Redaktion

Starboard Quad

20.09.2009

Es war fast abzusehen – nachdem die neuen Twinser-Boards bei den Wavern großen Anklang gefunden haben, legt man jetzt seitens der Industrie nach. Starboard bringt nun im nächsten Jahr ein Vier-Finnen-Modell auf den Markt – den Quad.

Surf hatte exklusiv die Gelegenheit, das Board einige Tage lang auf Nord- und Ostsee zu fahren und verrät was dahinter steckt: Marketing-Gag oder wirklich der nächste Schritt zum perfekten Wellenritt?

An Land: Was bei Surfern schon länger angesagt ist, wird nun auch beim Windsurfen ausprobiert – Boards mit vier Finnen. Zumindest eines ist damit sichergestellt: Der Poser-Faktor ist wohl kaum zu toppen. Die beiden äußeren Finnen sind mit Twinser-Finnen vergleichbar, liegen aber weiter außen und werden über eine Mini- Powerbox von oben geschraubt. Weiter in der Mitte und nach hinten versetzt befinden sich zudem noch zwei kleinere FCS- Finnen wie man sie sonst von Wellenreitboards kennt. Schwierig könnte es werden wenn man mal eine der Finnen verliert oder kaputt macht, denn Ersatz könnte auf die Schnelle nur schwer zu finden sein. Mit 57,5 Zentimetern Breite bei 76 Liter Volumen fällt der Quad satte zwei Zentimeter breiter aus als der Stallgefährte Evil Twin 74.

Auf dem Wasser: Zugegebenermaßen hatten wir erwartet, dass ein Board mit vier Finnen in seinen Stärken und Schwächen noch extremer ausfällt als ein Twinser: Im Vergleich zu Single-Fins gleiten Twinser im Mittel etwas schlechter, drehen aber dafür besser. Bedeutet dies nun, dass ein Quad noch schlechter ins Fahren kommt und dafür auf der Welle alles Bekannte in den Schatten stellt?

Ganz so einfach – das zeigte unser Test – ist es leider nicht: Der Starboard Quad kommt erstaunlich gut in Schwung, von Gleitschwelle und klebendem Fahrgefühl keine Spur. Die kernige Beschleunigung resultiert sicher auch aus der leichten und steifen Wood-Carbon Bauweise, zeigt aber auch, dass das Vier-Finnen- Konzept auf der Geraden keine Nachteile hat. Selbst ein 5,5er Segel ließ sich auf dem Brett noch problemlos fahren. Das Board hängt stets leicht am Fuß, es läuft frei und direkt – beste Vorraussetzung also für reichlich Airtime.

Auf der Welle dreht der Starboard vor allem über den hinteren Fuß sehr eng und radikal, die Radien lassen sich leicht und spielerisch variieren – die üppige Breite fällt überhaupt nicht negativ ins Gewicht. Schon in kleinen, kraftlosen Ostseewellen kann man somit ordentlich Spray verteilen. Im Vergleich zum Twinser (Starboard Evil Twin 74) dreht der Quad ähnlich radikal. In eine neue Dimension stößt das Brett hierbei allerdings nicht vor.

Bei ruppigen Bedingungen erfordert der breite Quad etwas mehr Feingefühl, um die Kante zu stabilisieren. Besonders bei lang gezogenen Bottom Turns ist ein etwas höheres Fahrkönnen nötig, um das Brett in der Spur zu halten. Beim Cutback lässt sich das Brett sehr radikal drehen, vermittelt viel Grip und lässt ordentlich die Fetzen fliegen.

Fazit: Vier Finnen machen zwar noch keine Revolution, aber ohne Zweifel ist der Starboard Quad ein gelungenes und radikales Waveboard, das aufgrund seiner tollen, variablen Dreheigenschaften viele Freunde finden kann. Wer Twinser-Feeling mag, wird auch mit dem neuen Quad glücklich werden. Lediglich in sehr kabbeligen Wellenbedingungen könnte man sich etwas mehr Kontrolle auf der Kante wünschen. Die Fahrleistungen sind überraschend gut.

Längen/Breiten: 223/53; 229/55,5; 228/57,5; 233/58; 234/60,5 cm

Volumina: 61, 71, 76, 86 Liter

Gewichte: Zwischen 5,6 und 7,75 kg je nach Größe und Technologie

Preis: stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest

Web: www.star-board.com

Den gesamten Fahrbericht des Starboard Quad findet ihr unten als PDF-Download.

Beim FCS-System werden die Finnen mit kleinen, versenkten Imbusschrauben von der Seite im Kasten festgeklemmt. Bei Wellenreitboards ein bewährtes System.

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