Redaktion

MISTRAL Twinzer RD 76

17.01.2009

Der Mistral Twinzer überzeugt als das agilste Board für enge, radikale Turns über den hinteren Fuß. Diese Charakteristik eignet sich vor allem für kleine und mittlere Wellen (unter 2 Meter) wie man sie auch häufig auf Nord- und Ostsee vorfi ndet. Wer hingegen häufig in ruppigen Revieren mit viel Wind und großen Wellen surft, wird von der Kontrolle auf dem Rail enttäuscht sein und findet bei F2, JP oder Starboard Twinser-Alternativen mit besseren Allroundeigenschaften.

[Board] Mistral Twinzer RD 76 : [Tester] Frank Lewisch

An Land: Mit nur 2,23 Metern Länge ist der Mistral das mit Abstand kürzeste Board der Gruppe. Die Outline erinnert etwas an einen Fish-Wellenreiter – schmales Heck, voluminöser Bug, die dickste und breiteste Stelle befindet sich sehr weit vorne. Dazu gibt’s eine Top-Ausstattung: Griffige Pads und die mit Abstand besten, weil komfortabelsten Fußschlaufen.

Auf dem Wasser: Der Mistral Twinzer ist das speziellste Brett dieser Gruppe. An Tagen mit glatten, cleanen Wellen gibt es definitiv kein anderes Brett, das in so atemberaubender Frequenz enge, schnelle Turns schlitzt. Das Board fühlt sich sehr leichtfüßig an, auch leichte Fahrer (unter 70 Kilo) können das Brett quasi ohne Krafteinsatz umkanten.

Dank der herausragenden Dreheigenschaften kann man extrem nah an der Welle surfen, das Brett beim Cutback wie auf dem Bierdeckel drehen oder wie ein Skateboard kontrolliert übers Weißwasser sliden lassen. Kurz gesagt: Man fühlt sich damit radikaler als Kauli und Jason zusammen! Nur der Fanatic kann in puncto Drehfreudigkeit noch mithalten und wenn man etwas feinfühlig fährt, glänzt der Mistral auch mit vergleichsweise guten Fahrleistungen.

Allerdings hat jedes radikale Konzept auch seine Schattenseite: Weniger geübte Waver stellt das sehr kurze Brett schon beim Rausfahren übers Weißwasser und beim Wenden vor größere Probleme, da es um alle Achsen sehr kippelig ist. Bei Belastungsfehlern schickt man schnell mal den Bug auf Tauchstation. In kabbeligen, unsauberen Wellen läuft das Board auf der Kante recht unruhig und ist schwer zu kontrollieren, auch lang gezogene Bottom Turns über den vorderen Fuß liegen dem Shape weniger. Der Mistral hat die Tendenz, den Kurvenradius immer eng zu ziehen. Wer also häufig in mächtigen Ozeanwellen (Bretagne, Hawaii, Südafrika oder Australien) surft, wird die Kontrolle bei lang gezogenen Bottom Turns vermissen.

Für Wave- Einsteiger kann man das Brett aufgrund des kippligen Fahrverhaltens nicht empfehlen. Gute Waverider hingegen können ihren Style auf das nächste Level beamen.

Preis: 1599 Euro

Material/Herstellung: Gelcoat-Sandwich

Finnen: Mistral Twinzer RD 15,5 cm/US-Box/G10

Volumen: 76 Liter

Web: www.mistral.com

 

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