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Preview Worldcup Sylt: So sieht es in den einzelnen Disziplinen aus

  • Tobias Frauen
23.09.2019

Der größe Windsurf-Event des Jahres steht vor der Tür: Der Mercedes-Benz Windsurf World Cup Sylt. Zur Einstimmung auf zehn Tage Nordsee-Action geben wir Euch einen Überblick über die anstehenden Entscheidungen und die Fahrer/-innen, die besonders im Fokus stehen.

Es wird auch in diesem Jahr der größte Windsurfing-Event der Welt: Der Mercedes-Benz Windsurf World Cup auf Sylt mit über 100.000 Zuschauern, drei Disziplinen und jeder Menge Action auf dem Wasser ist ein Pflicht-Event für jeden Surf-Fan. Vom 27. September bis zum 6. Oktober wird der Brandenburger Strand wieder unter den unzähligen Segeln kaum zu sehen sein, auf der Promenade steht natürlich wieder das legendäre Party-Zelt und viele Stände von Sponsoren und Partnern. Auch das surf-Magazin wird wieder vor Ort sein, kommt uns gerne am Nordende der Promenade auf einen Schnack besuchen!

Sylt – der Schauplatz für Weltklasse-Windsurfing, große Dramen und Triumphe

Zur Einstimmung werfen wir einen Blick auf die Ausgangsituation in den einzelnen Disziplinen. Erstmals wird es in diesem Jahr kein Slalom vor Sylt geben, die WM-Entscheidung bei den Herren fällt hier erst im November in Neukaledonien. Dafür rückt die Disziplin Foil noch weiter in den Fokus.

Wave Herren

Der Weltmeister-Titel wird 2019 erst beim legendären Aloha Classic auf Maui vergeben, aber auf Sylt könnte bereits eine Vorentscheidung im Kampf um den Titel in der Königsdisziplin fallen. Nachdem Ricardo Campello im vergangenen Jahr seine Traum in einem dramatischen Finale vorerst begraben musste, hat er 2019 zur Halbzeit der Wave-Saison schon eine Hand am Pokal. Mit dem Sieg in Pozo und einem vierten Platz auf Teneriffa reist Campello als WM-Führender nach Sylt, vor Storm-Chase-Gewinner Jaeger Stone. Erst dahinter kommen Philip Köster und Titelverteidiger Victor Fernandez. Wer auf Sylt ein gutes Ergebnis einfährt, hat beste Chancen auf dem WM-Titel 2019 – vor allem, weil beim Aloha Classic die Karten traditionell neu gemischt werden und die Locals das PWA-Ranking ordentlich durcheinander wirbeln. Einen Streicher gibt es in diesem Jahr nicht, alle Events gehen in die Wertung ein. Besonders Köster steht deswegen unter Druck, denn seine Konkurrenten haben in Hookipa alle bereits gute Platzierungen eingefahren (Fernandez 2014 als Vierter, Ricardo Campello 2014 als Sechster), während Köster sich beim Down-The-Line in Wind-von-rechts-Bedingungen bislang deutlich schwerer tat.

Doch die speziellen Bedingungen vor Westerland sind immer gut für eine Überraschung, so dass auch der 2018er-Sieger Thomas Traversa, Alex Mussolini oder Antoine Martin nicht abgeschrieben werden können. Die deutschen Fahrer haben nicht nur einen Heimvorteil, sondern auch das Publikum auf ihrer Seite. Das hat im letzten Jahr schon Leon Jamaer beflügelt, auch mit Klaas Voget ist vor Sylt immer zu rechnen. Dass auch Julian Salmonn abseits seiner Wahlheimat Teneriffa zu rechnen ist, hat er gerade mit Platz 3 bei den IFCA-Europameisterschaften in Hanstholm unter Beweis gestellt.

