JP-Australia Single Thruster 75 PRO

 • Publiziert vor 10 Jahren

In verdammt vielen europäischen Wavebedingungen ist der Thruster – jetzt im drehfreudigeren Finnensetup – eine sehr gute Wahl. Bei Leichtwind schnappt man sich jede Welle locker, das Board beschleunigt super und zählt zum Besten für Jumpsessions bei Onshorewind. Und auf Flachwasser freut man sich ebenfalls über gute Fahrleistung und beste Freestyle-Eignung.

[Board] JP-Australia Single Thruster 75 Pro : [Tester] Tobias Holzner : [Spot] Witsands

JP bietet dieses Jahr sechs verschiedene Waveboards an – bei nur drei verschiedenen Shapes. Wie das geht? Ganz einfach, neben dem für extremste Bedingungen ausgelegten Polakow Twinser Quad funktionieren die beiden Boards in diesem Test ebenfalls als Chamäleons. Den Twinser Quad kauft man wahlweisemit zwei oder vier Finnen, den Single Thruster mit einer oder drei Finnen. Der Single Thruster ist obendrein ein alter Bekannter, nämlich der bewährte “Wave”-Shape von 2010, nur mit neuem Finnen-Setup.

An Land: Beide Testboards in Pro Edition glänzen mit schillerndem Schriftzug auf der Unterseite und perfekt klar gefinishtem Carbon-Kevlar im Deck. Die Pads sind unter den Fersen dick gedoppelt, die Schlaufen weich und bequem mit direktem Halt. Der Deckshape ist ebenfalls bei beiden Boards vergleichsweise weniger verrundet gehalten. Für beide Boards gilt: Die großen Finnen werden bei beiden Boards in einer US-Box verankert, die kleineren Finnen werden, von oben verschraubt, in einer Mini-Tuttlebox gehalten. Der Single Thruster gleitet auf einer vergleichsweise gestreckteren Bodenkurve und einem durchgehenden, doppelkonkaven V. Beim Twinser Quad fällt das monokonkave Unterwasserschiff mit integrierter Doppelkonkave im Heck auf, das über eine Doppelkonkave in ein doppelkonkaves, zunehmendes V zum Bug hin verläuft.

Auf dem Wasser: Selbst in Top-Revieren wie Südafrika gibt es Bedingungen, bei denen die meisten Tester Boards wie den JP Thruster jedem anderen vorziehen würden. Bei uns in Europa dürfte das noch häufger vorkommen. An Tagen mit kraftlosen Wellen oder weniger Wind hält der JP auch in engen Turns gut Speed und krallt den neuen Dreizack im Heck dennoch erbarmungslos in die Wellenlippe. Im Dümpeln wirkt der Shape noch vergleichsweise eher kippelig, zählt auch vom Volumen zu den kleineren Boards mit dünnem Heck. Er kommt aber dennoch in der ersten Böe mit am schnellsten ins Rutschen und rast dann los, beinahe wie ein reines Singlefin-Board und lässt sich schon über die erste Rampe raus, während man auf einem radikaleren Board vielleicht noch im Shorebreak dümpeln würde. Mit dem Dreier-Setup wirkt das Board spürbar lebendiger, quirliger und drehfreudiger als im Vorjahr. Solange die Wellen nicht zu hoch werden, der Wind nicht zu ruppig, man also nicht rasend schnell wird auf der Welle, nimmt es der Thruster mit vielen Quads in Summe locker auf, zählt obendrein zum Besten auf Flachwasser und bringt auch auf Amwindkurs den Speed, den man für ordentliche Jumpsessions benötigt.

Erst bei viel Wind (vor allem bei side- und sideoffshore) und guten Wellen kann der Thruster auf dem Rail nicht mehr mithalten, dreht weniger eng und bietet nicht die Kontrolle wie einige radikalere Konzepte. Wir haben den Thruster ebenfalls im Single-Modus probiert – die Gleitleistung steigert sich minimal, dafür verliert man auf der Welle: Wir würden beinahe ausnahmslos das Thruster-Setup empfehlen.

surf-Empfehlung: Die beiden JP-Boards im Test decken den maximalen Wave- Einsatzbereich ab. Wer häufig auch bei Bump-and-Jump-Bedingungen surft und seltener in überwiegend gemäßigten Brandungswellen, ist mit dem Thruster gut bedient, der obendrein auch noch bestens springt. Der Quad wirkt recht klein, ist aber das radikalere Allroundwaveboard sobald der Wind passt. Es empfiehlt sich allen Surfern, bei denen möglichst agiles Wellenreiten im Vordergrund steht. Bei Wellenhöhe und Windstärke kennt der Quad keine Limits.

Web: www.jp-australia.com

 

 

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