auch mit einem 7,8er-Racesegel gut gefallen. Es fährt freier über den Chop und wird selbst mit der Serienfinne verdammt schnell. Über 50 km/h waren bei kräftigem Wind im Kabbelwasser auf dem Starnberger See locker drin. Bei diesem Top-Speed spürt man aber auch, dass das neue Board zumindest eine Spur mehr Aufmerksamkeit benötigt. Im "normalen" Windbereich bleibt der Rocket brav, aber auch eine Spur lebendiger als zuvor. Und von dieser neuen Lebhaftigkeit nimmt das Brett auch einen guten Schuss mit in die Halse. Der "Alte" war ein Gleitwunder in der Kurve, benötigte aber für enge Halsen viel Druck. Jetzt dürfen sich leichtere Surfer freuen: Halsen lassen sich spürbar enger ziehen, mit weniger Kraftaufwand, und die Kontrolle in der Kurve ist nach unserer Einschätzung auf ähnlich gutem Niveau geblieben. Schwieriger als an unseren Testtagen können die Bedingungen zum Halsen kaum sein – und dennoch hat es einfach Spaß gemacht, mit dem neuen Rocket einen Turn nach dem anderen ins Wasser zu schlitzen. Der erste große Vergleichstest dürfte verdammt spannend werden.

Tabou Rocket 125 LTD
Volumen: 95/105/115/125/135/145 Liter
Längen: 237/246/242/250/250/250 cm
Breiten: 58/63/66/72/76/76 cm
Gewichte: 6,0/6,5/6,9/7,1/7,5/7,6 kg
Finnen: 30/34/38/40/44/46 cm
Preis: 2199 Euro
www.tabou-boards.com

© Stephan Gölnitz
Bei unserem Testboard waren die neuen Schlaufen für Schuhgröße 46/47 nicht kleiner einstellbar als auf dem Foto dargestellt. 
Bei unserem Testboard waren die neuen Schlaufen für Schuhgröße 46/47 nicht kleiner einstellbar als auf dem Foto dargestellt. 

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