Redaktion

Einzeltest 2016: KonaOne Regattaboard

  • Manuel Vogel
31.10.2016

Der KonaOne ist Regattabrett, will aber auch als Longboard, Gleitbrett und Familienspielzeug punkten. Wie das funktionieren soll, erklärt Importeur Bernd Szyperrek im Interview. Und wir haben's getestet.

KonaOne Regatta – "Leicht verständlich, unkompliziert und mit absoluter Chancengleichheit – das ist es, was KonaOne Regatten ausmacht" - so Importeur Bernd Szyperrek.

KonaOne ist in erster Linie eine international anerkannte Regattaklasse. Was hat es damit auf sich? Die Idee hinter der Kona One Design Klasse ist es, ein Board und ein Segel für alle Bedingungen zu haben. "All winds are Kona winds". Bei Regatten wird auf einheitlichem Material gefahren, dass führt zu absoluter Chancengleichheit – Können und Taktik stehen im Vordergrund, nicht die übliche Materialschlacht. Die Kona One Design Klasse ist eine von der ISAF (International Sailing Federation) anerkannte One Design Klasse. Es finden Weltmeisterschaften, Kontinentalmeisterschaften und nationale Meisterschaften statt. Regatten gibt es in den USA, Kanada, China, Schweden, Dänemark und den Niederlanden.

Die Teilnehmer stammen aus allen Altersgruppen und Könnensstufen. Es nehmen Olympiateilnehmer, ehemalige Olympiateilnehmer und Weltmeister bis hin zu Regattaanfängern gemeinsam teil. Oft reisen Familien mit vier Boards auf dem Anhänger an und Vater, Mutter und die Kinder gehen zusammen an den Start.

Es benutzen alle die gleichen Segel? Wie soll das bei unterschiedlichen Körpergewichten und Konstitutionen gehen? Die erlaubten Segelgrößen richten sich nach dem Körpergewicht. Folgende Gewichtsklassen gibt es: Bis 65 kg: 7,4 qm, 65-75 kg: 7,8 qm, 75-85 kg: 8,2 qm, 85-95 kg: 9,0 qm, über 95 kg: 9,8 qm. Man darf das kleinere Segel einer leichteren Gewichtsklasse verwenden, größer geht natürlich nicht. Die Segel selbst sind designt wie Racesegel, haben aber eine schmale Masttasche und keine Camber. Dadurch kann man sie auch mit weniger Spannung aufriggen und sie sind für die gesamte Windrange trimmbar, nicht nur für Gleitwind. Das ist wichtig, weil man ja nur ein Segel während der Regatta benutzen darf. Bei den einzelnen Läufen starten alle gemeinsam in einem Feld. Meistens wird ein ganz einfacher Kurs gesurft – hochkreuzen zur Luvtonne, dann wieder runter zur Leetonne. Auch für weniger versierte Regattafahrer ist das leicht verständlich.

Was ist das Besondere am Board? Kannst du mal ein paar Eckdaten nennen? Das Kona One Design Board ist 350 cm lang, 70 cm breit, hat 220 Liter Volumen und wird von Cobra in AST-Bauweise gefertigt. Es wiegt 15,5 Kilo, hat ein Schwert sowie ein weiches Softdeck aus EVA-Schaum. Das Design vereint die guten Leichtwindeigenschaften von klassischen Raceboards mit den Starkwindeigenschaften moderner Shortboards. Dank der langen Rockerline und des Steptails ist es ein Board für alle Bedingungen mit vielen Einsatzmöglichkeiten bis hin zum SUPen. Die Preise liegen für Komplettpakete, mit Board und Rigg, je nach Segelgröße zwischen 2300 und 2600 Euro.

KonaOne Importeur Bernd Szyperrek

Was ist die Zielgruppe für den Kona? Regatta ist ja offensichtlich nicht alles. Die Zielgruppe des Kona One Design ist maximal groß. Neben den Regattainteressierten sind es vor allem Familien, die nur ein Board für alle Bedingungen haben wollen. Die Kinder zum Baden, Spielen, Paddeln und Surfen lernen, die Eltern für Regatten, aber ohne den üblichen Materialwahnsinn.

Kona Boards stehen nicht in jedem Surfshop. Wo können Interessenten die Boards überhaupt bekommen oder sogar mal ausprobieren? Der deutsche Onlineshop ist mit allen Informationen unter store.konaone.com/de zu finden. Der Versand nach Deutschland ist seit diesem Jahr inklusive. Für die Regattainteressierten ist die Seite der internationalen Klassenvereinigung unter class.konaone.com zu erreichen.

Für alle, die mal testen wollen oder an Testmaterial interessiert sind und es nicht zum SURF-Festival nach Fehmarn geschafft haben, gibt es den deutschen Kontakt unter www.konaone.de

Das Testergebnis zum KonaOne:

SURF-Redakteur Manuel Vogel auf Probefahrt mit dem KonaOne

An Land: Das Regattaboard wiegt komplett – inklusive Softdeck, Schlaufen und Schwert – 15,5 Kilo und wird bei Cobra in Thailand gebaut.  Segelgrößen bis 9,5 qm sind problemlos möglich, eine weiter vorne liegende Mastfußposition vorausgesetzt. Die Ausstattung mit einem Softdeck unterstreicht den Anspruch, nicht nur Regattabrett, sondern auch Familinen-Untersatz für Kind und Kegel zu sein.

