Blackshot

  • Steve Chismar
 • Publiziert vor 13 Jahren

Sensation! Boujmaa Guilloul aus Marokko hat es geschafft! Als zweiter windsurfender Mensch dieser Erde rotiert er gegen die Achse des Vorstellbaren. Nach der Doppelrotation Pushloop into Forward von Kauli Seadi trifft Guilloul ins Schwarze: Ihm gelingt im Sommer 2008 eine Konter-Doppelrotation, der Crazy Pete into Forward. Respect, man!

Boujmaa Guilloul

Von außen ein verspielter Berber, innen lodert der marokkanische Krieger. Mit seinen fantastischen bis halsbrecherischen Sprüngen ist er sogar vor Hookipa der auffälligste Ripper. Es wundert nicht, dass Rasta Boujamaa Guilloul nach Weltmeister Kauli Seadi einen doppelten Konterloop erfi ndet. Der Black Shot ist ein Crazy Pete (Backloop mit Segelschiften) Vorwärtsloop, wobei die zweite Rotation in die Vorwärtsdrehung switch stance eingeleitet werden muss. Die Landung erfolgt Schothorn voraus. “Fotograf Jean Souville und ich überlegten lange, wie wir den Move nennen könnten”, erklärt Boujmaa. “Erst dachten wir vielleicht: Boujloop statt Pushloop. Das war‘s aber nicht. Bouj Flip erst recht nicht. Dann kamen wir aus keinem bestimmten Grund auf Black Shot. Ja, und das war‘s: Der Schuss ins Schwarze. Vielleicht weil‘s mir in der Rotation schwarz vor Augen wird.” Wer auf “youtube” die ersten Clips sieht, dem wird’s auch schwarz vor Augen. Aber es soll gar nicht so schwer sein, untertreibt Giulloul. “Very simple, par trop dur. Man braucht nur dicke Eier.” Für den Respect Move muss man den Crazy Peter gut beherrschen. Es gibt zwei Crazy Pete- Variationen: Entweder man rotiert eher vertikal wie beim Backloop (fl acher Absprung) oder eher horizontal wie beim Pushloop (steiler, hoher Absprung). Beim Black Shot ist letzteres das Ziel. Der Absprung muss wie bei einem hohen Pushloop sein. Glaubt man Boujmaa, dann ist die Vorwärtsrotation nach der Rückwärtsrotation (vorausgesetzt, man ist hoch genug) ganz leicht. Nur die Landung sei eine kleine Aufgabe...

The Black Shot: Bei viel Wind eine steile Welle anpeilen und den Absprung wie bei einem hohen Pushloop zelebrieren (Bilder 1 bis 6). Die vordere Hand befindet sich jedoch ganz nah am Mast, um später leichter umgreifen zu können. Beachte, dass das Brett beim Scheitelpunkt über deinen Kopf kommt (Bild 6). Das ist der Moment, in dem das Schothorn durch den Wind dreht und du die Gabel mit der Segelhand loslassen musst (Bild 7). Dann greifst du auf die andere Seite um und sinkst switch stance zum Wasser (Bilder 8 bis 10). Ab hier geht es ganz leicht, meint Boujmaa: “Mit ein bisschen Mut einfach mit der hinteren Hand dichtholen und das hintere Bein anziehen – und schon rotierst du switch stance den Vorwärtsloop!” (Bilder 11 bis 17). Die Landung erfolgt Schothorn voraus (Bild 18).

Hier gibt es das Video zum Move .

Den gesamten Artikel zu diesem Move gibt's unten als PDF-Download.

Fotos: Jean Souville, Text: Steve Chismar

Wuschelbär mit Biss: Boujmaa Guilloul (25) stand im PWA Worldcup noch nie auf dem Podest. Der Marokkaner gilt aber unter den Profis als der radikalste Freifahrer bei Wind von rechts.

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