Pushloop off the Lip

 • Publiziert vor 13 Jahren

Kein Move wird im Worldcup höher bewertet – Respekt dem, der ihn beim Abreiten der Welle im Wave-Heat einsetzen kann. So wie Worldcup-Profi John „Skyboy“ Skye aus England.

John Skye

Die Profi-Vereinigung PWA setzt Punkte für die vielen Manöver in der Welle fest. Der Pushloop Off-the-Lip ist nach deren Richtlinien das Manöver beim Wellenabreiten mit der höchsten Punktzahl. “Ein gestandener Pushloop Off-the-Lip ist die Garantie, einen Heat zu gewinnen”, erklärt der 31-jährige Brite John Skye.

Aerials werden jetzt zu Kürsprüngen In der Geschichte des Windsurfsports hat sich in der Disziplin Wave beim Wellenabreiten genauso viel in genauso rasanter Zeit entwickelt wie beim Tricksurfen. Neben Freestylemanövern vor der Welle wie Spock, Flaka und Shaka, Sprüngen wie Air Chachoo, die aus dem Trick-Bereich stammen, haben Waver ihrer Kreativität freien Lauf gelassen: Als Altmeister wie Mike Waltze, Ken Winner, Robby Naish oder Pete Cabrinha die Hawaiiwelle Anfang der 80er in höchster Präzision schlitzten, reichten radikale Cutbacks und kleine, luftige Aerials, um die Kampfrichter zu beeindrucken. Das ist heute vorbei. Aus kleinen Aerials wurden große, wie sie Josh Stone überzeugend während des Worldcups vor Noumea auf Fidschi Ende der 90er demonstrierte. Monster-Aerials von über zehn Metern waren geboren. Bretter wurden geschrottet, Knochen splitterten.

Aber es ging weiter: Die Angulo-Brüder verdrehten sich während ihrer Off-the-Lips, ließen die Hände los, schmissen den Kopf in den Nacken. Die einhändigen Aerials von Josh Angulo sind bis heute legendär. Dann revolutionierten die damaligen Maui Young Guns wie Cisco Goya und vor allem Levi Siver die Aerials und katapultierten sich tweaked (mit verdrehtem Brett) heraus. Aus tweaked wurde dann der erste Aerial-Sprung geboren: Der Table Top Off-the-Lip. Dazu reihten sich nach und nach vor allem in Onshore-Gebieten wie Pozo Vorwärtsloop Off-the-Lip, Backloop Off-the-Lip oder Ponches. Der Pushloop Off-the-Lip gestaltete sich schwierig, weil man sich an einer steilen Lippe mit viel Speed mindestens eine Mastlänge über den Wellenkamm katapultieren muss. Skyboy: “Jetzt versuche ich den Move nur noch zu perfektionieren, dann komme ich auch gegen die großen Stars ein paar Heats weiter!”

 

The Pushloop Off-the-Lip: “Alles muss stimmen”, sagt Skye, “eine gute Welle, die perfekte, steile Sektion und viel Speed (Bild 1). Beobachte die heranrollende Wand gut, während du mit voller Geschwindigkeit die steilste Sektion anvisierst. Springe mit der Absicht, dich hoch hinaus zu katapultieren (Bilder 2 und 3), ab. Bedenke aber, dass auch ein gewisser Vorwärtsdrall nötig ist, um vor der Welle zu landen. Der Knackpunkt: Warte beim steilen Absprung, bis du hoch über dem Wellenkamm schwebst (Bild 4). Nur so kannst du einen Pushloop riskieren. Du musst natürlich im Normalsprung den Pushloop beherrschen. Versuche ihn jetzt noch horizontaler zu rotieren, damit der Mast nicht an der Wellenlippe hängen bleibt (Bilder 5 bis 11). Schaue während der Rotation zwischen Brett und Segel auf die Landezone, die hoffentlich auf oder vor der Welle ist (Bild 7). In dieser Sequenz hatte ich Glück auf dem Weißwasser zu landen (Bilder 12 und 13), um wieder vor die Welle zu rutschen (Bilder 14 bis 16).”

Den gesamten Artikel zu diesem Move gibt's unten als PDF-Download.

Text: Steve Chismar

John Skye mit der Segelnummer K-57 war noch 2004 Zehnter overall in der Welle. Seitdem rangiert er auf einem Platz um die 15 und möchte mit dem Pushloop Off-the-Lip wieder unter die Top Ten.

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