Redaktion

Test 2015: Gleit-WindSURF aufblasbar

  • Stephan Gölnitz
03.08.2015

"Das muss ich haben" und zwar sofort. Nicht weil ich es benötige, sondern weil ich einfach wissen muss, wie es fährt. So schießt es wohl nicht nur mir durch den Kopf, als die ersten kurzen Videosequenzen im Netz auftauchten.

Vollgas mit viel Druck. Wenn das 7,8er voll aufgeladen anzieht, lässt sich sogar im Gleiten Höhe pressen. Ganz so easy wie mit einem klassischen Freerideboard ist die Sache aber nicht.

Wir kannten bereits jede Menge aufblasbare Boards aus vergangenen Tests, aber das, was die Bilder andeuten, war eigentlich unvorstellbar: Ein Gummigeschoss im Vollgleiten. Nur ein paar Tage später lade ich den ersten Prototypen auf europäischem Boden ein – zusammengerollt, nicht größer als ein Trekkingrucksack, fliegt das Freerideboard in den Kofferraum. Und wir haben Glück, wenige Tage darauf gibt es auch bei uns reichlich Druckluft: Gute vier Windstärken aus West fürs 7,8er-Segel und 15 psi aus dem Kompressor für das Board.

Der Shape wirkt bullig, fertigungsbedingt sind aufblasbare Boards (noch) nur vom Heck bis zur Nase gleich dick herstellbar, unser 255er- Freerider bietet damit genügend Volumen für jedes Schwergewicht. Beim Losdümpeln wirkt es erstaunlich, kaum anders als ein großes herkömmliches Board. Das minimal nachgebende Deck dämpft sogar angenehm unter den Füßen. Eingehakt warte ich auf die erste Böe und die kommt gleich richtig kernig, das Board schiebt los, etwas schwerfälliger als ein leichter Free­rider, ich halte dem Druck stand, schlüpfe in die weit außen angebrachten Fußschlaufen und dann passiert es: Der Wasserstrudel um die hinteren Rails – da wo "normale" aufblasbare Boards bei zunehmender Fahrt festgesaugt werden – versiegt, die Strömung reißt ab und statt der ansonsten üblichen Verdrängerwelle zeichnet sich hinter meinem Heck eine glatte Gleitspur ab. Jetzt nichts wie in die Halse, im ersten Teil steuert es noch ziemlich normal, in der zweiten Hälfte wirft es mich erstmal ab, das Board zieht unerwartet extrem eng, sobald die dicken Rails wieder tiefer im Wasser liegen. Durchgleiten, Anpumpen? Na ja, das Board braucht eigentlich so viel Wind, dass es auch ohne solche Tricks losfährt. Bei unserem Testboard war der Finnenkasten noch nicht optimal verankert, der vordere Finnenkasten war ebenfalls im Gleitbereich befestigt. Details, die leicht zu beheben sind, aber die Gleitleistung noch drosselten.

Unser Fazit: Das Potenzial ist unverkennbar,  die "Kleinigkeiten" scheinen leicht behebbar. Gleitsurfen mit einem Board aus dem Kofferraum ist schon jetzt möglich und wird sich nur in eine Richtung entwickeln – nach vorne. Und ein robusteres Board für die ersten Gleitversuche als ein "Inflatable" ist kaum vorstellbar, abgebrochene Boardnasen wird es damit nicht geben. Wir sind daher auf das erste, schon bald erscheinende Serienboard so gespannt wie auf diesen Proto. Ob man ein faltbares Windsurfboard auch benötigt? Darüber können nur die persönlichen Bedürfnisse entscheiden.

CHARAKTERISTIK

PLUS einziges aufblasbares Gleitbrett; Transport; robust gegen Schleuderstürze MINUS Paddeln; Test-Prototyp hatte noch kleinere Kinderkrankheiten

Starboard Airplane 255

Starboard Airplane 255 Gewicht: 10,45 kg Länge: 255,0 cm Breite: 80,0 cm Preis: ca. 1599 Euro Info: www.star-board-sup.com

Starboard-Geheimnis der Gleitfähigkeit: Eine dünne, scharfe aufgeklebte Abrisskante, die mit dem Board gerollt werden kann.

Im Gegensatz zu herkömmlichen aufblasbaren Boards wird der Finnenkasten des Starboard Airplane beim Aufpumpen in dem engen Schacht fest eingeklemmt und nimmt dann jede normale Tuttlebox-Finne auf.

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