Redaktion

Patrik Trailer Wave 85

15.12.2011

Surfer, die regelmäßig in der Welle surfen und ein ausgewogenes und zugleich radikales Waveboard für unterschiedlichste Bedingungen und Reviere suchen, machen mit dem Trailer Wave sicher nichts falsch. Die (für ein Multifin-Board) gute Gleitleistung und die Kontrolle bei Starkwind runden den sehr positiven Gesamteindruck ab. Wellen-Einsteiger und Gelegenheits- Waver werden mit dem kurzen Brett allerdings Probleme beim Wenden und Wellenqueren haben und sollten sich deshalb besser woanders umschauen.

Nach seinem Abschied von F2 hat Shaper Patrik Diethelm mit Patrik-Boards sein eigenes Projekt gestartet. Mittlerweile gibt es die Bretter auch in deutschen Shops. Zeit also für unsere Testcrew, das Brett mal über Nord- und Ostsee zu jagen.

An Land: Der Trailer Wave ist mit 227 Zentimetern für ein Brett dieser Größe vergleichsweise kurz, das Deck ist recht domig (gewölbt). Im Unterwasserschiff geht die leichte Monokonkave des Bugbereichs nach hinten allmählich in eine Doppelkonkave, vor den Finnen dann in ein doppelkonkaves V über. In drei US-Boxen sitzen eine acht Zentimeter kurze Centerfinne und zwei eskortierende 16er Seitenfinnen – Multifin-Skeptiker haben so auch die Option, das Board mit einer einzelnen, großen Mittelfinne zu fahren.

Auf dem Wasser: Der Trailer Wave erscheint kleiner als er eigentlich ist, mit allen Vor- und Nachteilen: Das domige Brett wirkt im Dümpeln und beim Wellenqueren ziemlich kipplig, bei Belastungsfehlern schickt man schnell mal den kurzen Bug auf Tauchstation. Für Welleneinsteiger und Surfer, die nur wenige Tage pro Jahr in der Welle verbringen können, finden sich deshalb sicher einfacher zu fahrende Bretter. Wer hingegen etwas Übung in der Welle hat und auch von einem 85-Liter-Board radikales Waveriding erwartet, wird die Charakteristik des Patrik mögen: Das Brett gleitet, für ein Multifin-Board, vergleichsweise früh an und läuft angepowert recht frei und sportlich. Somit schafft man es auch, zwischen den kurzen Wellenabständen auf Nordund Ostsee schnell auf sprungtauglichen Speed zu kommen. Auf der Welle überzeugt der Trailer Wave in allen Belangen: In kleinen Onshore-Wellen lässt er sich erstaunlich radikal auch in enge Radien drehen, jederzeit hat man das Gefühl genau dorthin fahren zu können, wohin die Welle es erfordert. Auch bei Sideshore-Bedingungen und größerer Welle (>1,5 Meter) zieht der Trailer Wave mit viel Grip durch langgezogene Bottom Turns. Wie alle Multifin-Bretter erfordert auch dieses Board ein etwas höheres Fahrkönnen, um den Speed aus dem Bottom Turn mit hoch zur Wellenlippe zu nehmen. Geübte Waver werden dann allerdings mit radikalen Cutbacks belohnt, die vergessen lassen, dass man ein 85-Liter- Board unter den Füßen hat.

Preis: 1799 Euro (ohne Finnen).

surf-Messung:Länge: 227 cm Breite: 58 cm Gewicht: 6,6 kg

Infos:  www.patrikdiethelm.com

 

Umgekehrte Finnenwelt: Patrik Diethelm steckt die großen Flossen außen ins Brett und dafür eine kleine Centerfinne in die Mitte.

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