Test 2017: Fanatic Blast Ltd und Tabou 3S

20.12.2016 Jeanette Kühn - Stubbies für Freeride, Freerace und Freemove – kurz und gut? Neben reinen Waveboards werden jetzt auch die ersten „großen” Boards im kompakten Shape gesichtet. Wir konnten bereits zwei 2017er Serienboards probefahren.

© Stephan Gölnitz
Fanatic Blast LTD
Fanatic Blast LTD

Fanatic Blast Ltd

LTD oder Textreme – das sagt eigentlich schon alles. Wenn ein Board nur in den beiden feinsten Bauweisen angeboten wird, dann wird das nicht der Durchschnittsfreerider für die Verleihstation sein. In der Liga ist Fanatic mit dem Gecko auch bestens aufgestellt, der neue Blast spricht den anspruchsvollen, fortgeschrittenen Surfer an, der mit kurzen, kompakten Boards bereits mühelos klarkommt. Auf dem Blast gehören die Schlaufen nach außen, dazu ein schnelles Freeride- oder Freerace­segel und eine gute Prise Wind, dann fliegt das Brett nur so übers Wasser. "Das ist einer der Vorzüge" sagt Entwickler Craig Gertenbach, "du kannst es mit NoCam-, 2-Cam-oder Racesegeln fahren". Ein Eindruck, den wir voll bestätigen können.

© Stephan Gölnitz
Fanatic Blast LTD
Fanatic Blast LTD

Zum Angleiten gilt wie für den Tabou: Abfallen und etwas Pumpen beschleunigt die ersten Meter, danach geht das Board eigenständig ab wie eine geölte Kanonenkugel. Allerdings wirkt es am Fuß trotz 130 Litern leicht und klein, aber auch ordentlich agil. Zwar hält es die Nase sehr stabil unten, aber die leichte Nervosität um die Längsachse erfordert etwas Konzentration, vermittelt dafür ein besonders lebendiges und super schnelles Gefühl. Und schnell ist der Blast mit seiner klein bemessenen 42er-Finne auf jeden Fall. Dabei setzt das Board so gut wie nicht ein und wenn, dann nur sanft und mit ganz leichtem, smarten Rebound von der Welle und fliegt ungebremst weiter. Die Kontrolle ist bei gehobenem Freerace-Fahrkönnen daher sehr gut. So lässt sich das Board auf allen Kursen besonders mühelos freihalten und verleitet einfach dazu, sich jedem Free­racer oder Slalomfahrer ans Heck zu heften. Auch in der Halse stehen dem Blast alle Wege offen – wenn man das Brett dabei etwas an die Kandarre nimmt. Wer das Temperament bändigt, der kann zwischen engen Halsen und weiten Radien wählen, auch noch mitten im Turn. Und das bei nur leichtem Fußdruck und hohem Kurvenspeed. Kleine Lenkfehler setzt das Board aber ebenso schnell um, ein Easy Jibber will der Blast nicht sein.

surf-Fazit: Der Hawk-Nachfolger ist die super sportliche Ergänzung zum Gecko. Für fortgeschrittene Surfer mit Erfahrung auf kompakten Boards.

© Stephan Gölnitz
Fanatic Blast LTD
Fanatic Blast LTD

Fanatic Blast LTD
Volumen:
130 Liter
Gewicht: 7,3 kg (gemessen)
Länge: 233 cm
Breite: 70 cm
Finne: 42 cm
Preis: 1999 Euro
Infos: www.fanatic.com

"Die parallelen Rails bringen mehr Beschleunigung und Top-End-Speed. Kombiniert mit dem Rocker und Railshape ist sogar das Drehen besser als bei konventionellen Shapes” – Craig Gertenbach, Brand Manager Fanatic


 

Die neue S-Klasse: Tabou 3S

© Stephan Gölnitz
Tabou 3S
Tabou 3S

 

3S – das  war bisher die Antwort auf alle Fragen. Wer sich nicht zwischen Freeride, Freemove, oder doch ein bisschen Welle entscheiden konnte, bekam mit dem Tabou 3S das Kompromissboard schlechthin. Auch ohne den großen Quervergleich können wir schon jetzt sagen: Das wird 2017 anders. Das Board wird radikaler, extremer – und etwas anspruchsvoller. Selbst der 106er wirkte am Gardasee bereits nahezu wie ein großes Waveboard, wir sind auf die kleineren Brüder positiv gespannt. Unser Testboard jedenfalls schlug zwischen steiler Nordwindwelle und auch bei Ora die wildesten Haken, drehte super eng, sensibel und mit wenig Druck in der Halse. Dabei will es aber auch sauber gesteuert werden, zum Durchgleiten ist gefühlvolle Belastung erforderlich. Auch in der Angleitphase hilft es, etwas abzufallen, zwei, drei Pumpzüge können auch nicht schaden, um das ungestüme Brettchen auf Trab zu bringen. Und auch bei voller Gleitfahrt geht es – wiederum mit erstaunlich viel "Wave"-Attitüde – in stetigem Auf und Ab durch die Kabbelwelle. Dabei wirkt das Board extrem leicht, lebendig und reaktiv. 

© Stephan Gölnitz
Tabou 3S
Tabou 3S

 

surf-Fazit: Sportlicher und aggressiver, der neue 3S ist eigentlich ein 2S+, sicherlich stärker in der Welle, weniger komfortabel als Freerider.

 

© Stephan Gölnitz
Tabou 3S
Tabou 3S

Tabou 3S 2017
Volumen:
106 Liter
Gewicht: 6,4 kg (gemessen)
Länge: 225 cm
Breite: 64,5 cm
Finne: 32 cm
Preis: k.A.
Infos: www.tabou-boards.com

© Stephan Gölnitz
Tabou 3S
Tabou 3S
© John Carter/PWA
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