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Waveboards 75 2010

 • Publiziert vor 12 Jahren

Wie in einem Messerblock stecken die Finnen, bis zu vier Stück, fein säuberlich sortiert, in den Hecks einiger der neuesten 2010er-Waveboards. Wie die beiden Quads von JP-Australia und Starboard sich gegen nicht weniger als 15 Konkurrenten behaupten, haben wir in unterschiedlichsten Bedingungen geprüft. Vorab: Es gibt noch einige andere scharfe Geräte für die Welle.

Stephan Gölnitz Wavetest 2010 in Langebaan, Südafrika

Gerade erst haben sich Wavesurfer wieder daran gewöhnt, dass in einem Waveboard nicht zwangsläufig nur eine Finne stecken muss – der letztjährige Vergleichstest zeigte ja auch, dass die neuen Twinserboards auf der Welle echte Vorteile haben können – schon legen die ersten Marken nach: RRD bringt einen Wave Thruster mit drei Finnen, JP-Australia und Starboard setzen voll auf ihre Quadfins und auch andere Firmen konnte man im Hinblick auf die Saison 2011 bereits eifrig mit den vierfachen Spurhaltern in ihren Protos beobachten.

Die Stärke der Multifin-Konzepte liegt, aufgrund der im Schnitt deutlich besseren und radikaleren Dreheigenschaften, eindeutig auf der Welle. Wer dort bereits ordentliches Fahrkönnen hat – das heißt, Brandungswellen sicher mit Bottom Turn und Cutback nach Lee abreiten kann – und sein Waveriding in puncto Radikalität auf das nächste Level beamen will, kommt an einem Multifin kaum vorbei. Die Grundidee hinter den neuen Quadfins ist, die Drehfreudigkeit eines Twinsers mit den Fahrleistungen und dem Drive eines Singlefin-Boards zu verschmelzen.

Doch bei allem Enthusiasmus für Neuentwicklungen zeigt auch der diesjährige surf-Test wieder: Singlefin-Boards sind keinesfalls out, sie decken für viele Surfer nach wie vor einen besonders großen Einsatzbereich ab, da sie meist besser gleiten, beschleunigen und Höhe laufen. Und das sind auf Nord- und Ostsee, bei Strömung und böigen Bedingungen oder als Voraussetzung für eine ordentliche Jumpsession, nach wie vor gewichtige Argumente.

Doch Twinser ist nicht gleich Twinser und Singlefin nicht gleich Singlefin. Die Übergänge zwischen den Konzepten sind fließend. Aus diesem Grund machte es für unsere Testcrew auch keinen Sinn, die Boards von vorne herein in Klassen einzuteilen. Am Ende zählt schließlich nur, was das Board auf dem Wasser kann und zu welchem Style es am besten passt. Ob dein perfektes Brett dann eine oder vier Finnen hat, ist letztlich egal.

Täglich grüßt das Murmeltier? Nicht beim Wavetest 2010! Völlig neue Boards mit zwei, drei oder vier Finnen bereichern das Angebot, haben ihre Berechtigung und zeigen teils völlig neue Stärken.

Unser – einachsiger – Trailer hat die besten Zeiten hinter sich und fährt nur noch auf der Surfschulwiese in Langebaan.

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