JP Quad 74 PRO

 • Publiziert vor 11 Jahren

Nach Starboard legt nun auch JP-Australia mit einem Quad nach. surf hat das Brett einige Tage lang auf Nord- und Ostsee getestet.

An Land: Der JP-Australia Quad wirkt vergleichsweise recht schmal und gestreckt. Das Heck ist auch schmal, die Kanten sind, besonders im hinteren Bereich, sehr dünn gehalten. Im Gegensatz zum bereits getesteten Starboard Quad 76 (surf 9/2009) sind beim JP die größeren Finnen (14 Zentimeter) hinten montiert, die kleineren Spurhalter (9 Zentimeter) sitzen weiter außen und vorne. Alle Finnen sind für US-Boxen ausgelegt. Diese Boxen sind aus Gewichts- gründen sehr kurz gehalten, eine normale Twinserfinne könnte zu breit sein. Wie beim Starboard sollte man sich deshalb rechtzeitig um Reserve kümmern, denn auf die Schnelle ist Ersatz sicher nur schwer zu bekommen. Auf dem Wasser: Dass der Quad von JP-Australia sich auf den ersten Blick schmal und kipplig zeigt, wird auf den ersten Metern zunächst einmal bestätigt. Im Dümpeln wirkt der Quad eine Volumenklasse kleiner, das Wellenqueren gerät mit wenig Segelzug schnell zur Schwimmeinlage. Erfreulicherweise bestätigt auch der JP bei den Fahrleistungen den positiven Eindruck, den wir auch schon beim Starboard Quad erlangt hatten: Das Brett gleitet und beschleunigt mit der ersten Böe überraschend gut, das Fahrgefühl ist sehr lebendig und frei. Aufgrund der druckvollen Beschleunigung zwischen den Wellen und des leichten Fahrgefühls möchte man sich direkt über die erste Welle in den Orbit schießen. Lediglich bei Überpower produzieren die Finnen fast zu viel Lift, das Board wird dann etwas schwerer zu kontrollieren. Man kann dann die beiden kleinen Finnen einfach weglassen und das Brett als Twinser nutzen. Auf der Welle zeigt der JP Quad seine wahren Stärken: Das Brett vermittelt im Bottom Turn viel Drive, das heißt, es nimmt den Speed sehr gut mit hoch an die Wellenlippe. Dabei bleibt es sowohl bei langgezogenen als auch bei engen Radien immer kontrollierbar in der Spur – ohne zu hoppeln oder zu verkanten. Besonders erfreulich ist zudem, dass sich die Turns ohne großen Kraftaufwand variieren lassen, was auch leichten Fahrern entgegenkommt. Beim Cutback fliegen regelmäßig die Fetzen, so wie man das von einem Twinser oder Quad erwartet: Der JP lässt sich selbst in engste Radien treten und wer gerne im Polakow-Style über die Lippe rutscht, kann die kurzen Finnen auch sliden lassen und bei Bedarf wieder einfangen. Fazit: Ein sehr gelungenes Brettkonzept mit hervorragenden und radikalen Dreheigenschaften auf der Welle und viel Drive im Turn. Obendrein sind die  Fahrleistungen erstaunlich gut, was das Brett für beinahe jeden Waverider und jedes Wellenrevier interessant macht. Lediglich als Stark- windbrett für Flachwasser oder für Welleneinsteiger eignet sich der mitunter etwas kippelige JP Quad nur eingeschränkt. JP-Australia Quad 74 PROLänge: 231 cm Breite: 55,5 cm Volumen: 74 Liter Preis: 1849 Euro Infos: PrydeGroup GmbH, Tel. 089/6650490 und www.neilpryde.de

Variable Finnen: Man kann das Board auch als Twinser nutzen.

 

Themen: JP


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