Test: Simmer Flywave 2019

  • Manuel Vogel
 • Publiziert vor einem Jahr

Wie alltagstauglich kann ein radikales Wave-Konzept wie das Simmer Flywave sein? Wir haben es ausprobiert und finden: Das selbsternannte „Ground Swell Design“ schlitzt durchaus auch in hüfthohen Ostseewogen.

An Land:

Der Flywave soll das drehfreudigste Konzept der Simmer-Range sein und wird als Waveboard ohne Kompromisse vor allem versierten Fahrern empfohlen. Das Quad-Finnenset sitzt in Slotboxen, die man allerdings mit einem kleinen, bei Wellenreitern etablierten FCS-Schlüssel festdreht. Hier gilt: Nicht überdrehen! Outline und Bodenkurve wirken klassisch – mit spitzem Bug, Swallow-Tail und sichtbar verrundeter Bodenkurve.

Alle Finnen-Setups von Singlefin bis Quad sind möglich, der Flywave ist mit fünf Boxen ausgestattet.

Auf dem Wasser:

Trotz des schmalen Bugs steht man auf dem getesteten 92er auch im Dümpeln noch ausbalanciert. Das Angleitverhalten ist von einer kleinen Gleitschwelle gekennzeichnet, die sich aber nur am unteren Windlimit bemerkbar macht. Mit aktiver Fahrweise oder einer Böe zieht der Flywave gut los und läuft angepowert durchaus sportlich-direkt und schnell durch den Chop. Sofort spürbar ist das große Drehpotenzial – sowohl enge Halsen gegen die Dünung als auch kurze Haken über den hinteren Fuß in kleinen Wellen kann das Board außergewöhnlich gut. Da der Simmer aber auch auf der Kante kontrollierbar greift, für seine Größe sehr variable und radikale Radien erlaubt, ist das Brett in Wellen über 1,5 Metern aber noch besser aufgehoben als in der Mini-Brandung.

Wir haben den Flywave in kleinen Ostseewellen am Spot Kegnaes und in kräftigeren Hanstholm-Brechern mit Segelgrößen zwischen 4,5 und 5,4qm ausprobiert.

SURF-Fazit:

Nur am unteren Windlimit und beim Speed in schlappen Wave-Bedingungen fehlt dem Flywave etwas Durchschlagskraft. Sobald man angepowert surft oder druckvolle Wellen schieben, ist der Simmer voll in seinem Element. Wer Erfahrung in der Welle hat und auch von einem großvolumigen Brett bestes Drehen erwartet, liegt mit dem Simmer richtig – egal ob in Kühlungsborn, Klitmøller oder Kapstadt.

Infos unter www.simmerstyle.com

Schlagwörter: Simmer surf-Test Waveboard


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