Goiter: onehanded

  • Andreas Erbe
 • Publiziert vor 10 Jahren

Nichts ist unmöglich – wenn Toyota diesen Slogan nicht erfunden hätte, wäre es die legitime Beschreibung von Philip Kösters Surfstil. Einen einhändigen Goiter bei auflandigem Wind können sich selbst Profis kaum vorstellen, geschweige denn springen.

About Goiter onehanded

Man könnte behaupten, der Goiter ist ein alter Hut. Immerhin hat Mark Angulo ihn schon Mitte der 90er erfunden (manchmal fragt man sich, welchen Move Mark nicht kreiert hat). Trotzdem stellt die 360-Grad-Rotation in den Wind beim Wellenabreiten auch heute noch die ganz hohe Schule dar. Auch wenn die Einleitung des Moves mehr Mut als Technik erfordert, gehört eine perfekte Vollendung zu den absoluten Höchstschwierigkeiten. Perfekt heißt im Fall des Goiters: Sauber vor der Welle gelandet und flüssig den Wellenritt fortgesetzt. Dieses Privileg ist den Weltbesten vorbehalten und das auch nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Zumindest sideshore sollte der Wind zur Welle wehen, besser noch ein wenig ablandig. Und auch die Welle muss mit ihrer Form zum Gelingen des Goiters beitragen. Vor Hookipa zum Beispiel formt das Riff einen perfekten Absprung-Hügel.

Umso mehr Respekt verdient die hier gezeigte einhändige Variante von Philip Köster beim Worldcup in Klitmøller. Weder Wind noch Wellen kommen dem neuen Weltmeister hier entgegen. Schräg auflandig ballerte es und die Wellen brachen nicht gerade sehr geordnet. Kauli Seadi sagte nach Philips Finalläufen: “Ich konnte mir bislang nicht vorstellen, dass man solche Manöver bei Onshore- Bedingungen überhaupt machen kann.” Dem ist wenig hinzuzufügen, außer, dass es immer einen geben wird, der das Unmögliche möglich macht.

Goiter onehanded selbst probieren - Philip erklärt

Für einen einhändigen Goiter – bei auflandigen Bedingungen wie in Klitmøller – brauchst du vor allem viel Speed.

1. Geh’ so schnell wie möglich in den Bottom Turn und versuch  schon den richtigen Punkt der Welle, dort wo sie bricht, anzuvisieren. Ich persönlich mag es, wenn ich dabei etwas überpowert bin.

2. In dem Moment, in dem du den brechenden Teil der Welle erreichst, nimmst du die hintere Hand von der Gabel und drückst beim Absprung das Segel nach unten. Es ist ein unglaubliches Gefühl von der Welle abzuspringen und nur eine Hand an der Gabel zu haben.

3. Jetzt das Segel weiter herumziehen.

4. Während du das Rigg weiter runterdrückst und in der Luft bist, musst du richtig viel mit deinem Körper arbeiten, damit das Board mitkommt und du gleichzeitig über dem Mast bleibst. Du darfst dich weder zu weit nach vorne noch nach hinten legen.

5. Bleib weiter konzentriert und lass auf keinen Fall die vordere Hand los. Genieß’ den Moment.

6/7. Am Ende der Rotation kommen Brett und Gabel dicht zusammen. Dann ist es Zeit, mit der hinteren Hand wieder die Gabel zu greifen.

8/9. Jetzt kommt der schwierigste Teil des Goiters, an dem ich am längsten geübt habe. Du musst dich sehr weit nach vorne legen, damit du genug Kraft hast, das Segel aus dem Weißwasser zu zerren.

10. Hast du das Segel aus dem Wasser, musst du sehen, dass du wieder deine normale Position einnimmst und nicht nach vorne fällst.

11/12. Wenn du hier angekommen bist, genieß’ den Moment. Ich finde es super schwierig, einen one handed Goiter zu stehen und jedes mal, wenn ich es schaffe, habe ich ein fettes Grinsen im Gesicht, weil ich es nicht glauben kann.

 

   

Den Goiter onehanded-Move findest Du unten als PDF-Download.

 

  

 

Fotos: John Carter/PWA, Text: Andreas Erbe

Philip Köster Alter: 17 Segelnummer: G-44 Sponsoren: Starboard, NeilPryde, Red Bull, Oxbow, Maui Ultra Fins

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