Redaktion

Twin Fin Boards 2008

18.06.2008

Kein Wellenreiter würde auf die Idee kommen, ein Brett mit nur einer Finne zu surfen. Jetzt schlitzen auch Windsurf-Worldcupper wieder doppelt und viele Marken bringen eine Twinser-Linie. Das Mistral-Team liess uns in seine Entwicklungsabteilung schauen, wir haben Fahrer und Shaper gefragt. Und wir haben selber getestet, wer das braucht – wann, wo und vor allem: warum?

Twinser? Neu? „Alles alte Hüte“ werden ein paar Veteranen jetzt entrüstet meckern. „Hatten wir schon 1973.“ Doch selbst der vergleichsweise „neue“ Hifly 444 (genau, das Monster mit den Schiebefinnen von 1981) hat mit einem aktuellen Twinser wirklich nichts gemeinsam. Damals, das waren einfach Bretter mit zwei Finnen, heute geht eine Generation von Waveshapes an den Start, die mit dem Wissen von 2008 für den Einsatz in der Welle optimiert wurden, wie Nik Baker und Marcillio Brown erklären.

„Vor zehn Jahren haben Twinser-Waveboards nur bei Sideoffshore-Bedingungen funktioniert. Seitdem haben wir aber viel über Shapes gelernt, und die Finnen und Segel haben sich stark verbessert“, erläutert Nik. Dabei widmeten die beiden Mistral-Entwickler, wie andere Designer auch, jetzt den Finnen besonders viel Aufmerksamkeit. Denn „bei zwei Finnen sollten diese so wenig Widerstand wie möglich haben“, warnt Nik. Klingt logisch, denn zwei dicke Bremsen will wohl keiner unterm Heck spazieren fahren. Moderne, schlanke und steife Finnen machen das Board nicht nur schneller, die Doppelfinnen bieten auch neue Trimmmöglichkeiten. Erfahrenen Wave-Cracks rät Nik „bei Siedeshore-Bedingungen mal die Innenfinne für bessere Kontrolle im Bottom Turn etwas nach hinten zu verschieben. Die Finne, die beim Cutback führt, kann man weiter vorne montieren.“ Ganz unabhängig von der Finnenposition bringen die Doppelfinnen tatsächlich einen neuen Style in die Welle. „Du kannst einfacher und enger carven, mit weniger Krafteinsatz“, schwärmt Nik. Allerdings versprechen sogar die Mistral Entwickler keine Wunder. „Man braucht etwas Zeit, um sich an die Gleitcharakteristik zu gewöhnen“ sagt Nik, „Twinserboards sollten im Vergeich zu normalen Boards etwa vier bis fünf Liter größer gewählt werden, um den Nachteil bei der Beschleunigung auszugleichen. Dafür kann man aber auch ein größeres Board fahren – bei gleicher oder besserer Kontrolle.“ Dafür haben Nik und Marcilio beim Serien-Twinser nicht nur eine zusätzliche Finne ins Brett gesteckt, sondern den gesamten Shape angepasst „Unsere Twins sind kürzer und breiter. Mit sehr wenig Tail Kick – das ermöglicht frühes Losgleiten – und deutlich mehr V im Unterwasserschiff, was das Brett so gut drehen lässt.“ Klingt gut. Ob’s auch so funktioniert, wollten wir selber erfahren.

Diese Boards findet Ihr im gratis PDF-Download:

MISTRAL Wave RD Single Fin MISTRAL Wave RD Twin Fin MISTRAL Twinzer (Serie)

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