Auf dem Wasser: In der Tat wird der Kona seinem Anspruch, ein Allroundbrett zu sein, weitgehend gerecht. Bei wenig Wind zieht das Brett zwar nicht ganz so mühelos und schnell seine Bahnen wie "echte" Raceboards, der markante Step im Heck macht sich hier etwas bemerkbar. Trotzdem läuft das Brett auch bei Leichtwind schon toll Höhe und wird in Dümpelfahrt natürlich spürbar schneller als große Freerider ohne Schwert. Trotz der lang gestreckten Outline steht man sicher an Deck, das Brett stabilisiert sich auch dank des großen Schwerts hervorragend und bietet zum Üben von Wenden und Halsen viel Sicherheit. Sobald der Wind etwas zunimmt oder mal eine kleine Dünungswelle von hinten schiebt, kommt das Brett sofort in einen gleit­ähnlichen Zustand – kurz mit dem Fuß das Schwert wegklappen und los geht’s. Eine echte Gleitschwelle gibt es nicht, der Übergang von Dümpel- in Gleitfahrt erfolgt eher nahtlos, allerdings auch ohne die für Funboards so charakteristische, druckvolle Beschleunigung. Ein frei fliegendes, schnelles Gleitgefühl darf man freilich nicht erwarten, dafür ist der Kona nicht gemacht und daran ändert auch der Step im Heckbereich wenig.

surf-Fazit: Klar, es gibt bessere Raceboards, schnellere Funboards und geeignetere Kinderboards, wer aber Regattasurfen ohne Materialschlacht, Leichtwind-Spaß am See und Familientauglichkeit unter einen Hut bekommen will und dabei nur ein Brett im Gepäck haben möchte, hat in der Tat kaum eine bessere Option als den Kona. 

Das Klappschwert lässt sich problemlos mit dem Fuß bedienen.

Wie es sich für Raceboards gehört, ist das Trimmen über die Mastfußposition möglich.  

Allrounder Kona – die Schlaufen befinden sich beim Kona eher racemäßig weit außen.

Der Schwertkasten wird unten von einer starren Kunststofflippe abgedichtet. Bei Gleitwind soll der Kona mithilfe des ausgeprägten Steps unter dem Heck auf einer kürzeren Fläche gleiten und sich dadurch spürbar kleiner anfühlen. 

Diesen Artikel bzw. die gesamte Ausgabe SURF 7/2016 können Sie in der SURF App (iTunes und Google Play) lesen – die Print-Ausgabe ist leider vergriffen.

Weitere Stories

  • Test 2016: Frühgleitmaterial

    03.11.2016

    Gleiten ohne Schaumkronen ist wie der Traum vom Fliegen, nur – es ist machbar. Der Test soll dabei nicht zeigen, ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Einzeltest 2016: KonaOne Regattaboard

    31.10.2016

    Der KonaOne ist Regattabrett, will aber auch als Longboard, Gleitbrett und Familienspielzeug punkten. Wie das ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2016: Slalom-Raceboards 80-82

    28.09.2016

    Die Zeiten, in denen Profis mit Materialvorteil das Feld dominieren, sind lange vorbei. Verdammt eng liegen auch ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2016 – Slalom-Raceboards: RRD X-Fire V8 122 Ltd.

    27.09.2016

    Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des RRD X-Fire V8 122 Ltd.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2016 – Slalom-Raceboards: Starboard iSonic 124 Carbon Reflex

    27.09.2016

    Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des Starboard iSonic 124 Carbon Reflex.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2016 – Slalom-Raceboards: Fanatic Falcon 129 TE

    27.09.2016

    Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des Fanatic Falcon 129 TE.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2016 – Slalom-Raceboards: JP-Australia Slalom 82 Pro

    27.09.2016

    Hier finden Sie alle Informationen zur Ausstattung und zu den technischen Daten des JP-Australia Slalom 82 Pro.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Test 2014: Exocet RS 6.5

    22.07.2014

    Der Exocet ist das "sportlichste" Board der Gruppe, das aber auch vom Fahrer einiges abverlangt.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Slalomboard Tabou Manta 2014

    14.02.2014

    Mantafahrer: Neu überarbeitet kommt der Tabou Manta auf die Slalompisten.

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • JP-Australia Raceserie 2014

    24.01.2014

    JP-Australia hat ein neues Raceboard entwickelt, basierend auf den früheren Power- und Speedboards: Der JP-Australia ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • Tabou Manta & Manta Team

    26.03.2013

    Gleich sechs neue Größen – von 49 bis 85 Zentimetern Breite – hat Tabou 2013 in petto, da sollte doch für jeden ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined
  • RRD X-Fire V5

    21.01.2013

    Bei RRD soll die Post abgehen, hier bevorzugt auch "Capo" Roberto Ricci die flotte Fahrweise auf (allen) seinen ...

    Mode: autoRelated
    Mode-Category: article
    Preis: not defined