Redaktion

Workshop: Blasen am Board

  • Stephan Gölnitz
27.12.2014

Leser schildern immer wieder Probleme mit unerklärlichen Bläschen, denn viele Hersteller lehnen Garantieansprüche ab, wenn ein Board plötzlich aufblüht als hätte es die Pocken. Seit dieser Saison findet man auf einigen Boards deutliche Hinweise, die vor dem Verpacken nasser Boards warnen. Wir wollten wissen, wie die „Pocken“ entstehen, wie man vorbeugen kann, wie hoch das Risiko tatsächlich ist, und was man tun kann, wenn es einen doch mal erwischen sollte?

Ein seltener Extremfall eines befallenen Laminates an einem SUP-Board im "unfinished design". Zum Glück sieht man das so fast nie. 

Um abenteuerliche Erklärungen sind Hersteller aller Branchen meist nicht verlegen, wenn es um Garantieansprüche geht. Da geben die Vertriebe auch gerne mal die windigsten Behauptungen ihres Produzenten wieder. Für den Kunden ist das wenig erfreulich im Streit um Garantieansprüche bei plötzlich vorhandenen Blasen oder Pocken auf dem Board. Glücklicherweise sind die Fälle recht selten, es gab aber in der Vergangenheit echte Pockenwellen, wie ein Brancheninsider weiß: "Früher, als wir noch ****-Boards importiert haben, da kam das wirklich regelmäßig vor. Schuld daran seien die Boardbags aus Polyester gewesen, die wir damals meist benutzt haben, hatte uns der Hersteller der Boards erklärt", schildert er uns etwas verschämt, wohl wissend, dass die Erklärung zwar für den Hersteller wünschenswert, aber ebenso wenig glaubwürdig ist. Dass der Boardproduzent gerne den Schwarzen Peter weitergibt, ist nachvollziehbar. Neben reinem Selbstschutz entspringen solche Herleitungen aber teilweise auch der mangelnden Sachkenntnis, worum es sich bei den Bläschen überhaupt handeln könnte.  In Sachkunde nur mäßig fit  "Luftblasen, die sich ausdehnen", "chemische Reaktionen mit dem Boardbag". So unpräzise wie die Kenntnis der genauen chemischen Vorgänge, so unbeholfen klingen die Ratschläge der Hersteller, was man tun soll, wenn es beispielsweise auf einer mehrtägigen Autoreise durchregnet und das Board im Extremfall dann noch im Tiefgeschoss einer Autofähre gebacken wird. "Es reicht, wenn man das Bag leicht öffnet, damit Luft zirkulieren kann" – das wird schwierig bei einem Vierer-Turm auf dem Autodach. 

Damit das auch so bleibt: Wenn Boards im Bag gelagert werden sollen - immer mit offenem Verschluss, um eine Mindestbelüftung zu gewährleisten. 

Drei Tage können zu lang sein  Dabei reichen unter Umständen schon zwei, drei Tage im Feuchtbiotop auf dem Autodach – nach Regenfahrten sollten die Boards daher zu Hause oder am Spot so bald wie möglich gelüftet werden, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Fazit: Boards, die nicht nass eingepackt werden dürfen – das ist einerseits ein nicht ganz befriedigender Zustand – bei den meisten Herstellern heißt es dann "no warranty". Klar ist aber, dass die Bläschen ausschließlich bei feuchtwarmer Lagerung auftreten können und man das daher selbst verhindern kann., Zumindest bis der Produzent Lösungen findet, die Bläschenbildung grundsätzlich verhindern, sei es durch bessere Lacke oder neue Produktionsverfahren. Gefragt wären nach unserer Ansicht auch die Hersteller von Boardbags, die ,wahlweise komplett dichte Taschen für den Autotransport entwickeln könnten,,oder solche, die während langer Fahrten und Lagerungen mittels geeigneter Lüftungsöffnungen auch bei geschlossenem Zipper ausreichend mit Frischluft beatmet werden, trocknen können und nicht zur Dampfsauna werden.

Der komplette Workshop: Blasen am Board ist unten als Gratis-Download erhältlich.

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