Redaktion

Slalom-Raceboards medium 2009

31.03.2009

Eine Erkenntnis teilen offenbar alle Shaper: Ein Board mit schlechter Laufruhe und Kontrollier- barkeit kann man nicht zur Spitzenleistung antreiben. Eine freifliegende Kiste wird vielleicht bei flachem Wasser schnell – im Contest, oder auch unter ganz normalen Surfbedingungen, hilft dagegen eine flachere und sehr stabile Gleitlage, die Segelkraft optimal umzusetzen. Genau das können aktuell beinahe alle 2009er Slalom-Raceboards extrem gut. Im Test: Die Boards mit 110 bis 118 Liter Volumen und 67 bis 69 Zentimeter Breite.

Kontrollierbarkeit ist das Schlagwort bei den Slalom-Raceboards 2009. Denn ohne Kontrolle kein Speed – zumindest in Slalomrennen, bei denen die Fahrer maximal angepowert unterwegs sind. Dafür stecken die Shaper nicht nur viel Arbeit in die Shapes, auch die Konstruktion wird mit einbezogen. Carbon ergibt leichte und steife Boards, doch zu viel Carbon kann auch zu steif und damit härter und bockiger machen. Das ist zumindest schon lange die Starboard-Philosophie und die iSonics der letzten Jahre in einem schwereren (und günstiger zu produzierenden) Glas-Holzsandwich überzeugten fast immer mit bester Laufruhe und Kontrollierbarkeit. Starboard steckt sich die gesparte Kohle aber nicht einfach ein, sondern gibt als Ausgleich zwei feine Finnen zum Board. Auch Fanatic-Brandmanager Gertenbach hat mit unterschiedlichen Laminaten experimentiert. Er schildert das Feedback: „Von Falcon-Prototypen mit Carbon- Unterwasserschiff sagten die Teamfahrer, dass die Kontrolle schlechter sei. Wir haben jetzt Carbon im Deck und ein Glas-Sandwich im Unterwasserschiff.“

Von “Rennzicken” kann 2009 keine Rede mehr sein, fast alle Boards sind darauf ausgelegt, auch bei Überpower die Nase schön flach unten zu halten, der Fahrer bleibt stabil stehen und kann die Mehrleistung im Segel in Beschleunigung umsetzen. Und auch an der Tonne können sich die Manövereigenschaften von einigen Boards wirklich sehen lassen. Kein Wunder, werden viele Rennen doch nicht durch Topspeed, sondern mit flinken Bojenmanövern gewonnen. Wer hier einparkt oder baden geht, kann im Worldcup gleich aufgeben. Wer mit einem Slalomrenner liebäugelt, darf also (fast) bedenkenlos zugreifen – schwieriger zu fahren als ein sportlicher Freerider sind die Boards, abgesehen von der fehlenden Innenposition für die Schlaufen, nämlich nicht mehr.

Eins wurde bei diesem Test ebenfalls sehr deutlich: Wer ein Slalomboard ausreizen möchte, muss sich mit den Finnen beschäftigen, wer zwei Flossen einplant, erreicht das Optimum. Denn mit Finnen über 40 Zentimetern ist der Topspeed zumindest leicht reduziert.

Alle sechs getesteten Slalomboards zeigten sich mit überwiegend sehr ähnlicher Charakteristik – wenn man von den sehr unterschiedlichen Halsenqualitäten absieht. Eine flache, stabile Gleitlage scheint das Ziel aller Shaper zu sein, Starboard, RRD und JP-Australia liegen vom Fahrgefühl dicht beieinander. Leistungsmäßig geht es ebenfalls eng zu und schon mit geringfügig anderer Finnenwahl kann man schnell einen Punkt gut machen – oder auch verlieren.

Den Testbericht mit den 6 getesteten Slalom-Raceboards medium lest ihr im PDF.

Wir haben die Boards mit unterschiedlichen Race- und Slalomsegeln gefahren, die Leistungsnoten wurden aber alle mit zwei identischen Gaastra Vapor 7,6 ermittelt. Auf reine Gleitnoten haben wir verzichtet, weil diese Boardgröße immer gut angepowert genutzt

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    Test: Slalom-Raceboards Medium

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