Freestyle Fahrtechnik: Kono

05.05.2017 Davy Scheffers, Manuel Vogel - Beam me up, Scotty! Der Kono gehört zu den spektakulärsten Powermoves im Freestyle-Business. Worldcup-Pro Davy Scheffers zeigt dir den Weg zu neuen Galaxien.

© Jean Souville
Freestyle Fahrtechnik: Kono
Freestyle Fahrtechnik: Kono

Ideale Bedingungen: Glattes Wasser, 18-30 Knoten
Ideales Material: Freestylesegel 4,0-5,2 qm, Freestyleboards
Lernvoraussetzungen: Ducken, Backfahren

10-jähriges Jubiläum feierte der Ko­no­ bereits, 2007 wurde der Move von Ex-Weltmeister Kiri Thode erfunden und nach seinem Cousin Kono benannt. Als Mutter aller Powermoves bekommt man dafür auch heute noch gute Punkte im Contest, die Schwierigkeit bei den Worldcup-Judges liegt bei etwa 6,2 Punkten. Und so knackst du diesen Move:

1-2) Ducken: Viel Speed auf Halbwind ist die Grundvoraussetzung, zum Ducken hilft es, ein echtes Freestylesegel mit guter Neutralität in den Händen zu haben. Halte das Gewicht während des Ducks auf den Hacken und tauche unter dem Segel durch in die Backposition. Alle Knackpunkte und Fehleranalysen zum Ducken findet ihr auch ausführlich in der surf-Ausgabe 8/2016.

3-4) Druck aufbauen: Sobald du wieder mit beiden Händen an der Gabel bist, musst du den zum Absprung nötigen Gegendruck aufbauen. Dies gelingt, indem du über die vordere Hacke weiter nach Luv ancarvst. Halte den Mast zunächst mit der Masthand auf Distanz und das Segel geöffnet, damit dich der Gegendruck nicht schon in dieser frühen Phase nach Lee vom Brett drückt.

5-6) Absprung! Je weiter du in den Wind gecarvst bist und je mehr Speed du an diesem Punkt des Manövers noch hast, desto radikaler kann es dich herauskatapultieren. Damit die Energie nicht verpufft, solltest du das Segel mit beiden Armen aktiv nach oben reißen, so als wolltest du die Gabel mit gestreckten Armen über deinen Kopf heben.

7-9) Flugphase: Aus der gestreckten Körperhaltung während des Absprungs ziehst du dich jetzt aktiv unters Segel und nimmst eine möglichst kompakte Körperhaltung ein ("from tall to small"). Der Blick über die vordere Schulter unterstützt die Rotation und lässt dich deinen Landeplatz anpeilen.

10-11) Landung: Zu Beginn ist es leichter, Schothorn voraus zu landen und das Schiften erst danach zu vollziehen. Sobald es dir gelingt, die nötige Höhe zu generieren, kannst du auch in der Luft komplett durchschiften (12-14) – das gibt fette Extrapunkte bei den Judges.

© Jean Souville
Kono – Bildsequenz 1-11
Kono – Bildsequenz 1-11
© Jean Souville
Kono – Bildsequenz 12-14
Kono – Bildsequenz 12-14

Powertrick  oder  Bauerntrick?

Ob du dich aus dem Wasser beamst wie auf der Playstation oder dir wieder mal der Saft fehlt, liegt einzig und alleine an der richtigen Technik. Hast du den Duck gemeistert und das Segel lädt sich beim Ancarven nach Luv spürbar auf, gilt es die Power in Höhe umzuwandeln. Davys Profitipp: Versuche die Gabel senkrecht nach oben zu reißen (5a)! Der häufigste Fehler ist der, mit der Segelhand einfach nur ins Segel/Schothorn zu drücken (5b) – dabei lädt sich das Segel zwar auch auf, du kommst allerdings nie auf Höhe und es wirft dich meist nur nach hinten auf den Rücken. Unterm Strich hilft es, sich beim Kono vorzustellen: "Häng die Gabel an die Decke (5-6) und ziehe dich dann daran hoch (7-8)!"

© Jean Souville
SO IST ES RICHTIG !!!
SO IST ES RICHTIG !!!
© Jean Souville
SO NICHT !!!
SO NICHT !!!

© Fish Bowl Diaries
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