Misty Wave

  • Steve Chismar
 • Publiziert vor 12 Jahren

Chapeau! Oder besser capello? Italo-Trickser Raimondo Gasperini schafft es in Zeiten unvorstellbarer Freestyle-Kreationen, ein noch nicht veröffentlichtes Manöver an die surf-Redaktion zu schicken. Er nennt seine Kreation Misty Wave. Wieviel misty (engl.: vernebelt) und wieviel wave in dem Move steckt, klären wir auf diesen Seiten.

Da hat er recht, der Gasperini: Viele neue Wellenkreationen finden ihren Ursprung im Freestyle, wie Quellwasser, das ans Meer fließt. Der Misty Wave (Misty Flip) ist auf dem ersten Blick auch ein Ponch Schothorn voraus über eine Welle gesprungen. Oder: Ein Grubby Schothorn voraus über eine Welle gesprungen. Egal wie man es dreht, eine schöne Aufgabe für Freestyler und Waver, einen nicht zu komplizierten Move zu feiern. Zum Feiern war Raimondo aus Rom erst nach Gelingen dieser Sprungvariante zumute.

“Während meiner Trainingszeit im Winter in Brasilien wollte ich diesen Move üben. Die kleineren Wellen und der regelmäßige Wind waren perfekt! Um ehrlich zu sein, selbst als Profisurfer war mir der Absprung nicht ganz geheuer. Ich fühlte mich wie ein Looping-Neuling, der sich in die ungewisse Rotation wagen muss! Gesagt, getan! Nach vielen verunglückten Versuchen und Stürzen klappte der Sprung und ich taufte ihn Misty Wave, weil mir neue Sprünge immer mysteriös erscheinen. Die Sequenz unten ist einer meiner ersten gestandenen Versuche. Ich springe den Misty Wave jetzt auch in größeren Wellen. Es ist unglaublich, wie einem das Segel in dieser Position schweben lässt. Versucht es und ihr werdet verstehen!”

Misty Wave powered by Raimondo Gasperini:

“Der Sprung muss mit viel Speed eingeleitet werden. Fahre etwas überpowert auf Raum einer Rampe entgegen und schifte das Segel wie bei einer Duck Jibe, um Schothorn voraus zu sein (Bilder 1 und 2). Halte die Geschwindigkeit und greife die Gabel mit breiter Haltung (Armspagat Bild 3). Beim Absprung kurz vorher leicht anluven (Bild 4). Lass dabei das Schothorn in der Luft nach Lee kippen, Mast zum Heck und dreh deinen Körper mit dem Segel mit (der Körper bleibt mittig vor dem Rigg). Der Kopf dreht und schaut über die vordere Schulter nach hinten, das Brett folgt der Körperbewegung. Dabei werden die Beine angewinkelt (Bilder 5 und 6).

Tipp: Je mehr man die Segelhand drückt, desto höher rotiert man. Am höchsten Punkt angelangt, dreht das Schothorn durch den Wind (Bilder 7 und 8). Unterstütze diese Rotation, indem du weiterhin aktiv mit der Segelhand drückst (Segelarm lang). Die Landung erfolgt Schothorn voraus, auch das Heck taucht zuerst ein (Bild 9). Kippe den Mast dezent nach hinten und öffne das Segel (Bild 10). Wie beim Schothorn voraus Wasserstart zieht dich die Kraft des Riggs aus dem Wasser (Bild 11). Das Segel schiften und weiter geht’s (Bild 12).

Den Artikel zum Misty Wave findet ihr unten auch als PDF-Download.

Fotos: Giordano Masala, Text: Steve Chismar

Bild 1 und 2 (von rechts)

 

Bild 3

Bild 4

Bild 5 und 6 (von rechts)

Bild 7 und 8 (von rechts)

Bild 9

Bild 10

Bild 11

Bild 12

Themen: Download

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