Wave Damen

Spannend wie seit Ewigkeiten nicht ist es bei den Wave-Damen: Auf Platz eins steht vor dem Worldcup auf Sylt nämlich ausnahmsweise nicht der Name Moreno, sondern Justyna Sniady aus Polen. Die Wahl-Australierin fährt in diesem Jahr konstant wie lange nicht und kann sich mit einem guten Ergebnis vor Sylt Hoffnungen auf den ersehnten ersten WM-Titel machen. Der wird zwar ebenfalls erst auf Maui vergeben, doch die Damen haben einen Streicher. Hinter Sniady lauert Iballa Moreno, die in Pozo "nur" Vierte wurde. Ihre Schwester Daida ist nach ihrem Sieg vor Gran Canaria aus gesundheitlichen Gründen für dieses Jahr aus der Tour ausgestiegen. Auf den Plätzen drei und vier folgen Sarah-Quita Offringa und Maike Huvermann. Doch in die Top vier könnte auf Sylt noch reichlich Bewegung hineinkommen, denn Lina Erpenstein ist nach dem Studien-bedingten Fehlen vor Pozo wieder dabei und hat mit ihrem Vierten Platz vor Teneriffa schon gezeigt, dass sie zur Spitze gehört. Auch Steffi Wahl wird nach ihrer Fußverletzung auf Sylt vielleicht wieder an den Start gehen können.

Freestyle Herren

WM-Titel Nummer zehn für Gollito? Fehlanzeige! Wer vor der Saison dachte, der WM-Titel im Freestyle sei ja eigentlich eine klare Sache, rieb sich bei den ersten beiden Events auf Bonaire und Fuerteventura erstaunt die Augen. Der Dauer-Weltmeister liegt vor dem WM-Finale auf Sylt abgeschlagen auf Platz zehn. Vorne dürfen sich noch vier Fahrer Hoffnungen auf den Titel machen: Platz eins der Weltrangliste teilen sich derzeit Youp Schmit und Yentel Caers. Während Caers schon länger zum Favoritenkreis zählt, ist Youp Schmit der Überraschungs-Fahrer der Saison. Doch ausgerechnet vor dem vielleicht wichtigsten Worldcup seiner Karriere hat sich Schmit im August beim Training verletzt und arbeitet seitdem hart an seinem Comeback, um den Traum vom Weltmeister-Titel wahr zu machen. Ebenfalls punktgleich lauern dahinter Amado Vrieswijk und Steven van Broekhoven, der Weltmeister von 2011. Beide haben in diesem Jahr schon einen Event gewonnen, aber sind mit jeweils einem neunten Platz auch unter ihren Möglichkeiten geblieben. Vor Sylt kann also jeder Heat entscheidend sein.

Foil Herren

Foil statt Slalom: Weil die junge Disziplin in diesem Jahr erstmals vollwertig zum PWA-Repertoire zählt (und damit auch das volle Preisgeld ausgeschrieben wird), hat Foiling den Slalom aus dem Sylt-Programm verdrängt. Dass auch mit dem Foil spannende Rennen möglich sind, hat der Event an der Costa Brava gezeigt. Statt langer, taktischer Kurse wurden dort einige Rennen als Foil-Slalom mit kurzen Schenkeln und engem Feld gefahren. Somit ist auch bei Leichtwind für Spannung gesorgt. Sylt bildet für die Foiler den Abschluss der Saison und das WM-Finale. Gleich vier Fahrer stehen punktgleich an der Spitze: Matteo Iachino, Slalom-Weltmeister von 2016, führt vor Pierre Mortefon, Amado Vrieswijk und Alexandre Cousin. Auch dahinter bleibt es eng: Sebastian Kördel liegt knapp hinter den Goyard-Brüdern auf Platz sieben. Kördel kann also seinen Vize-WM-Titel aus dem letzten Jahr durchaus noch wiederholen, in Japan ist er in diesem Jahr bereits aufs Treppchen gefahren.

Wir sind hautnah für Euch dabei und berichten bei Facebook und auf unserer Webseite auber alles, was beim Worldcup passiert! Natürlich gibt es auch wieder einen Livestream auf pwaworldtour.com!

Und zur Einstimmung gibt's nochmal den Highlight-Clip von 2018! Wir sehen uns auf Sylt!

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